Der Ständige Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel, kurz SCoPAFF, stimmt morgen darüber ab, ob Glyphosat noch weitere zehn Jahre in Europa eingesetzt wird. Demeter bestärkt Landwirtschaftsminister Cem Özdemir, trotz des massiven Drucks der Lobby der Pestizidhersteller bei seinem Nein zu Glyphosat zu bleiben und den Entwurf abzulehnen. 

Der Glyphosat-Ausstieg in Europa ist greifbar nah – die Zulassung des Ackergifts in Europa läuft noch im Dezember dieses Jahres ab. Doch nun stimmt am 13. Oktober der SCoPAFF über den Kommissionsvorschlag ab, Glyphosat weitere zehn Jahre zu erlauben. Als Grund für die weitere Verlängerung nennt die Kommission ein Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), das zum Ergebnis kommt, dass aus wissenschaftlicher Sicht keine grundsätzlichen Bedenken gegen eine erneute Zulassung des Herbizidwirkstoffs bestünden. Dass die Studie der EFSA die Umweltauswirkungen außer Acht lässt, kritisiert Landwirtschaftsminister Cem Özdemir. Er hatte sich in der Vergangenheit stets dafür ausgesprochen, dass Glyphosat Ende 2023 in der EU vom Markt genommen wird.  

Jörg Hütter, der bei Demeter den Bereich Politik verantwortet, unterstützt Özdemirs Einschätzung: „Unabhängig von den Fragen, ob Glyphosat die menschliche Gesundheit gefährdet oder ob es nun krebserregend ist oder nicht, was heute noch nicht zureichend geklärt ist, hat dieses Totalherbizid in der heutigen Landwirtschaft keinen Platz! Denn es ist wissenschaftlich unumstritten, dass Glyphosat die Artenvielfalt bedroht, weil es fast alle Pflanzen abtötet sowie Insekten wie Käfer, Bienen und Hummeln gefährdet. Der Wirkstoff tötet sämtliche grüne Pflanzen, die nicht resistent sind oder gentechnisch resistent gezüchtet wurden, sowie viele Mikroorganismen. Wildpflanzen sterben und somit schwindet die Lebensgrundlage für Insekten und im zweiten Schritt auch für Vögel und Säugetiere.“ 
 
Demeter-Vorstand Alexander Gerber unterstützt die klare Haltung Özdemirs und dessen Kritik am Totalherbizid: „Eine Verlängerung von Glyphosat steht in krassem Widerspruch zu den Biodiversitätszielen der EU und auch denen Deutschlands. Auf ein Verbot von Glyphosat hatten sich alle Regierungsparteien bereits im Koalitionsvertrag geeinigt. Jetzt gilt es, sich dem starken Druck der Pestizidlobby nicht zu beugen, sondern Wort zu halten und sich für einen überfälligen Glyphosat-Ausstieg stark zu machen. Das heißt: Minister Özdemir muss morgen für Deutschland mit Nein stimmen, und die Kommissionsvorlage für weitere zehn Jahre Glyphosat ablehnen.“ 

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