Bei Aquaplaning handelt es sich nicht um die geringere Reifenhaftung auf nasser Fahrbahn im Allgemeinen. Es ist vielmehr ein gesonderter Zustand beim Fahren, der entsteht, wenn „größere Wassermassen“ vor dem Reifen nicht mehr schnell genug abfließen bzw. vom Reifen verdrängt werden können. In diesem Fall verliert der Reifen komplett den Bodenkontakt.

Für einen möglichst ständigen Erhalt der Haftung des Motorradreifens bei Nässe ist eine größere Profiltiefe für eine bessere Wasserverdrängung hilfreich. Eine der Hauptaufgaben des Profils ist die Verdrängung von Wasser, welches den Bodenkontakt der Reifen beeinträchtigt. Kommt es zu Aquaplaning, schiebt sich das Wasser wie ein Keil unter den Reifen und hebt ihn regelrecht von der Fahrbahn ab. Das Reifenprofil ist jetzt nicht mehr in der Lage, das viele Wasser unter der Lauffläche wegzubefördern, die Reifenhaftung geht verloren. Das Fahrzeug „schwimmt“, es ist so gut wie manövrierunfähig. Weder Lenk- noch Bremskräfte können jetzt übertragen werden.

Sicherlich hat das Reifenprofil Einfluss auf das Aquaplaning-Risiko, aber andere Faktoren wie die „entgegenkommende Wassermenge“ (Stärke des Wasserfilms), die gefahrene Geschwindigkeit und die Form des Reifens sind hier noch entscheidender.

Mit Blick auf den Pkw fällt das Aquaplaningrisiko für Motorradfahrer geringer aus. Die breiteren Pkw-Reifen verzeihen weniger als die schmaleren Motorradreifen. Im Vergleich zu den breiten Autoreifen (siehe Grafik oben) hat der Motorradreifen eine geringere Aufstandsfläche und – noch wichtiger – eine abgerundete Kontur. Diese drängt den Wasserkeil seitlich ab, der Reifen schiebt sich durch die Wasserfront, die Aquaplaning-Gefahr sinkt. Die flächige Kontur des Autoreifens baut dagegen eine breite Wasserfront direkt in Fahrtrichtung auf.

Dennoch sind die Folgen des Kontaktverlustes zur Fahrbahn für den Motorradfahrer in der Regel gefährlicher. Von daher gilt es bei nasser Fahrbahn und insbesondere bei Aquaplaningrisiko die Geschwindigkeit deutlich zu reduzieren.

 

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