Zum Beginn des Umsetzungsprojekts „Thüringer Kuppenrhön II“ besucht die Parlamentarische Staatssekretärin Bettina Hagedorn den Erinnerungsort „Point Alpha“ bei Geisa an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Ziel des Projektes ist es, den Biotopverbund am Grünen Band weiter zu stärken sowie wertvolle und typische Lebensräume der thüringischen Rhön zu erhalten, nachhaltig zu entwickeln und miteinander zu vernetzen. Das Vorhaben soll zudem dazu beitragen, naturverträgliche und nachhaltige Bewirtschaftungskonzepte für die Landwirtinnen und Landwirte vor Ort zu entwickeln. Das Bundesumweltministerium fördert das Vorhaben im Programm „chance.natur“ mit 7,6 Millionen Euro.

Parlamentarische Staatssekretärin Bettina Hagedorn: „Dieses Projekt sichert nicht nur wertvolle Lebensräume für viele seltene Tiere und Pflanzen, sondern es leistet damit auch einen wichtigen Beitrag, die typische Landschaft der Kuppenrhön zu erhalten. Die Maßnahmen an Quellen, Bächen und Mooren sowie die Entwicklung von naturnahen Wäldern stabilisieren zudem den Landschaftswasserhaushalt und sind eine wichtige Anpassung an den Klimawandel, was angesichts dieser heißen Sommertage nochmal deutlicher wird. So trägt dieses Projekt auch dazu bei, die Lebensrundlage für die regionale Bevölkerung und damit die Basis für die Erholung und einen naturverträglichen Tourismus in der Thüringer Kuppenrhön zu erhalten und zu verbessern.“

Das Bundesumweltministerium stellt für das Umsetzungsprojekt „Thüringer Kuppenrhön“ rund 7,6 Millionen Euro aus dem Programm „chance.natur – Bundesförderung Naturschutz“ zur Verfügung. Weitere Finanzmittel kommen vom Freistaat Thüringen in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro sowie dem Projektnehmer mit Mitteln der Heinz Sielmann Stiftung und des Landschaftspflegeverbands Rhön e.V. in Höhe von rund einer Millionen Euro. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) unterstützt das Projekt fachlich und administrativ.

Das Naturschutzgroßprojekt tritt jetzt in die konkrete Umsetzung ein. Grundlage ist der im Planungsprojekt gemeinsam mit den vielfältigen Beteiligten entwickelte Pflege- und Entwicklungsplan. Über einen Zeitraum von zehn Jahren sollen nun Maßnahmen zur Wiederherstellung und Vernetzung wertvoller Lebensräume wie artenreiche Wiesen und Weiden, Magerrasen, Wachholderheiden sowie naturnahe Quellbereiche und Fließgewässer realisiert werden. Dadurch sollen die im Fördergebiet vorkommenden Tiere und Pflanzen, wie Wiesenbrüter (z.B. Bekassine), Schwarzstorch, Kreuzotter, Sumpfspitzmaus und gefährdete Schmetterlingsarten (z.B. Goldener Scheckenfalter, Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling und Schwarzer Apollo) sowie die Trollblume, der Teufelsabbiss und verschiedene Orchideenarten langfristig in ihren Beständen gesichert werden. In die Umsetzung werden verschiedene regionale Akteursgruppen, beispielsweise aus der Landwirtschaft, dem Forst, den zuständigen Gewässerunterhaltungsverbänden und der Biosphärenreservats-Verwaltung eingebunden.

BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm: „Die Thüringer Kuppenrhön ist Teil des Grünen Bandes am ehemaligen Grenzstreifen. Die Wiesen und Weiden der Kuppenrhön sind wichtige Refugien für seltene Arten. Mit dem Naturschutzprojekt Thüringer Kuppenrhön wollen wir in enger Abstimmung mit den Bewirtschaftenden zukunftsfähige Nutzungskonzepte erarbeiten und dauerhaft etablieren. So leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Erhalt schützenswerter Lebensräume und stärken zugleich den einzigartigen Biotopverbund des Grünen Bandes nachhaltig.“

Der Bund trägt mit seinem Förderprogramm „chance.natur“ zur Sicherung und Entwicklung von Lebensräumen sowie zum Schutz heimischer Arten und ihrer bedeutenden Ökosystemfunktionen in Deutschland bei. Die Bundesförderung besteht seit 1979. Seitdem wurden rund 550 Millionen Euro an Bundesmitteln für insg. 93 Naturschutzgroßprojekte zur Sicherung und Entwicklung bundesweit bedeutsamer Landschaftsausschnitte mit einer Gesamtfläche von über 7.500 Quadratkilometern bereitgestellt.

Das Bundesförderprogramm „chance.natur“ hat sich zum Ziel gesetzt, die herausragenden repräsentativen Landschaften Deutschlands zu fördern und zu sichern, wenn akute Gefährdungen vorliegen und weitere zentrale Förderkriterien wie Großflächigkeit, Naturnähe, Repräsentanz und Beispielhaftigkeit erfüllt werden.

Weiterführende Informationen

https://www.bfn.de/thema/naturschutzgrossprojekte

https://www.bfn.de/projektsteckbriefe/thueringer-kuppenrhoen-projekt-ii

https://www.ngp-kuppenrhoen.de/
https://www.sielmann-stiftung.de/

https://www.lpv-rhoen.de/

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