Es ist – mal wieder – ein wichtiges Jahr für das deutsche 7erRugby. Das erste, ambitionierte Ziel, die Qualifikation für die World Rugby Sevens Series, wurde leider verpasst. Aber mit der Olympia-Qualifikation in Krakau (25. bis 27. Juni) und der Europameisterschaftsserie mit dem abschließenden HeimTurnier in Hamburg vom 7. bis 9. Juli stehen noch große und wichtige Herausforderungen bevor. Rugby Deutschland Präsident Harald Hees ordnet Ergebnisse der bisherigen Saison ein und unterstreicht die Wichtigkeit der bevorstehenden Events.

Herr Hees, man muss leider sagen, dass in der bisherigen Saison die gesteckten Ziele verfehlt wurden. Wie sehen Sie das mit einem realistischen Blick auf die Konkurrenz?

Ja, wir haben die Weltserien-Qualifikation wieder knapp verpasst, und wir sind zurecht enttäuscht, weil wir immer und schon lange darauf hoffen, dass uns das endlich gelingt. Man darf dabei aber auch nicht vergessen, dass die Sportfreund:innen aus den anderen Nationen ebenso ehrgeizig sind wie wir. Auch unsere Kontrahenten arbeiten hart daran, sich weiterzuentwickeln – auch mit Erfolg, wie man zum Beispiel zuletzt am tollen Abschneiden der belgischen Teams gesehen hat.

Wo liegt aus Ihrer Sicht der Grund, dass in den letzten Jahren der entscheidende Schritt zum Teil ja auch nur ganz knapp verpasst wurde? Die deutsche Rugby-Community diskutiert teils kontrovers darüber.

Das ist doch ganz normal. Mit den Erfolgen und der teils rasanten Entwicklung unserer Teams in den letzten Jahren hat sich auch die Erwartungshaltung verändert. Darüber hinaus hoffen wir natürlich immer, dass wir jeden Gegner schlagen können. Das haben wir uns auch hart erarbeitet, dass das so ist. Vor fünf Jahren hätte jeder gejubelt bei zwei so knappen  Ergebnissen gegen Tonga oder einem 5:28 gegen Fidschi. Bei uns geht es aber neben dem Streben nach sportlichem Erfolg auch noch darum, die Folgen der Pandemie aufzuarbeiten, den Kader mit jungen Spielern umzubauen und ihn auf große Herausforderungen vorzubereiten. Und da sehe ich einen sehr positiven Trend, das findet sehr gut statt. Das bringt aber zum Teil auch strategische Überlegungen und Entscheidungen mit sich, die sich nicht immer jedem erschließen und auch mal zu weniger guten Ergebnissen führen.

Was muss das deutsche Rugby vielleicht anders oder auch besser machen?

Unsere Verantwortlichen beobachten natürlich auch, was in anderen Nationen passiert, wie dort gearbeitet wird. Dass es dort mitunter anders läuft als bei uns, kann viele Gründe haben und ist nicht selten in den Rahmenbedingungen begründet. Das können monetäre Gründe sein, das kann an der Mentalität liegen. Damit meine ich, dass in Nationen, wo Rugby keine Nischensportart ist, die Anerkennung für die Aktiven auch deutlich größer ist. Das führt zu einer gesteigerten Motivation. Aber ich möchte hier auch unterstreichen, dass unsere Teams im Rahmen der Möglichkeiten, die wir ihnen bieten können, hervorragend arbeiten und alles dafür tun, um die Chancen auf sportlichen Erfolg stetig zu steigern.

Jetzt stehen noch große Turniere an. Die Priorität liegt dabei sicher auf der OlympiaQualifikation. Wie wichtig wäre das für den deutschen Rugbysport?

Das wäre schon ein wichtiger Schritt nach vorn. Dabei geht es nicht nur darum, dann womöglich mehr Förderung zu bekommen, sondern auch darum, die Förderung zumindest auf dem aktuellen Level zu behalten. Zudem würde die Qualifikation sicher die mediale Präsenz und die Anerkennung unseres Sports vorantreiben. Es weiß aber auch jeder, wie schwierig eine Qualifikation im europäischen Umfeld sein kann. Dazu gibt es im Rugby viele unwägbare Faktoren, von denen Erfolg oder Nicht-Erfolg abhängen. Und das sind meist Kleinigkeiten. Aber von einer erfolgreichen Olympia-Qualifikation, das will ich auch sagen, hängt nicht unsere Existenz ab. Klar, wir wären alle enttäuscht, wenn es nicht gelänge, aber dann müssen wir uns eben noch besser auf den nächsten Anlauf vorbereiten.

Nach der Olympia-Qualifikation findet vom 7. bis 9. Juli in Hamburg erstmals seit 2009 wieder ein 7er-EM-Turnier auf deutschem Boden statt. Was bedeutet das für Rugby Deutschland?

Das ist toll! Jeder erinnert sich noch an die schönen und stimmungsvollen Turniere damals in Hannover. 7er-Rugby ist eine sehr attraktive Sportart, bei den Männern wie bei den Frauen.  Das zieht Menschen und auch Medien an. Und für die Stadt Hamburg ist das sicher ein weiteres Aushängeschild als eine Active City, die sich der Vielfalt des Sports verschrieben hat. Schon, dass Rugby Europe uns nach den teils turbulenten letzten Jahren zutraut, so ein Event auszurichten, ist ein Vertrauensbeweis und die Anerkennung der guten Arbeit, die wir in Rugby Deutschland leisten.

Was erwarten bzw. erhoffen Sie sich von den Hamburg 7s?

Ich finde es eine geniale Gelegenheit, dass wir unseren deutschen Rugbyfans unsere beiden 7er-Nationalteams auch mal auf heimischem Boden live präsentieren können. Und man spürt deutlich, dass auch viele Rugbyfans mit großer Vorfreude auf dieses Event hinfiebern. Ich denke, das kann ein guter erster Schritt sein auf dem Weg hin zu einer möglichen Serie von Turnieren in der Hansestadt. Das Zusammenspiel aller Beteiligten mit diesem Veranstaltungsformat, darauf kann sich etwas Gutes entwickeln. Und ich finde es super, dass Frauen wie Männer gleichberechtigt in Hamburg stattfinden. Auch unser Frauenteam hat sich in den letzten Jahren absolut positiv entwickelt und bietet attraktives Rugby für unsere Zuschauer. Dieses Team hat großes Potenzial, und wenn sie das auf den Hamburg 7s zeigen, ist das vielleicht auch Motivation für andere Frauen, sich unserem Sport zuzuwenden. Ich jedenfalls freue mich sehr darauf.

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