Brot und Backwaren gehören in Deutschland zu den am häufigsten weggeworfenen Lebensmitteln. Die Verluste werden auf insgesamt etwa 1,7 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt. Die Ernte von rund 398.000 Hektar Ackerland wird so verschwendet. Das entspricht der Fläche von Mallorca. Daran erinnert die Umweltschutzorganisation WWF zum Tag der Lebensmittelverschwendung am 2. Mai. Der WWF fordert, dass Lebensmittelüberschüsse wie Backwaren-Retouren nicht länger vom Handel als Verluste steuerlich abgesetzt werden können. „Der Staat subventioniert so Lebensmittelverschwendung. Bundesfinanzminister Lindner muss dem ein Ende setzen“, sagt Tanja Dräger, Ernährungsexpertin beim WWF Deutschland.

„Wir vergeuden wertvolles Getreide – und das, während der Krieg gegen die Ukraine zu Ausfällen bei Getreideimporten führt“, sagt Tanja Dräger. Aktuelle Zahlen fehlen, laut Erhebungen aus 2015 fallen 49 Prozent der Verluste im Haushalt an und nicht verkaufte Ware aus Bäckereien und dem Handel schlagen mit 36 Prozent beziehungsweise 13 Prozent zu Buche. Die restlichen zwei Prozent fallen in der Außer-Haus-Verpflegung an.

Allein die Retouren, also zum Ladenschluss unverkaufte Brot- und Backwaren, summieren sich in Deutschland auf rund 600.000 Tonnen pro Jahr. Auf Lkw verteilt und hintereinander aufgereiht ergäbe dies eine Strecke von knapp 400 Kilometern. Das entspricht etwa der Entfernung zwischen Frankfurt/Main und München. „Vertragsbäckereien, die in ihren Vorkassenzonen der Supermärkte und Discounter Backshops unterhalten, werden häufig vertraglich dazu angehalten, bis kurz vor Ladenschluss noch eine hohe Warenpräsenz zu zeigen. Viele kleinere Betriebe wiederum sehen sich dann unter Zugzwang, da wider Sinn und Verstand mitzuziehen“, kritisiert Tanja Dräger vom WWF.

Tanja Dräger erwartet außerdem, dass die Ampel zügig den Beschluss des Bundesrates zur Lebensmittelverschwendung aufgreift und entsprechend konkrete Umsetzungsvorschläge für eine gesetzlich verankerte Pflicht zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen erarbeitet. Der gesetzliche Rahmen sollte für alle Herstellungs- und Vertriebsbereiche gelten. Denn Wegwerfverbote nur für den Lebensmitteleinzelhandel greifen nur am Ende der Kette. Und der WWF fordert erneut die Einrichtung einer bundesweit zuständigen, unabhängigen Kompetenzstelle im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung.

Hintergrund „Tag der Lebensmittelverschwendung“ in Deutschland:
Einer WWF-Analyse zufolge verschwenden wir in Deutschland im Jahr rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittel, 10 Millionen davon wären bereits heute vermeidbar. Daran erinnert der WWF symbolisch am 2. Mai, dem Tag, ab dem rechnerisch für den Teller und nicht mehr für die Tonne produziert wird.

Auch wenn die Angaben zu dem Gesamtaufkommen von Lebensmittelabfällen schwanken, sind sich die Studien dazu einig: Über die Hälfte der Lebensmittelabfälle wäre vermeidbar. Vom Acker bis zum Teller sind dies pro Sekunde zwischen 217 und 313 Kilogramm.

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