Bei der Entfernung von Kratzern im Auto- und Motorradlack kann man einiges falsch machen und mehr Schaden als Nutzen anrichten. So gibt es bei der Anwendung typische Anwendungsfehler, erklärt Joachim Becht, Forschungs- und Entwicklungschef beim Marktschwergewicht Dr. O.K. Wack Chemie, im Gespräch mit den Zeitschriften auto motor und sport und MOTORRAD. So will das Polieren gelernt sein. „Oft wird zu lange nur kreisförmig gearbeitet, ungleichmäßiges Arbeiten liefert aber bessere Ergebnisse. Am wichtigsten beim Ein- und Auspolieren: immer mit einem sauberen, etwas saugfähigen Tuch arbeiten. Wir haben mit Mikrofasertüchern die besten Erfahrungen gemacht.“

Oft werde auch nicht mit genügend Kraft gearbeitet. „Zu wenig Druck – die meisten Anwender streicheln beim Polieren nur.“ Ein weiterer Fehler ist die Bearbeitung zu großer Flächen gleichzeitig. Dann verlieren der Anwender die Lust und arbeite nachlässig und habe zu wenig Geduld, so Becht. Auch bei der Auswahl der Poliertücher kann man Fehler machen. „Lammfell ist zum Beispiel völlig falsch, da es am Rand für Kratzer sorgt.“

Aber auch auf die Schleifmittel in den Polituren sollte man genau achten. „Bei Billigprodukten kommen meist Billigst-Polierkörper in ungleichmäßiger Körnung zum Einsatz. Vereinfacht gesagt „Sand“, das Kilogramm für knapp unter einem Euro“, erklärt der Forschungschef. „Vollsynthetische, absolut gleichmäßige Polierkörper, die zum Beispiel auch im Bereich der Mikrochip-Fertigung („Silicon Wafer Polishing“) eingesetzt werden, kosten dafür pro Kilogramm locker deutlich über 130 Euro. Die von Billig-Schleifmitteln zerstörten Oberflächen werden mit Wachsen und Ölen zugekleistert. Das kann anfangs auch noch gut aussehen, doch spätestens nach ein paar Regenfahrten sieht man den Unterschied.“

Redakteur: Klaus Herder

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