Eine Seglerin aus Hamburg hat am Freitagmittag, 2. Oktober 2020, im Hafen von Büsum offenbar gleich mehrere Schutzengel gehabt. Beim Einlaufen ihres Segelbootes ging sie über Bord. Spaziergänger alarmierten die Seenotretter in ihrem nahen Stationsgebäude. Nur wenige Augenblicke später packte der Vormann des Seenotrettungskreuzers THEODOR STORM der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) beherzt zu: Sozusagen im Handumdrehen rettete er der Frau das Leben.

„Wir hatten gerade unser Mittagessen beendet, als ein Spaziergänger hereinstürmte“, berichtet Jörg Lüdtke, der Vormann der THEODOR STORM. Der Mann schilderte in knappen Worten, was sich soeben nur wenige Meter entfernt im Hafen zugetragen hatte: Während des Einlaufens hatte der Baum eines etwa acht Meter langen hölzernen Segelbootes eine etwa 60-jährige Frau beim Reffen der Segel getroffen und über Bord gestoßen. Ohne Rettungsweste trieb sie nun im Hafenbecken und drohte zu ertrinken.

„Ihr Mann und Mitsegler hatte sie noch geistesgegenwärtig an den Haaren zu fassen bekommen. Mit großer Anstrengung hielt er sie an den Händen über Wasser, aber ihn verließen seine Kräfte. Glücklicherweise trieb das Segelboot direkt auf uns zu“, berichtet Lüdtke. Sofort hatte der Vormann den Ernst der Lage erkannt und war zur Kaikante geeilt. „Glücklicherweise hatten wir gerade Hochwasser, so dass ich die Frau von oben schnell zu fassen bekommen habe. Ich habe sie einige Meter zu einer nahen Treppe in der Spundwand gezogen“, schildert er die beherzte Rettungstat.

Doch dort waren weder die Seglerin noch der Seenotretter sofort in Sicherheit: „Die Kleidung der Frau hatte sich derart stark voll Wasser gesogen, dass ich sehr aufpassen musste, nicht mit ihr zusammen ins Hafenbecken gezogen zu werden“, berichtet Lüdtke. Doch die Kleidung der Frau verlor schnell wieder viele Liter Wasser, so dass die Gerettete schließlich allein die Stufen erklimmen konnte.

Die Seenotretter bestellten einen Rettungswagen zum Liegeplatz der THEODOR STORM. Der alarmierende Spaziergänger unterstützte den Mann der Geretteten dabei, das Segelboot zu sichern. Der Landrettungsdienst übernahm die weitere Versorgung der Geretteten. „Das Ganze hat keine halbe Stunde gedauert. Anschließend sind wir wie geplant auf Kontrollfahrt gegangen“, sagt Lüdtke bescheiden und routiniert. So sind sie eben, die Seenotretter.

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