Neue App zur Meldung von Schweinswalen kostenlos zum Download verfügbar

Wie der gemeinnützige Verein „Schweinswale (e.V.)“ berichtet, sind nun wieder Meldungen von Schweinswalsichtungen in Bremen und in Hamburg eingegangen. Schweinswale e.V. führt ein erfolgreiches Citizen Science-Projekt durch, mit dem das wiederholte frühjährliche Vorkommen der kleinen Wale in den Flüssen, in der Elbe bis zu 100 Kilometer von der Küste entfernt sowie im Hamburger Hafen jagend, nachgewiesen wurde.

Die Bürgerbeteiligung am Sichtungsprogramm und das Interesse der Öffentlichkeit an der Lebensweise unserer einzigen heimischen Wale und an eigenen, nahen Begegnungen mit den intelligenten Meeressäugetieren sind enorm.

Nun können Sichtungen einfach über eine neuentwickelte App gemeldet werden.

Thomas König, IT-Spezialist und Vorstandsmitglied des Vereins zum Schutz der Schweinswale, hat diese nutzerfreundliche App ehrenamtlich entwickelt, um den Bürgern Meldungen noch leichter zu machen. Die App „Sichtung“ (© Schweinswale e.V.) wurde von ihm für iPhone und iPad programmiert, interaktiv und mit schnell bedienbarem Layout. Die App kann kostenlos im Apple Store heruntergeladen werden. In fünf einfachen Schritten können benutzerfreundlich Sichtungen mit genauer Position gemeldet, Karten eingesehen und sogar Fotos hochgeladen werden. Die Programmierung für Android-Handys soll alsbald erfolgen.

Auch über ein interaktives Online-Formular unter www-walschutz.org oder per WhatsApp unter 0176-22208271 können Wal-Sichtungen wie gewohnt gemeldet werden. Umso mehr über das Vorkommen und Verhalten unserer heimischen Wale bekannt ist, umso mehr kann zu ihrem Schutz getan werden.Schweinswale e.V. dankt allen ganz herzlich für die Beteiligung und Mithilfe.

Schmaler Stint oder fette Finte?
Zwei wandernden Fischarten, Stint und Finte, die aus der Nordsee zum Ablaichen in die Flussläufe ziehen, stehen im Verdacht, die begehrte Beute der Schweinswale zu sein. Vor allem die Stintschwärme, wenn sie in großen Mengen einwandern wie 2016, ziehen die Schweinswale mit.
Doch die Schweinswale kommen nicht jedes Jahr in Elbe und Weser, dies hängt davon ab, wie früh oder ob überhaupt Stinte in größeren Mengen laichen. So blieben die Wale dieses Jahr fast aus, wie auch 2014 und 2015, ob wegen der plötzlichen Kälteperiode nach dem warmen Winter oder weil auch der Stint leider immer weniger wird, wie die Fischer berichteten.

Das Auftauchen der kleinen Wale nun im April deutet darauf hin, dass sie eventuell auch einer anderen wandernden Fischart zu den Laichplätzen folgen: der Finte. „Sie laicht später im Jahr als der Stint, da sie dazu eine höhere Wassertemperatur benötigt und in der Elbe auch weiter flussabwärts, wandert nicht wie der Stint durch den Hamburger Hafen bis nach Hoopte. So würde ich es erstmal deuten, dass Schweinswale nun jagend vor Blankenese beobachtet wurden.“, meint Denise Wenger, die Biologin des Walschutzvereins. Auch in ihren Daten der Jahre 2013 und 2016 deutet einiges darauf hin, dass beide Fischarten in Betracht kommen. Aber auch andere Fische werden die Schweinswale, wenn sie ihnen vor die Schnauze kommen, wohl nicht verschmähen.

2016 war das Jahr der meisten Schweinswal-Sichtungen in Hamburg. Etwa 450 Meldungen gingen von Mitte März bis Mitte Mai ein, die kleinen Wale wurden täglich in Teufelsbrück, von der Strandperle aus und weiter flussaufwärts in Norder- und Süderelbe gesichtet, sehr zur Freude der Hamburger.

„Sogar eine Gruppe von etwa 20 Walen in der Fahrrinne wurde gesichtet. Doch meist schwimmen die kleinen Wale im Duo oder einzeln, bei Hochwasser in Ufernähe.
Im Oktober letzten Jahres wurde sogar ein Schweinswal direkt vor der Staustufe in Geesthacht gemeldet. Schweinswale e.V. hat das Beweisfoto,“ berichtet Denise Wenger, die vor 11 Jahren das Sichtungsprogramm ins Leben gerufen hat.
„Dass Wale vereinzelt auch außerhalb der Fischlaichzeit kommen, gibt zu der Vermutung Anlass, es kann sich dabei um Wale handeln, die schon Erfahrungen in der Elbe und in Hamburg gesammelt haben und sozusagen nachsehen, ob Nahrung verfügbar ist, oder aber sie fressen die Jungstinte oder andere Fischarten, vermutet die Biologin von Schweinswale e.V. „Es muss die Nahrungssuche Nahrung sein, die die Wale antreibt, soweit die Flussläufe noch zu schwimmen.“ Gerne würde sie noch weitere wissenschaftliche Untersuchungen umsetzen, auch zu deren Schutz. Mehrfach haben Planungsbüros für Umweltgutachten die Schweinswal-Daten angefordert und mit einbezogen.
Wie sich die kleinen Wale mit dem intensiven Schiffsverkehr arrangieren, hat Wenger beobachten können, ihre Wanderungen filmen. Doch sehr schmerzlich war die Erfahrung 2016, als nach dem Hamburger Hafengeburtstag 29 tote Wale gemeldet und geborgen wurden.

Mehr Informationen dazu und die interaktiven Online-Sichtungskarten und für alle sichtbar die Schweinswal-Meldungen sind verfügbar unter www.walschutz.org oder www.schweinswale.de

Schweinswale e.V. bittet alle Anwohner, Spaziergänger, Fährfahrer, Segler Motorbootfahrer an Weser und Elbe, der Nordseeküste und auch in der Ostsee die Augen offen zu halten und alle Sichtungen zeitnah zu melden. Vor allem für Totfunde ist dies wichtig, damit sie schnell geborgen und auf die Todesursachen hin untersucht werden können.

Für die Medien:
Aussagekräftiges Video-Material und Fotos vorhanden.
Kontakt: Denise Wenger, Schweinswale e.V.,
info@walschutz.org 
0176-22208271
www.walschutz.org

Über Schweinswale e. V

Schweinswale e.V. ist eine gemeinnützige Organisation, die sich speziell für den Schutz von Schweinswalen und küstennah lebenden Delfinpopulationen einsetzt

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Daiserstr. 6
81371 München
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