Wird der neue ID-Polo der Maßstäbe setzende Käfer unter den Elektroautos? Die Erwartungen des kriselnden VW-Konzerns an den elektrischen Polo sind riesig. Er soll Maßstäbe setzen und den Anspruch der Marke VW unterstreichen, auch im Elektrozeitalter die Nummer 1 zu sein. Die Zeitschrift auto motor und sport hat den ID.Polo auf Herz und Nieren getestet. Ergebnis: VW ist mit dem Elektro-Polo ein Meilenstein gelungen, das Auto fährt brillant und überzeugt in den allermeisten Disziplinen. Der Polo ist in so vielen Kategorien so überzeugend, dass er mit 647 von 1000 möglichen Punkten das fünftbeste Ergebnis erreicht hat, seit auto motor und sport 2023 auf das 1000-Punkte-Schema umgestellt hat. Zum Vergleich: Der Mercedes CLA als Rekordhalter hat 678 Punkte erreicht.

Der Polo erfüllt in den VW-typischen Disziplinen wie Fahrwerk, Lenkung und Antrieb die hohen Ansprüche der Kunden. Der ID. Polo fährt enorm sicher, souverän, selbst in schnell gefahrenen Kurven gibt’s kein Untersteuern, das ESP muss kaum eingreifen. Die Lenkung führt mit hoher Präzision und homogener Direktheit um Kurven. Überraschend sind die Geschwindigkeiten, die der Polo auf der Slalom-Strecke und bei Spurwechseln erreicht: In beiden Disziplinen ist der Polo schneller als der aktuelle M5. Der Antrieb ist hoch effizient: Auf der Eco-Runde von auto motor und sport erreicht der Polo bei sparsamer Fahrweise einen Stromverbrauch, der zwei Litern Diesel auf 100 Kilometer entspricht. Und der Polo bremst mit seinen Scheibenbremsen auch unglaublich gut – auf dem Niveau des Porsche Macan S.

Zudem trumpft der Kleinwagen auch in anderen Bereichen groß auf, in denen sonst nur Mittel- und Oberklasse-Modelle ähnliche Ergebnisse erreicht. Sehr gut ist die Raumeffizienz im Polo. Zum Beispiel Kofferraumvolumen: Die 441 Liter des Polos entsprechen sieben Liter mehr als beim 95 cm längeren Audi A6 Avant e-Hybrid. Der Normsitzraum im Fond des Polo entspricht dem im größeren Golf IV. Die Zuladung des 1551 kg leichten ID. Polo ist mit 469 kg nur 3 kg weniger als beim 2478 kg schweren Porsche Macan Turbo. Was die Redaktion zusätzlich überzeugt hat, ist die Rückkehr zu bedienbaren Tasten: Tastenleiste fürs Klima, Tasten auf dem Lenkrad und prominent positionierte Tastflächen auf dem besser durchstrukturierten Infotainment-Touchscreen.

Und ja, es gibt auch Schwächen: Das Ladetempo könnte höher sein, die Kapazität der Akkus größer, zwei Jahre Garantie sind zu wenig. Es gibt Verarbeitungsfehlerchen. Aber die konnten das fünftbeste Ergebnis unter allen rund 350 seit 2023 getesteten Autos nicht mehr eintrüben.

Redakteur: Sebastian Renz

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