Ja, sie ist die Tochter von. Aber Anoushka Shankar gehört zu jenen Kindern weltberühmter Künstler, Musiker, Schauspieler, Literaten, die den Ruhm des großen Familiennamens durch ein ganz eigenständiges Schaffen weitertragen. Anoushkas Vater war der legendäre Sitar-Virtuose, Komponist und Welten umspannende Humanist Ravi Shankar, der die indische Musik in den 60er-Jahren in den Westen brachte. Er wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Im Rahmen ihres »Reflektor«-Festivals in der Elbphilharmonie ehrt seine in London lebende Tochter in einem »Centenary Concert« auch das musikalische Vermächtnis des Vaters. Darüber hinaus aber fächert die indisch-britische Sitar-Virtuosin mit dem von ihr bestechend vielseitig kuratierten Programm sowohl weitere Aspekte der indischen Musik in ihrem klassischen Zusammenhang auf als auch in ihren aufregenden Derivaten, die durch den Zusammenprall der Kulturen zwischen Indien und seiner einstigen Kolonialmacht Großbritannien entstanden sind. So bereitet Anoushka Shankar beim »Reflektor« über vier Abende hinweg in beiden Sälen klassisch indischem Tanz und Gesang die Bühne, führt eigene Musik zu einem alten Stummfilm auf und präsentiert jede Menge zeitgenössischen, indisch geprägten Pop und Jazz aus der brodelnden Londoner Szene. Es ist das erste Mal, dass die Elbphilharmonie ein ganzes Festival mit indischer und indisch inspirierter Musik ausrichtet.

Die Ouvertüre zum »Reflektor« bildet ein von acht Solisten um Anoushka Shankar live gespielter Soundtrack zu einem frisch restaurierten indisch-britisch-deutschen Stummfilm aus dem Jahr 1928: »Shiraz – A Romance of India« (auf Deutsch »Shiraz – Das Grabmal einer großen Liebe«). Die Musik dazu hat sie selbst komponiert (5.11., 19.30 Uhr, Kleiner Saal). Tags darauf bringt der Sarod-Virtuose Soumik Datta, 1983 in Mumbai geboren und von klein auf in London beheimatet, mit seiner Band Musik von seinem im vergangenen Jahr erschienenen, stark imaginativen und von Umweltthemen angeregten Album »Jangal« nach Hamburg (6.11., 18.00 Uhr, Kleiner Saal). Der Abend dann gehört dem aufregenden Sound von Sarathy Korwar & Upaj Collective. Korwar ist Tablaspieler mit Wurzeln in den USA und in Indien, lebt ebenfalls in London und kreiert dort mit einem Pool kreativer junger Stimmen von der Energie eines Shabaka Hutchings neue Formen interkultureller improvisierter Musik, politisch am Nerv der Zeit und von mitreißendem Drive (6.11., 20 Uhr, Großer Saal).

Gesang spielt in der karnatischen – also südindischen – Musik die zentrale Rolle. Eine der großen Meisterinnen dieser Kunst ist die Sängerin Aruna Sairam, die die schier endlosen charakteristischen Melismen mit faszinierender Stimmschönheit und Power vorträgt. Begleitet wird ihr Gesang von einer Violine, der Mridangam und der Ghatam, mit den Fingern gespielten Trommeln (7.11. 18 Uhr, Kleiner Saal). Zum dreigeteilten »Centenary Concert« zu Ehren von Ravi Shankars 100. Geburtstag empfängt Anoushka Shankar eine illustre Schar indischer Musiker auf der Bühne des Großen Saals, darunter mit dem phantastischen Tabla-Spieler Bickram Ghosh und dem Flötisten Ravichandra Kulur zwei langjährige musikalische Partner von Ravi Shankar. Das Programm besteht aus klassischen Ragas aus Südindien und aus Nordindien sowie einer Taal Vaadya, bei der die unfassbar virtuose Percussionmusik des Subkontinents im Zentrum steht, gespielt auf Tablas, Mridangam und Ghatam und oft eingeführt von schwindelerregend schnell gesprochenen Rhythmus-Silben. An diesem Abend ist Anoushka Shankar selbst als Interpretin traditioneller indischer Musik zu erleben (7.11., 20 Uhr, Großer Saal).

Mit Indrani Mukherjee betritt am Sonntagvormittag eine der führenden Sängerinnen nordindischer Musik die Bühne des Kleinen Saals. Passend zur Tageszeit bringt sie klassisch-indische Morgen-Ragas mit. Begleitet wird Indrani Mukherjee von den Klängen der Sarangi, einem Streichinstrument, sowie von Tabla und Tanpura (8.11., 11 Uhr, Kleiner Saal). Die US-Amerikanerin Mythili Prakash erlernte indischen Tanz zuerst von ihrer Mutter und zählt mittlerweile zu den herausragenden Vertreterinnen dieser Kunstform. Aktuell tanzt sie auch in der neuesten Produktion der weltberühmten Akram Khan Dance Company, »Outwitting The Devil«. In Hamburg ist Mythili Prakash als perfekte und inspirierte Interpretin des Bharatanatyam zu erleben, einem Tanz-Stil aus Südindien. Zu den rein physischen Komponenten des Bharatanatyam mit seiner sehr komplexen Fußarbeit gehören wortlose erzählerische Elemente, die mithilfe eines reichen Vokabulars subtiler Gesten und Mimik in die Bewegungen einfließen (8.11., 18 Uhr, Kleiner Saal).

Das große Finale ihres so vielfältig orchestrierten »Reflektor«-Festivals bestreitet Anoushka Shankar mit »Love Letters«, einer berührenden musikalischen Verarbeitung ihrer Scheidung aus dem Jahr 2018 und gleichzeitig Titel ihres neusten Albums. Dazu holt sie sich neben weiteren Instrumentalisten erneut den Cellisten Danny Keane auf die Bühne, dem schon bei der Filmmusik zu »Shiraz« am Eröffnungsabend eine wichtige musikalische Rolle zukommt. Stars neben der alles überstrahlenden Bandleaderin Anoushka Shankar an der Sitar sind die deutsch-türkische Sängerin Alev Lenz und die phänomenale britische Sängerin Nicki Wells, die in diversen Projekten von Nitin Sawhney bekannt wurde (8.11., 20 Uhr, Großer Saal).

Mit Anoushka Shankar setzt die Elbphilharmonie die exklusive Serie ihrer Reihe »Reflektor« auf denkbar prominente und sinnfällige Weise fort. Die Gäste, die bisher Carte blanche zur Gestaltung mehrtägiger Festivals nach eigenem Gusto bekamen, waren: Yaron Herman und Bryce Dessner (2017/18), Laurie Anderson und Nils Frahm (2018/19) sowie Manfred Eicher (2019/20). Zweiter »Reflektor«-Künstler der Saison 2020/21 nach Anoushka Shankar ist Max Richter (6.-8.3.2021).

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