„Der Ausbau von Solarenergie in Deutschland ist notwendig. Da sind wir uns einig“, so Stefan Schmidt am Donnerstagmorgen beim Junglandwirt:innen-Treff des Deutschen Bauerntages.  „Das Wie ist die zentrale Frage, die uns heute umtreibt. Agri-Photovoltaikanlagen versprechen viele Vorteile, das Wissen darüber auch“, sagte der Vize des Bundes der Deutschen Landjugend e.V. (BDL). Zugleich ging es in der bestens besuchten Veranstaltung auch darum, die abstrakte Energiepolitik von jungen Fachleuten aus der Praxis auf Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Schließlich unterscheidet sich gute von schlechter Politik darin, was tatsächlich ankommt.

Noch sind Solarparks die Regel und landwirtschaftliche Flächen werden weiter­hin versiegelt. Wie es anders gehen kann, darüber diskutierten rund 100 junge Agrarier:innen am 29. Juni in Münster. Gemeinsam mit Referent Johann Neubert von Elysium Solar GmbH, der Fakten, Wissen und Entwicklungs­potenziale mit ihnen teilte, kamen sie schon halb acht zusammen. Unter dem Motto „Agri-Photovoltaik – Power von Sonne und Boden“ erörterten sie die Chancen, Um­setzungsmöglichkeiten und Dringlichkeit von Agri-PV vor dem Hintergrund, dass die landwirtschaftliche Erzeugung bei aller Innovation im Zentrum bleiben kann.

So vereint das von dem Experten vorgestellte Konzept vieles: Bewegliche Technik erhöht nicht nur die Energieausbeute. Es ermöglicht auch flexible Verschattung und sorgt für Windbruch, um Feuchtigkeit im Boden zu halten und Erosion zu vermindern. Mit der Agri-PV Aufständerung von Elysium Solar bleiben 90 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche erhalten. Das heißt auch, dass für diese die Flächenprämien weiterhin in Anspruch genommen werden können.

Für den Agri-PV-Fachmann ist die Energiegewinnung Teil der deutschen Kultur­land­schaft. Er kennt die Probleme und weiß ebenso wie der Berufsnachwuchs, wie wichtig die Akzeptanz vor Ort ist. Schließlich schaffen die Kommunen das Baurecht und bestimmen, was vor Ort umgesetzt werden kann. „Akzeptanz ist die eigentlich knappe Ressource der Energiewende“, so der Fachmann.

Die Botschaft kommt bei den Junglandwirt:innen an. Sie wissen: Alle Beteiligten müssen gemeinsam an den Tisch. Denn es geht um ganzheitliche Lösungen. „Wie wichtig das ist, merken wir beim BDL immer wieder“, so der stellv. Bundesvorsitzende Stefan Schmidt, für den der frühe Junglandwirt:innen-Treff einmal mehr zeigt, dass Debatte nötig ist, um Perspektiven zu eröffnen.

Die Junglandwirt:innen glichen die Auskünfte des Solarexperten mit den eigenen Erfahrungen ab, die sie zu Hause auf ihren Betrieben gesammelt haben.  Sie fragten kritisch nach, was umsetzbar ist und was nicht. Wem gehören die Agri-PV-Anlagen? Wie läuft die Umsetzung auf kleinen Schlaggrößen? Wie generiert man beim jetzigen Fachkräftemangel die Arbeitskapazitäten für den Mehraufwand? Wie wird überschüssiger Solarstrom gespeichert? Ab wann rechnet sich die Investition?

Vieles ließ sich im Austausch klären. Aber eben nicht alles, so dass spürbar wird, welch elementare Bedeutung der wissenschaftlichen Begleitung von Agri-PV-Projekten zukommt. „Die Forschung arbeitet mit Hochdruck an Lösungen für diese Fragen. Nicht nur in Deutschland“, so der BDL-Vize.

Für die Junglandwirt:innen ist Agri-Photovoltaik auch bei zunehmender Flächennutzungskonkurrenz einer von mehreren Lösungswegen. Zwar müssen die Kapazitäten für den Ausbau von Photovoltaik-Anlagen effektiv genutzt werden, aber nicht im Sinne eines „Entweder-Oder“, sondern eines „Sowohl-als-Auch“, wie Johann Neubert es auf den Punkt brachte.  Allerdings müssen, das sagt der BDL ganz klar, bereits versiegelte Flächen für den Ausbau von Photovoltaik-Anlagen zuerst in Betracht kommen.

Eberhard Hartelt vertrat den Deutschen Bauernverband bei der gemeinsamen Junglandwirt:innen-Veranstaltung. Der Umweltbeauftragte des DBV hatte zusammen mit der BDL-Bundesvorsitzenden Theresa Schmidt eingeführt. In der kurzweiligen Tischkussion gab er seiner Sorge Ausdruck, dass effizientere Technologien den Preiskampf weiterhin verschärfen können, wenn sie markttauglich werden. Eine Ansicht, die wohl viele der Anwesenden teilen.

„Doch hier sitzt die Zukunft. Wir sind innovativ und an neuen Themen interessiert“, fasste Stefan Schmidt den Junglandwirt:innen-Treff zusammen.  Agri-Photovoltaik sei eine Chance für Betriebe. Einen flächendeckenden Ausbau sehe er aufgrund unterschiedlicher Betriebsstrukturen jedoch kritisch. „Landwirtinnen und Landwirte erzeugen hochwertige Agrargüter. Dies muss im Fokus bleiben. Der Ausbau von Agri-Photovoltaik darf nicht als Alibi dafür herhalten, dass weiterhin landwirtschaftliche Flächen versiegelt werden“, beendete der stellv. BDL-Bundesvorsitzende die morgendliche Bauerntagsveranstaltung und weiß bei diesen Worten auch Referent Johann Neubert hinter sich.

Im vergangenen Jahr hat der BDL eine Position zu Photovoltaikanlagen auf Landwirtschaftsflächen verabschiedet. Diese ist nachzulesen unter: www.landjugend.de/fileadmin/Redaktion/Downloads/Positionen/2022_BDL-Positionspapier_Photovoltaik.pdf

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