Das Statistische Bundesamt weist für das Gesamtjahr 2021 einen Rückgang der Unternehmensinsolvenzen gegenüber dem Vorjahr aus. Dies markiert erneut einen historischen Tiefstand. Die Zahlen bilden aber nur einen Rückblick auf das letzte Pandemiejahr ab. Prognosen zur Entwicklung des Insolvenzgeschehens unter dem Eindruck des Ukrainekrieges sind derzeit schwer möglich.

Laut Pressemitteilung* des Statistischen Bundesamts ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr erneut gesunken. Hatten im Jahr 2020 noch 15.841 Unternehmen Insolvenz beantragt, waren es im Folgejahr nun 13.993. Dies entspricht einem Rückgang um 11,7 Prozent – einem historischen Tiefstand.

Die heute veröffentlichten Zahlen stehen ganz im Zeichen der Coronapandemie und den Staatshilfen, die das Insolvenzgeschehen stark beeinflusst haben, sagt Dr. Christoph Niering, Insolvenzverwalter und Vorsitzender des Berufsverbandes der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands (VID). Doch die Zahlen trügen angesichts der aktuellen Lage. „Ohne den Ukrainekrieg hätten wir auch für das Jahr 2022 mit nur einem geringen Anstieg bei den Unternehmensinsolvenzen gerechnet. Die Ukrainekrise hat aber nun zusätzliche Unwägbarkeiten für deutsche Unternehmen gebracht. Eine Prognose zur weiteren Entwicklung des Insolvenzgeschehens ist deshalb derzeit schwer möglich“, so Niering weiter.

Deutsche Unternehmen werden durch den Krieg vor neue Probleme gestellt. Dies umfasst sowohl deutsche Produktionsstätten im Kriegsgebiet der Ukraine als auch deutsche Unternehmen in Russland, die nun mit den Sanktionen und ihren Folgen zu kämpfen haben. Ähnlich stark betroffen sind Unternehmen, die mit der Ukraine und Russland wichtige Absatzmärkte verlieren. Darüber hinaus werden hiesige Unternehmen die Auswirkungen voraussichtlich durch Energiepreissteigerungen und Lieferprobleme spüren.

Die Bundesregierung prüft derzeit Maßnahmen, um die Folgen des Krieges für die deutsche Wirtschaft abzufedern. Dabei wird über die Einführung eines KfW-Programms diskutiert. Ob der Staat in ähnlichem Umfang auf die Kriegsfolgen reagieren will, wie bei der Abmilderung der Pandemie, ist derzeit unklar.

Wir wissen nicht, wie lange der Ukrainekrieg anhalten wird und wie groß die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft sein werden. Sie werden ganz wesentlich davon abhängen, wie weit auch hier staatliche Hilfsmaßnahmen eingreifen“, so der VID-Vorsitzende.

Quellen: *4,2 % mehr beantragte Regelinsolvenzen im Februar 2022 als im Vormonat: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/03/PD22_098_52411.html

** Grafik des VID: Entwicklung der Unternehmensinsolvenzzahlen in der Coronakrise (IN-Verfahren), © Verband Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands (VID)/März 2022, Grafik kostenfrei nutzbar

Nicht alle beantragten Insolvenzverfahren werden auch eröffnet. In der Regel liegt die Eröffnungsquote bei ca. 60 Prozent. Voraussetzung einer Eröffnung ist ein Eröffnungsgrund sowie die voraussichtliche Deckung der Verfahrenskosten.

Über Verband Insolvenzverwalter Deutschlands e.V. (VID)

Der Verband Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands ist der Berufsverband der in Deutschland tätigen Insolvenzverwalter und Sachwalter. Mit mehr als 460 Mitgliedern vertritt er die überwiegende Mehrheit dieser Berufsgruppe. Die Mitglieder verpflichten sich auf "Grundsätze ordnungsgemäßer Insolvenz- und Eigenverwaltung" und zur Zertifizierung nach ISO:9001. Damit setzt der Verband Maßstäbe für eine unabhängige, transparente und qualitativ anspruchsvolle Tätigkeit in Insolvenz- und Restrukturierungsverfahren. Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist eine mindestens dreijährige Tätigkeit als Unternehmensinsolvenzverwalter oder Sachwalter.

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