Im Rahmen ihrer Jahrespressekonferenz haben Chefdirigent Christian Thielemann und die Sächsische Staatskapelle Dresden heute ihre Vorhaben für die Konzertsaison 2022/2023 vorgestellt. Thielemann setzt programmatisch einen Schwerpunkt auf Werke von Richard Strauss und Felix Mendelssohn Bartholdy, zudem werden auch Symphonien von Anton Bruckner und Gustav Mahler in der Semperoper sowie auf Gastspielreisen zu hören sein. Neben Konzerten mit dem Ersten Gastdirigenten Myung-Whun Chung und Ehrendirigent Herbert Blomstedt wird die Geigerin Julia Fischer als neue Capell-Virtuosin des 474 Jahre alten Klangkörpers mehrfach zu erleben sein. Neue Capell-Compositrice ist die Trägerin des diesjährigen Ernst von Siemens Musikpreises Olga Neuwirth.

Christian Thielemann mit Bruckner, Strauss und Mahler

Hochkarätige Produktionen und Konzerte werden bei den über die Osterfeiertage 2023 stattfindenden »Richard Strauss-Tagen in der Semperoper« zu erleben sein. Einem Sonderkonzert mit Jakub Hřůsa und einem auf die Festtage zugeschnittenen Kammer­musikabend stellt Christian Thielemann ein Symphoniekonzert zu Ehren von Richard Strauss an die Seite – mit der Symphonischen Dichtung »Tod und Verklärung«, Opern­auszügen mit Diana Damrau und dem erst jüngst rekonstruierten Chorlied »Besinnung«. »Nach unserer zehnjährigen Residenz in Salzburg freue ich mich sehr, ein besonders abwechslungsreiches Osterprogramm in Dresden gestalten zu dürfen«, so Chefdirigent Christian Thielemann. »Die Verbindungen zwischen Richard Strauss und der Staatskapelle sind so mannigfach, dass man sie immer wieder neu und anders erzählen kann. Sein Umgang mit Instrumentation, mit Orchesterfarben und die unglaubliche Flexibilität der Besetzung haben mich stets fasziniert. Dazu kommt eine große Bandbreite: Seine Opern haben sehr kammermusikalische Seiten; umgekehrt kennen seine kammermusikalischen Werke den großen ›Überwältigungston‹. Mich dem Komponisten Richard Strauss nun so konzentriert und dazu an diesem authentischen Ort widmen zu können – besser kann es nicht kommen!«

Die neue Konzertsaison eröffnen Christian Thielemann und die Staatskapelle mit Anton Bruckners Fünfter Symphonie, die der Komponist selbst als sein »kontrapunktisches Meisterstück« empfand. 175 Jahre nach dem Tod von Felix Mendelssohn Bartholdy widmet sich Thielemann im 4. Symphoniekonzert ausschließlich Werken aus seinem Œuvre, darunter das beliebte Violinkonzert mit Julia Fischer als Solistin und die »Reformationssymphonie«. Mit seiner großbesetzten Dritten Symphonie, komponiert für Alt, Knaben- und Frauenchor und Orchester, entwarf Gustav Mahler eine musikali­sche Kosmologie – das Werk werden Thielemann und die Staatskapelle nicht nur in Dresden zur Aufführung bringen, sondern auch in Gastspielen beim Mahler Festival in Leipzig, in Hamburg und Wien präsentieren. Weitere Gastkon­zerte führen den Chefdirigenten mit seinem Orchester u. a. nach Mailand, Linz, Luxemburg und München.

Ludwig van Beethovens Neunte Symphonie kann auf eine lange Aufführungstradition bei der Sächsischen Staatskapelle, insbesondere in den traditionellen Palmsonntags­konzerten, verweisen. Schon zwischen 1947 und 1949 setzte der Dirigent Joseph Keilberth das chorsymphonische Werk stets zum Jahreswechsel auf das Programm – an diese Traditionen knüpft Christian Thielemann an, indem er die Neunte in gleich drei Konzertterminen zum Jahresende dirigiert. Das ZDF überträgt das Silvesterkonzert in diesem Jahr am 29. Dezember 2022 ab 22.15 Uhr.

Myung-Whun Chung und Herbert Blomstedt

Gleich zweimal in der kommenden Saison ist Myung-Whun Chung am Pult der Staatskapelle zu erleben: Im Februar 2023 leitet der Erste Gastdirigent des Orchesters Brahms´ Dritte Symphonie und Tschaikowskys Erstes Klavierkonzert mit dem Pianisten Seong-Jin Cho. Im Juni präsentiert er eine eigene Zusammenstellung von Auszügen aus Ravels Ballettmusik »Daphnis et Chloé«. Anlässlich des 70. Geburtstags von Myung-Whun Chung am 22. Januar begleitet ihn die Staatskapelle auf eine »Geburtstags-Tournee« durch Südkorea.

Zum elften Mal zeichnet Ehrendirigent Herbert Blomstedt für ein Palmsonntagskonzert musikalisch verantwortlich: Bruckners Sechster Symphonie, die der Komponist einmal als seine »keckste« bezeichnet hat, stellt er in dieser Saison Strawinskys »Psalmensymphonie« voran.

