Die Planung einer neuen Mühlendammbrücke betrifft mehr als ein technisches Bauwerk, sie ist ein Schlüsselprojekt der Kommunalpolitik. Sie entscheidet nicht nur über die Zukunft des Berliner Stadtkerns, sondern auch über die Zukunft des wichtigsten Hauptstraßenzugs in der Berliner Mitte zwischen Potsdamer Platz und Alexanderplatz. Sie entscheidet über die grundsätzliche Ausrichtung der Verkehrspolitik und die strategischen Fähigkeiten der aktuellen Stadtregierung. Denn diese Investition wird den Verkehr und die Lebensqualität in der Berliner Mitte über Jahrzehnte konditionieren.

Kommunal, national und international ist es unverantwortlich, weiterhin den Durchgangsverkehr durch die Mitte, durch den Kern der Metropole Berlin zu führen. Die aktuelle überbreite, autogerechte Brücke ist wie kaum ein anderes Bauwerk in der Berliner Mitte ein Produkt der autogerechten Stadt. Dass heute womöglich eine neue Brücke in Aussicht genommen wird, die hinsichtlich der Breite nur wenig von der alten Brücke abweicht und in jede Richtung noch zwei Autospuren vorsieht, ist anachronistisch und kein zukunftsorientiertes Projekt. Zudem steht es in Widerspruch zu allen strategischen

Äußerungen des Senats. Wir fordern daher – anknüpfend an die Empfehlungen des stellvertretenden Bezirksbürgermeisters und Baustadtrats von Mitte, Ephraim Gothe:

– Klärung eines zukunftsorientierten städtebaulichen Programms vor Auslobung eines Realisierungswettbewerbs "Ersatzneubau Mühlendammbrücke"
– Abkehr von einer Politik, die – im Widerspruch sogar zum geltenden Flächennutzungsplan – die Grunerstraße de facto als übergeordnete Hauptverkehrsstraße bestätigt
– Abstimmung des Programms mit der ebenfalls notwendigen Sanierung der Gertraudenbrücke und der Gestaltung des öffentlichen Raums der östlichen Leipziger Straße
– Prüfung der Reduzierung des Autoverkehrs auf eine Spur in jede Richtung
– Einbeziehung des Abgeordnetenhauses in diese grundsätzliche kommunalpolitische Weichenstellung.

Dr. Peter Bahl, Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg e.V. gegr. 1884 Birgitta Berhorst, Initiative Bundesplatz Prof. Dr. Harald Bodenschatz, Präsident des Council for European Urbanism Deutschland Dr. Thomas Flierl, Vorstandsvorsitzender der Hermann Henselmann Stiftung Dr. Benedikt Goebel, Bürgerforum Berlin e.V.

Tim Heide, Vorsitzender des Deutschen Werkbunds Berlin Tilmann Heuser, BUND Berlin e.V.Aljoscha Hofmann, Think Berl!n Gerhard Hoya, Gesellschaft Historisches Berlin e.V.

Lutz Mauersberger, Planungsgruppe Stadtkern Hubertus Müller, Berliner Historische Mitte e.V.

Tobias Noefer, Vorsitzender des Architekten‐ und Ingenieurvereins zu Berlin‐Brandenburg Prof. Dr. Wolfgang Sonne, Deutsches Institut für Stadtbaukunst, Dortmund Dr. Manfred Uhlitz, Vorsitzender des Vereins für die Geschichte Berlins e.V. gegr. 1865 Verena Unbehaun und Hendrik Blaukat, Vorstand IG Leipziger Straße e.V.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.
Bleibtreustraße 33
10707 Berlin
Telefon: +49 (30) 8834598
http://www.aiv-berlin.de

Ansprechpartner:
Martina Rozok
Pressesprecherin
E-Mail: kommunikation@aiv-berlin.de
Tobias Nöfer
Vorsitzender
Telefon: +49 (30) 88345-98
E-Mail: mail@aiv-berlin.de
Für die oben stehende Pressemitteilung ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

counterpixel