Künstliche Intelligenz, Smart Services und Arbeit 4.0: Damit die Fabrik der Zukunft Realität wird, müssen wir Menschen, Maschinen und IT stärker miteinander vernetzen. Konkrete Ansätze und Lösungen entwickelt das Technologie-Netzwerk it‘s OWL – Intelligente Technische Systeme OstWestfalenLippe. 50 Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Startups zeigen Anwendungsbeispiele auf dem OWL-Gemeinschaftsstand (Halle 16 A04) auf der Hannover Messe.

Wie verarbeiten wir die Daten unserer Maschinen, um die Produktivität und Effizienz zu steigern? Wie entwickeln wir neue Services und Geschäftsmodelle? Und wie verbessern wir mit neuen Technologien die Arbeitsbedingungen und entlasten die Beschäftigten? „Für diese Herausforderungen entwickeln Unternehmen und Forschungseinrichtungen bei it‘s OWL gemeinsam praxisnahe Lösungen für den Mittelstand. Denn nur so können wir die Nutzenpotenziale von Industrie 4.0 erschließen“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Roman Dumitrescu, Geschäftsführer it‘s OWL Clustermanagement GmbH.

Auf dem Weg zu Smart Services

Die mittelständischen Maschinenbauer verzahnen ihre Produkte immer stärker mit Services. So präsentiert die Denios AG aus Bad Oeynhausen – weltweit führender Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für den betrieblichen Umweltschutz und die Sicherheit am Arbeitsplatz – neue Ansätze für das Gefahrstoffmanagement der Zukunft. Dazu gehört ein intelligentes Gefahrstofflager, das durch Sensoren Schadensfälle wie das Auslaufen von Chemikalien oder Feuergefahren bereits im Vorfeld erkennt und behebt. Mit der smarten App ‚Denios Connect‘ können Unternehmen zukünftig auf neue Services zugreifen. Dazu gehören beispielsweise das Dokumentenmanagement, eine intelligente Zustandsüberwachung und eine präventive Wartung. Weitere Funktionen sind die eigenständige Schadensbehebung sowie die Simulation in den Gefahrstofflagern. Dadurch werden nicht nur Arbeitssicherheit und Umweltschutz verbessert, sondern auch Stillstandzeiten und Kosten in erheblichem Umfang eingespart.

„Unsere Kunden wollen ein Gesamtpaket mit Rundumbetreuung 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche. Um uns erfolgreich am Markt zu behaupten, müssen wir aus der Analyse der Daten neue Angebote entwickeln. Dafür bietet die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen bei it´s OWL eine hervorragende Basis. Erste Lösungen zeigen wir auf der Hannover Messe“, erläutert Helmut Dennig, Vorstandsvorsitzender der Denios AG. Auf dem OWL Gemeinschaftsstand können Besucher unterschiedliche Schadensfälle als Film auf einer Leinwand erleben und die Analyse und die Gegenmaßnahmen auf der App verfolgen.

Auch BOGE Kompressoren kann beispielsweise Performance-Daten der High Speed Turbo-Kompressoren umfassend erheben und analysieren. Auf Basis der gesammelten Daten und durchgeführten Analysen werden Hard- und Software kontinuierlich weiterentwickelt und dem Kunden individuell zum Einbau angeboten. Das Resultat: ein maximal effizienter Betrieb der Druckluftstation über die gesamte Lebensdauer.

Data Analytics – vom Sensor in die Cloud

Intelligente Datenauswertung und maschinelles Lernen ermöglichen eine verteilte Produktionsplanung in Echtzeit, eine zustandsbasierte Prognose und eine Abwehr von Anomalien. Konkrete Ansätze für Data Analytics im Mittelstand zeigen die Weltmarktführer der Automatisierungstechnik Beckhoff, KEB, Lenze, Phoenix Contact, WAGO und Weidmüller. Besucher erhalten einen einzigartigen Überblick über praxisnahe Lösungen für das Erfassen, Transportieren und Analysieren von Daten – vom Sensor bis in die Cloud.

So macht WAGO beispielsweise Maschinenzustände einer virtuellen Apfelsaftfabrik mit den WAGO-Controllern PFC und der WAGO Cloud Data Control sichtbar. Die Cloud Data Control verwaltet und überwacht alle Controller PFC sowie deren Applikationen und Daten. Ein Web-Portal dient dem Anwender als Benutzeroberfläche für den Cloud-Dienst, über den er Zugriff auf Funktionen wie Benutzerverwaltung, Status-Monitoring, Alarmfunktionen und E-Mail-Benachrichtigungen erhält. Weidmüller hilft mit maßgeschneiderten Analytics-Lösungen dabei, Predictive Quality oder Predictive Maintenance zu realisieren. Mit kommunikationsfähigen Signalwandlern, I/O-Systemen, Routern, Switches sowie dem IoT-Controller werden die Daten im Netzwerk verfügbar und gewährleisten dabei IT-Sicherheit.

Optimales Umfeld für neue Geschäftsideen

Aus der Zusammenarbeit im Netzwerk entstehen neue Geschäftsideen. Auf dem OWL-Gemeinschaftsstand präsentieren sieben Startups ihre Konzepte. Das Spektrum reicht vom Einsatz von Drohnen über intelligente Messverfahren und additive Fertigung bis zu cloudbasiertem Einkaufsmanagement und künstlicher Intelligenz.

