Zum Start ins neue Ausbildungsjahr, das offiziell am 1. August beginnt, appelliert die Arbeitskammer an die saarländischen Unternehmen, Verantwortung zu übernehmen und jungen Menschen trotz der durch die Pandemie-Krise verursachten wirtschaftlichen Schwierigkeiten mit einer dualen Ausbildung eine Zukunftsperspektive zu bieten.

„Die Corona-Krise darf für die jungen Menschen nicht zu einer Ausbildungskrise werden, sonst droht ein verlorener Jahrgang. Das Problem, dass nur noch gut jedes fünfte Unternehmen im Saarland ein Ausbildungsbetrieb ist, darf sich krisenbedingt nicht noch weiter fortsetzen“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Arbeitskammer des Saarlandes, Jörg Caspar. Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ biete kleinen und mittelständischen Unternehmen finanzielle Unterstützung. Bereits im vergangenen Jahr fanden knapp 3.000 Jugendliche im Saarland keinen Ausbildungsplatz und die Quote junger Menschen zwischen 20 und 34 Jahren die ohne einen Berufsabschluss sind, ist im Saarland mit 19,6 Prozent am höchsten. „Aus Studien wissen wir, dass Menschen ohne Ausbildung nicht nur schneller in Arbeitslosigkeit landen, sondern sich auch öfter mit schlechter bezahlten Jobs und geringeren Renten zufrieden geben müssen. Schwierigkeiten beim Berufsstart ziehen sich also durch das ganze Leben“, so Caspar.

Der mittel- und langfristige Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften darf nach Ansicht der Arbeitskammer auch in der Krise nicht aus dem Blick geraten. Bereits heute schon fehlten in vielen Bereichen Fachkräfte, die die Unternehmen aber bei einer wirtschaftlichen Erholung dringend benötigten. „Ausbildungsinteressierte sollten sich daher weiter für einen Ausbildungsplatz bewerben, denn aktuell gibt es noch zahlreiche unbesetzte Ausbildungsstellen und viele Verträge werden auch erst zum 1. September oder sogar später abgeschlossen“, meint der AK-Vorstandsvorsitzende. Die Arbeitskammer weist in diesem Kontext auf die gesellschaftliche Bedeutung einer guten beruflichen Erstausbildung hin. Nicht zuletzt hätten das in der Krise die zahlreichen als systemrelevant bezeichneten Berufe im Gesundheits-, Erzieher- und Dienstleistungsbereich, im Lebensmittelhandwerk, in der Ernährung und Hygiene und im Transport- und Verkehrsbereich gezeigt. „Zu den Konsequenzen der Krise sollte es daher gehören, diese Berufe zukünftig attraktiver zu machen und ihnen die gesellschaftliche Anerkennung zukommen zu lassen, die ihnen gebührt“, fordert Caspar.

Vertiefender Hintergrund:

Als Folge der Krise befürchtet die Arbeitskammer eine schwierige Situation auf dem Ausbildungsmarkt und damit einhergehend eine weiter zunehmende Selektion bei der Auswahl von Auszubildenden. Bereits vor Corona war es für leistungsschwächere Jugendliche oftmals auch mit einem Migrationshintergrund trotz bestehender Unterstützungsmaßnahmen deutlich schwerer einen Ausbildungsplatz zu finden. Das bestätigt auch ein Blick auf erste Zahlen aus dem Berufsbildungsbericht 2020 der Bundesregierung. Danach schafft nur knapp jeder zweite Jugendliche mit einem Hauptschulabschluss nach der Schule direkt den Sprung in eine Ausbildung und jeder dritte bleibt nach den amtlichen Statistiken gar dauerhaft ohne Berufsabschluss. Für diesen Personenkreis könnte sich die Situation – durch die Krise bedingt – nochmals verschärfen. Es sind gerade diese Jugendlichen, die sich seit Jahren in hohem Maße im wenig Perspektiven bietenden Übergangssystem befinden. Nach AK-Berechnungen waren dies im vergangenen Jahr im Saarland 34,6 Prozent der Schulabgänger.

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