Die deutsche 15er-Rugbynationalmannschaft der Männer musste als Aufsteiger in die Rugby Europe Championship auch im zweiten Saisonspiel eine Niederlage hinnehmen. Im Fritz-Grunebaum-Sportpark unterlagen die Schwarzen Adler von Nationaltrainer Mark Kuhlmann dem Vorjahreszweiten aus Spanien mit 14:32 (11:19). Allerdings zeigte der Liga-Neuling über weite Strecken eine starke und couragierte Leistung und stellte damit unter Beweis, dass man auf diesem hohen Niveau mithalten kann. Diese Tatsache will das Team nun am kommenden Wochenende in Neckarsulm unter Beweis stellen und gegen die Niederlande möglichst den ersten Sieg einfahren. (Foto: Jan Perlich / Rugbylicious Photography)

„Wir hatten uns, ehrlich gesagt, schon etwas ausgerechnet. Von daher sind wir auch ein klein wenig enttäuscht“, gestand Mark Kuhlmann nach dem Spiel. „Wir haben uns zu Beginn zweimal überrumpeln lassen, aber danach ist unser Spielplan eigentlich gut aufgegangen, und wir konnten über weite Strecken der zweiten Hälfte das Spiel sogar bestimmen. Spanien hat aber seine Chancen abgezockter genutzt und hatte sicher auch in der einen oder anderen Situation das Quäntchen Glück. Alles in allem können wir aber zufrieden sein. Wir haben gesehen: Wir können mithalten auf diesem Level. Jedes Spiel hilft uns, besser zu werden. Nun wollen wir aber auch eines gewinnen.“

Deutschland hatte gute Angriffsphasen zu Beginn, doch nach dem ersten Ballverlust konterte Spanien fast zum ersten Versuch, brachte sich aber mit einem technischen Fehler um den Lohn (3.). Die DRV XV hatte Schwierigkeiten, die schnell durchbrechenden Spanier festzumachen und geriet so immer wieder unter Druck. In der 9. Minute war es dann John Bell, der für Spanien den ersten erhöhten Versuch legte. Und nur drei Minuten später ging es für Bell wieder zu leicht durch die Mitte – wieder sieben Punkte für die Gäste.

Die Adler wollten die Partie eigentlich lange offenhalten, mussten nun aber erst mal Mittel gegen die schnellen Durchbrüche der Iberer finden. Sie trugen den Ball zwar auch gut nach vorn, aber es brannte zumeist lichterloh, wenn die Los Leones den Ball in den Händen hatten.

In der 20. Minute brachte Edoardo Stella zumindest mal die ersten deutschen Punkte auf die Anzeigetafel, als er aus gut 35 Metern einen Straftritt sicher verwandelte. Doch Spanien war umgehend wieder vor dem deutschen Malfeld, wo das Paket den Ball in den Händen von Vicente del Hoyo über die Linie brachte (22.). Aber Deutschland antwortete sofort, nachdem Leon Hees den Ball mit einem langen Lauf nach vorn brachte und am Ende Oliver Paine den Versuch legte, der nicht erhöht wurde (24.).

Die Deutschen waren jetzt insgesamt besser im Spiel, aber im Pick-and-Go gab’s keine weiteren Punkte. Doch nach 34 Minuten bejubelten die Zuschauer den zweiten deutschen Versuch durch Justin Renc, aber die Schiedsrichterinnen hatten einen Regelverstoß gesehen und gaben ich nicht. Die Adler blieben aber am Drücker und setzten den nächsten Straftritt aus zentraler Position zu den Stangen und verkürzten kurz vor der Pause auf 11:19 (40.).

Die Adler knüpften nach der Halbzeit direkt die zuvor gute Phase an und setzten sich in den Anfangsminuten in Spaniens 22-Meter-Zone fest. Los Leones mussten alles aufbieten und taten das auch, um die Deutschen vor der Mallinie zu halten. Die konnten dann auch nicht regelkonform ablegen (47.), und ein Konter beendete diese sehr gute Chance auf Punkte.

Die fast 2500 Zuschauer in Heidelberg sahen mittlerweile ein Spiel auf Augenhöhe, phasenweise sogar mit leichten Vorteilen für die Gastgeber. Die Adler verteidigten auch in Unterzahl nach Gelber Karte für Paine (49.) stark gegen die Los Leones, die merklich nervöser und in der Folge auch etwas fehlerhafter wurden. Und so nutzten die Gäste trotz Überzahl auch den nächsten Straftritt, um den Vorsprung um drei Zähler auf 22:11 auszubauen (59.).

Nachdem Carlos Soteras Merz ein starker Ballgewinn gelang, setzte auch Stella einen Straftritt zu den Stangen und stellte den alten Abstand wieder her (65.). Doch das spanische Paket sorgte für die mögliche Vorentscheidung, als es im zweiten Anlauf ins deutsche Malfeld schob, wo Lucas Santamaria ablegte (67.). Die Adler steckten aber nicht auf, hatten auch danach noch Chancen auf Punkte, belohnten sich aber nicht mehr für die insgesamt starke Leistung an diesem Tag. Stattdessen gelang den Los Leones in der Schlussminute noch der fünfte Versuch, der das Ergebnis am Ende etwas zu deutlich ausfallen ließ.

Punkte:
0:7 (9.) – Versuch John Bell & Erhöhung Bautista Guemes
0:14 (12.) – Versuch John Bell & Erhöhung Bautista Guemes
3:14 (20.) – Straftritt Edoardo Stella
3:19 (22.) – Versuch Vicente del Hoyo
8:19 (24.) – Versuch Oliver Paine
11:19 (40.) – Straftritt Edoardo Stella
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11:22 (59.) – Straftritt Bautista Guemes
14:22 (65.) – Straftritt Edoardo Stella
14:27 (67.) – Versuch Lucas Santamaria
14:32 (80.) – Versuch Julen Goia

Aufstellung
Deutschland: 1 Jörn Schröder (68. Daniel Wolf) – 2 Andrew Reintges (49. Elias Haase) – 3 Paul Weiss (63. Mathis Blume) – 4 Michel Himmer (78. Tyrell Williams) – 5 Hassan Rayan (59. Kilian Bendjaballah) – 6 Sebastian Ferreira – 7 Justin Renc – 8 Oliver Stein – 9 Oliver Paine (65. Michael McDonald) – 10 Edoardo Stella (72. Niklas Hohl) – 11 Felix Lammers – 12 Leo Wolf (75. Luke Wakefield) – 13 Sebastian Rodwell – 14 Carlos Soteras Merz – 15 Zinzan Hees

Gelbe Karten: Oliver Paine (49.), Sebastian Ferreira (67.) / —
Zuschauer: 2416
Schiedsrichterinnen: Clara Munarini, Beatrice Benvenutti, Maria Giovana Pacifico (ITA)

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