Gleich zwei Startups bieten Unternehmen individuelle Lösungen für den Einsatz von Drohnen: Die Bielefelder Third Element Aviation GmbH verfügt über umfangreiche Erfahrungen bei der Entwicklung und Produktion der unbemannten Fluggeräte. Durch innovative Sensor-Technik und ein Echtzeit-Satellitennavigations-System können sie Flächen schnell und genau untersuchen. Auch bei schwierigen Umweltbedingungen kann die Flugplattform ConVecDro bis zu 45 Minuten fliegen und so z.B. eine Fläche von bis zu 40.000 m² hochpräzise kartieren. Einsatzbereiche sind beispielsweise Industrieinspektionen, Überwachungsaufgaben, aber auch die Landminensuche.

Während bei Third Element Aviation der Schwerpunkt auf der Hardware liegt, konzentriert sich die Viafly GmbH auf die Software. Alleinstellungsmerkmale sind eine kinderleichte Steuerung und die künstliche Intelligenz der Drohnen, die mit Sensoren, Kameras und einer 360° Hinderniserkennung ausgestattet sind. Mit 14 Mitarbeitern an den Standorten Paderborn und im Centrum Industrial IT in Lemgo entwickelt die Viafly intelligente Lösungen für Anwendungen in den Bereichen Katastrophenschutz, Wartung und Sicherheit. Eine autonome Drohne kann beispielsweise Routinekontrollen von Industrieanlagen und elektrischen Leitungen übernehmen. Die Mitarbeiter werden in Echtzeit über alle relevanten Zustände und Ereignisse informiert und können sich jederzeit ein realitätsgetreues Bild der Anlagen machen.

Maßgeschneiderte Assistenzsysteme

Bei allen technischen Verbesserungen bleibt der Mensch im Zentrum der Fabrik. Assistenzsysteme, Verfahren der intuitiven Bedienung und neue Entwicklungsmethoden unterstützen und entlasten die Beschäftigten. Auch für diese Herausforderung bietet it‘s OWL neue Lösungen.

Das Detmolder Startup Assembly Solutions entwickelt individuelle Assistenzsysteme für die Fertigung, Montage und Logistik im Mittelstand. Über eine Projektion werden dem Werker Informationen zu einzelnen Verrichtungen auf die Arbeitsfläche, auf Arbeitsobjekte und auf Greifbehälter übermittelt. Die Systemsteuerung erfolgt über eine multimodale Schnittstelle mit Sprach-, Gesten- oder Tasteneingaben. Für HORA Regelarmaturen hat Assembly Solutions z. B. ein Assistenzsystem für die Montage von kundenindividuellen Stellantrieben in hoher Variantenvielfalt umgesetzt. Durch Koppelung mit dem ERP-System werden die Auftragsinformationen direkt übermittelt und im Sichtfeld des Beschäftigten angezeigt. So lassen sich Anlernzeiten reduzieren und Montagefehler vermeiden. Einen Beitrag zur Prozesssicherung und Qualität leistet ein Assistenzsystem bei BOGE Kompressoren, indem u.a. gesteuerte WLAN-Schraubtechnik zur Drehmomentüberwachung und Schraubfalldokumentation angebunden wurden.

Virtuelle Entwicklung neuer Arbeitsplätze

Das Fraunhofer Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM zeigt, wie Augmented Reality für die Entwicklung neuer Produktionsarbeitsplätze eingesetzt werden kann. Das Unternehmen Hella verwendet dafür Module des Arbeitsplatzes aus Pappe, an denen Produk-tionsplaner und Konstrukteure bisher die Montage eines neuen Scheinwerfers real erproben und sukzessive die Abläufe optimieren. Allerdings kann dies erst erfolgen, wenn Prototypen der zu montierenden Bauteile fertig gestellt sind. Mit der neuen Technologie kann der Arbeitsplatz nun vorher und damit bereits deutlich früher konzipiert werden. Den Planern werden über eine Datenbrille die einzelnen Teile eingeblendet, so dass sie den Scheinwerfer virtuell in der realen Produktionsumgebung montieren können. Dadurch wird die Entwicklung des Arbeitsplatzes erheblich effizienter, schneller und kostengünstiger. Davon können sich Besucher der Messe an einem Demonstrator überzeugen.

Der Spitzencluster it‘s OWL

Im Technologie-Netzwerk it‘s OWL entwickeln 200 Unternehmen und Forschungseinrichtungen Lösungen für intelligente Produkte und Produktionsverfahren. Über ein innovatives Transferkonzept werden neue Technologien für kleine und mittlere Unternehmen verfügbar gemacht. Ausgezeichnet im Spitzencluster-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gilt it´s OWL als eine der größten Initiativen für Industrie 4.0 in Deutschland. it‘s OWL leistet einen wichtigen Beitrag für Wertschöpfung und Beschäftigung in OstWestfalenLippe. Seit dem Start des Technologie-Netzwerks in 2012 haben die Unternehmen 8.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Sechs Forschungseinrichtungen und 23 neue Studiengänge sind entstanden. 34 Unternehmen wurden gegründet.

Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.its-owl.de/hannovermesse

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