Die WIdO-Analyse zeigt, dass die Zuzahlungen in der vollstationären Pflege trotz Zuschlägen zur Begrenzung des Eigenanteils mit etwa 2.300 Euro wieder das Niveau von 2021 erreicht haben. Damit ist die finanzielle Belastung der Pflegebedürftigen im Pflegeheim im letzten Jahr um 19,2 Prozent gestiegen. Die durchschnittliche Gesamtbelastung der Bewohner beträgt damit etwa 2.267 Euro pro Monat.

Dazu Thomas Knieling, Bundesgeschäftsführer des VDAB: „Die Zahlen des WIdO haben uns nicht überrascht, weil auch wir die Kostenentwicklung über unsere Preisverhandlungen mit den Pflegekassen verfolgen. Die Eigenanteile steigen immer weiter und auch das Institut der AOK stellt fest, dass selbst die aktuellen Zuschläge und die geplante Dynamisierung der Leistungssätze im Jahr 2025, den Trend zu steigenden finanziellen Belastungen für Pflegebedürftige, voraussichtlich nicht stoppen kann. Die Eigenanteile übersteigen schon jetzt das durchschnittliche Rentenniveau und auch die Kassen der örtlichen Träger der Sozialhilfe werden nicht voller. Es wird also immer schwieriger, professionelle Pflege bezahlbar zu halten. Auch das politische Versprechen bei Einführung der Tarifpflicht, dass Pflegebedürftige nicht zusätzlich belastet werden, ist perspektivisch nicht mehr zu halten.

Dazu kommt, dass die dynamische Kostenentwicklung auch viele Pflegeunternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringt, weil die Umsetzung höherer Preise bürokratisch viel zu lange dauert und sie dadurch in Liquiditätsengpässe geraten.

Es ist also höchste Zeit, dass sich die Bundesregierung sowohl um eine nachhaltige und generationengerechte Finanzierung der Pflegeversicherung kümmert als auch die wirtschaftlichen Grundlagen der Pflegeunternehmen sichert.

 

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