Capell-Virtuosin: Julia Fischer

Anfang November 2020 sprang Julia Fischer in einem Sonderkonzert der Staatskapelle im Kulturpalast kurzfristig als Solistin in Beethovens Violinkonzert ein. Nach diesem umjubelten Debüt wird die gebürtige Münchnerin, die seit über 20 Jahren zur Spitze der Geigenelite weltweit zählt und ihre künstlerische Vielfältigkeit oft auch als Pianistin, Kammermusikerin und Professorin zum Ausdruck bringt, in der Saison 2022/2023 als neue Capell-Virtuosin mehrfach mit der Staatskapelle zu erleben sein.

Ihre Dresdner Residenz eröffnet Julia Fischer im November mit Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert – das Konzert wird sie unter der Leitung von Christian Thielemann anschließend auch auf Gastspielen in Luxemburg, München und in der Hamburger Elbphilharmonie interpretieren. Werke für Violine solo von Johann Sebastian Bach stehen im Rezital der Capell-Virtuosin im Februar auf dem Programm. In einem Sonderkonzert im Kulturpalast widmet sich Julia Fischer Raritäten von Suk und Dvořák, und zum Finale ihrer Residenz tritt sie gemeinsam mit Mitgliedern der Staatskapelle in einem Kammerabend in der Semperoper in Erscheinung.

Capell-Compositrice: Olga Neuwirth

Sie ist eine der bekanntesten Komponistinnen unserer Zeit: Seit ihrem internationalen Durchbruch bei den Wiener Festwochen 1991 sind die Werke von Olga Neuwirth in den Spielplänen der renommiertesten Häuser und Klangköper zu finden. Ihr Interesse für politische Ereignisse und gesellschaftliche Zusammenhänge, für Wissenschaft, Literatur, Film und Bildende Kunst bindet sie kreativ und wegweisend in ihre Kompositionsarbeit ein. Vielfach wurde sie für ihr Schaffen ausgezeichnet. Im Jahr 2022 erhält sie für ihre »einzigartige, alle Genregrenzen überschreitende Klangsprache« als zweite Komponistin überhaupt den international renommierten Ernst von Siemens Musikpreis. Anschließend wird sich Olga Neuwirth als neue Capell-Compositrice in der Saison 2022/2023 in Dresden vorstellen: Als Deutsche Erstaufführung erklingt im Dezember 2022 ihr neuestes Orchesterwerk »Dreydl« unter der Leitung von Tugan Sokhiev bei der Staatskapelle. Zum Saisonende dirigiert Daniel Harding das 2013 entstandene Orchesterwerk »Masaot/Clocks without Hands« in der Semperoper.

Drei Sonderkonzerte im Kulturpalast

Mit gleich drei Sonderkonzerten kehrt die Sächsische Staatskapelle Dresden in der Saison 2022/2023 in den Konzertsaal im Kulturpalast zurück. Der Geiger Leonidas Kavakos wird in der Doppelfunktion als Solist und Dirigent das »Geburtstagskonzert« der Staatskapelle am 22. September 2022 mit Bachs Violinkonzert, Prokofjews »Symphonie classique« und Dvořáks Achter Symphonie leiten. Dvořáks Sechste Symphonie dirigiert Petr Popelka im April im Sonderkonzert mit der Capell-Virtuosin Julia Fischer. Zum Auftakt der Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch Mitte Juni erklingen dann Weinbergs Trompetenkonzert mit Håkan Hardenberger und Schostakowitschs Fünfte Symphonie unter der Leitung von Andrés Orozco-Estrada.

Alte-Musik-Spezialisten: Ton Koopman & Philippe Herreweghe

Die ertragreiche Zusammenarbeit der jüngsten Vergangenheit mit Ton Koopman und Philippe Herreweghe, den Doyens der Alten Musik, findet auch in der kommenden Saison eine Fortsetzung. Im 2. Symphoniekonzert interpretiert Koopman Werke von Weber, Mozart und Haydn. Zum Dresdner Gedenktag holt Herreweghe sein ursprünglich für 2021 geplantes Konzertprogramm mit Bachs h-Moll-Messe nach.

Weitere Konzerte, Projekte & Kammermusik

Schumanns Vierte Symphonie und Brahms’ Variationen über ein Thema von Haydn kombiniert der Italiener Daniele Gatti in seinen Konzerten im Oktober. Im Adventskonzert in der Dresdner Frauenkirche gibt die aufstrebende Dirigentin Marie Jacquot ihr Debüt am Pult der Staatskapelle; das ZDF sendet das Konzert in diesem Jahr am 11. Dezember 2022 ab 17.55 Uhr.

Mit »Kapelle für Kids« und Projekten wie »Ohne Frack auf Tour« führt das Orchester sein Engagement im Bereich der Nachwuchsförderung fort. Die kapelleigene Kammermusik, die aus dem 1854 gegründeten Tonkünstler-Verein zu Dresden hervorgeht, präsentiert in den Aufführungsabenden erstmals Mihhail Gerts, Gregory Vajda, Riccardo Minasi und Roderick Cox am Pult des Orchesters. Der letzte Kammerabend der Saison steht im Zeichen des 100. Geburtstags von György Ligeti. Ein Porträtkonzert in Kooperation mit Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste widmet sich der Capell-Compositrice Olga Neuwirth.

Das vollständige Programm der Spielzeit 2022/2023 sowie hochaufgelöste Pressefotos finden Sie unter www.staatskapelle-dresden.de. Die gedruckte Saisonvorschau der Staatskapelle ist auch online einsehbar: » zum Konzertplan 2022/2023.

Abonnements sind bereits buchbar. Der freie Kartenvorverkauf für alle Konzerte der Saison 2022/2023 beginnt am Mittwoch, den 18. Mai 2022, um 10 Uhr.

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