Ein Höhepunkt des Jazzjahres führt die Crème de la crème nach Weimar: Der mit 11.000 Euro dotierte transkulturelle 2. ACHAVA Jazz Award wird im Rahmen eines Sonderkonzerts offiziell am Samstag, 28. September um 20:00 Uhr in der Weimarhalle verliehen. Neben dem preisgekrönten Miguel Zenón Quartett tritt auch der international gefeierte israelische Kontrabassist Avishai Cohen mit seinem Trio auf. Beide Ensembles geben am 29. und 30. September zusätzlich Workshops für junge Jazzer in der Weimarhalle sowie im Hochschulzentrum am Horn der Weimarer Musikhochschule.

Das mit „White City Jazz“ betitelte Spitzentreffen inklusive der Preisverleihung ist eine Koproduktion der ACHAVA Festspiele Thüringen und der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Tickets für das Sonderkonzert gibt es unter Tel. 0361-2275227. Die Workshops finden in Kooperation mit der Jazzmeile Thüringen und der Kulturdirektion der Stadt Weimar statt, finanziell unterstützt von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Anmeldungen sind bei der Jazzmeile Thüringen unter Tel. 03641-602678 sowie info@jazzmeile.org möglich.

Der ACHAVA Jazz Award zeichnet ein künstlerisch herausragendes Band-Projekt aus, das den transkulturellen Charakter des Jazz ins Zentrum seines Schaffens stellt und dies auf höchstem künstlerischen Niveau umsetzt, indem es die improvisatorischen oder kompositorischen Ausdrucksmittel des Jazz beispielsweise mit Volksmusik, populärer Musik oder europäischer Kunstmusik vermischt.

Nachdem der erste Award 2017 an das brasilianisch-armenische Duo FRACTAL LIMIT vergeben wurde, wählte die Jury aus den sieben Finalisten für die zweite Preisvergabe das Miguel Zenón Quartett aus. Namensgeber ist der Saxophonist Miguel Zenón, der in Puerto Rico aufgewachsen ist und derzeit in New York lebt. Seine Musik ist eine faszinierende Mischung aus lateinamerikanischer Folkmusik und Jazz. Außerdem gehören dem Quartett Luis Perdomo (Klavier), Hans Glawischnig (Kontrabass) und Henry Cole (Schlagzeug) an.

Die Begründung der Jury: „Der in New York lebende Saxophonist Miguel Zenón widersetzt sich den Gewohnheiten. Seine Musik ist komplex und klar zugleich, fein strukturiert und weit ausholend, kunstvoll geplant und offen konzipiert. Sie verknüpft seit mehr als zwei Jahrzehnten Rhythmen und Spielformen seiner puertorikanischen Wurzeln mit den Stil-Errungenschaften des modernen Jazz und verbindet beide Welten zu einem Ganzen, das sich in der Schwebe zwischen den verschiedenen Entwicklungslinien hält. So entsteht ein transkulturelles Gesamtkunstwerk, das weit über die üblichen Möglichkeiten jazzender Gestaltung hinausreicht.“ (Ralf Dombrowski für die Jury)

Jazz ist eine bereits in seinem Ursprung transkulturelle Musik. Vor mehr als hundert Jahren entstand er aus der Begegnung von Afroamerikanern und europäischen Einwanderern im Süden der USA. Weltweit haben sich seither Musiker die Ausdrucksweisen des Jazz angeeignet und weiterentwickelt – in den vergangenen 50 Jahren zunehmend unabhängig und losgelöst von der US-amerikanischen Jazzgeschichte. Mit individuellem künstlerischem Ausdruck, Interaktion und Improvisation wenden sich Jazzmusiker heute gegen musikalische Grenzziehungen und Kartographien, ja überhaupt gegen die Idee einer national gebundenen Kultur.

Die hochkarätig besetzte Jury besteht aus Prof. Manfred Bründl (künstlerischer Leiter, Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar), Günther Huesmann (SWR2 Redaktion Neue Musik/Jazz), Martin Kranz (Intendant und künstlerischer Leiter ACHAVA Festspiele Thüringen), Ramesh Shotham (Musiker), Ralf Dombrowski (freier Musikjournalist, Süddeutsche Zeitung), Prof. Dr. Martin Pfleiderer (HfM Weimar), Prof. Dr. Jascha Nemtsov (wissenschaftl. Leiter ACHAVA Festspiele, HfM Weimar)

Achava, hebräisch: Brüderlichkeit, steht für den interkulturellen Dialog und den Respekt für Andere. Die ACHAVA Festspiele finden seit 2015 jährlich in der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt statt; 2019 auch in Eisenach und Weimar.

Weitere Informationen zum Programm der ACHAVA Festspiele Thüringen finden Sie unter: www.achava-festspiele.de

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