Sie wuchs in Dünnwald auf – und lebt nun in ihrem ursprünglichen wilden Lebensraum im Großen Kaukasus. Der Kölner Zoo ist Teil einer internationalen Arterhaltungs-Initiative zur Wiederansiedlung von Wisenten in ihren natürlichen Habitaten. Er transportierte dafür im September eine im Wildpark Dünnwald aufgewachsene zweijährige Wisentkuh zunächst zum Tierpark Berlin. Von dort aus trat sie mit neun Artgenossen erfolgreich die Reise per Flugzeug zum Shadag Nationalpark in Aserbaidschan an. Gestern gegen 6 Uhr Ortszeit betrat die Kölner Kuh erstmals den Boden des 130.508 Hektar großen Schutzgebiets. Ziel ist es, die dort jüngst aufgebauten wildlebenden Wisent-Bestände weiter zu stärken.

Das in Dünnwald aufgewachsene Tier stamm von einer Wisentkuh, die als Leihgabe aus dem Tierpark Neumünster stammt. Der Kölner Zoo kooperiert seit langem mit dem Dünnwalder Wildpark und berät diesen u.a. bei seiner Wisenthaltung. Beteiligte Experten des Zoos an diesem Erhaltungszuchtprojekt sind Robin Lammers, Kurator für Huftiere, und Bernd Marcordes, Kurator und Koordinator von Tiertransporten.

Im Team für die Wisente: Erfolgsgeschichte für den Artenschutz

Einst im natürlichen Lebensraum ausgerottet, ziehen heute wieder Wisente durch Europäische Wälder. Die Geschichte des Wisents gilt als eine der hoffnungsvollsten im modernen Artenschutz, doch noch immer sind Maßnahmen nötig, um die Zukunft des Wisents längerfristig zu sichern. Daher sind in den vergangenen Monaten – im Rahmen des Erhaltungszuchtprogramms des Europäischen Zooverbandes EAZA – Wisente aus den Zoologischen Gärten Chemnitz, Rostock, Bernburg, Zoo Berlin, Fota (Irland), Köln und Pilsen (Tschechische Republik) in den Tierpark Berlin gezogen. Nachdem die Tiere sich in Berlin einige Monate lang aneinander gewöhnt hatten, reiste die Wisent-Herde in einer Frachtmaschine von Frankfurt/Hahn nach Baku. Begleitet wurden die Tiere von Expertinnen und Experten von WWF und Tierpark Berlin.

Die rückgeführten Tiere haben den Flug nach Aserbaidschan gut überstanden. Vorab wurden zwei der Tiere, die später wohl am ehesten die Funktionen als Leitkühe einnehmen werden, mit GPS-Halsbändern ausgestattet. So kann die Herde aus der Ferne auch zukünftig begleitetet und wissenschaftlich beobachtet werden.

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