Eine schwere Fracht kam am 7. April im Zoo Basel an: Im Zoo Basel hofft man, dass Elefantenbulle Tusker (29) für Nachwuchs sorgen wird.

Letzten Oktober kehrte Elefantenbulle Jack in seinen angestammten Zoo in Sóstó, Ungarn zurück. Seither lebten die drei Basler Elefantenkühe Heri, Rosy und Maya ohne Bullen. Jetzt ist mit dem stattlichen Tusker ein Nachfolger ins Elefantenhaus eingezogen. Mit 6’160 Kilogramm ist er mehr als eine Tonne schwerer als sein Vorgänger Jack.

Ein Reisender in Sachen Elefantenzucht

Tusker lebte die letzten zwei Jahre im niederländischen Ouwehands Dierenpark Rhenen. Ein Tierpfleger aus dem Zoo Basel verbrachte dort vier Tage und lernte in der Zeit Tuskers Eigenheiten und seine Pflege detailliert kennen. Am Morgen des 7. April wurde der Elefantenbulle in Rhenen auf die Reise geschickt. 675 Kilometer und zehn Stunden später ist er wohlbehalten in Basel angekommen. Tuskers niederländischer Pfleger ist mitgereist. Er wird ihm die Eingewöhnung in den ersten Tagen erleichtern und die Basler Pfleger mit seinen individuellen Eigenschaften vertraut machen.

Tusker wurde 1992 in Südafrika geboren und kam 1995 in den Zoo Wuppertal. Dort entwickelte er sich zu einem der erfolgreichsten Zuchtbullen Europas. Dreizehn Jungtiere von vier Müttern wuchsen im Zoo Wuppertal auf. 2019 wechselte Tusker nach Rhenen. Dort fand er eine ähnliche Situation wie jetzt in Basel vor: drei Kühe im fortgeschrittenen Alter, die noch nie gezüchtet hatten. Tusker deckte alle drei.

Die Geburtenrate von Afrikanischen Elefanten in europäischen Zoos ist niedrig. Daher ist es wichtig, dass erfahrene Zuchtbullen wie Tusker auch in anderen Zoos die Gelegenheit zur Fortpflanzung erhalten. Da Tusker auch mit Elefantenkühen in einem spanischen Zoo züchten soll, sieht das Europäische Erhaltungszuchtprogramm vor, dass er anschliessend nach Spanien weiterzieht.

Elefanten sind immer unterwegs

Auch in der Natur schliessen sich die einzelgängerischen Elefantenbullen zur Paarungszeit den Herden der Weibchen an. Die Elefantenkühe hingegen verbleiben ein Leben lang in ihrer Geburtsgruppe, den sogenannten Matrilinien, die von einer alten, erfahrenen Kuh angeführt werden und somit aus Müttern mit Töchtern, Schwestern, Nichten und Enkelinnen bestehen. Junge Männchen verlassen die Geburtsgruppe mit etwa sechs bis zehn Jahren und leben fortan alleine oder in Kleingruppen mit Brüdern oder Halbbrüdern. Erst wenn sie alt genug sind und eine gewisse Körpergrösse erreicht haben, schliessen sie sich temporär Weibchengruppen an. Sobald ein solcher Bulle alle paarungsbereiten Kühe gedeckt hat, verlässt er die Gruppe wieder, um weiterzuwandern und sich eine neue Weibchengruppe zu suchen.

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