Dieses Jahrzehnt wird entscheidend sein, um Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels einzuleiten. Die EU als auch die Nationalstaaten haben dazu ambitionierte Ziele bis 2030 vorgegeben. Während sich andere Sektoren bereits seit den letzten 30 Jahren erheblich verbessern konnten, wurden die Treibhausgasemissionen im Transportsektor nicht reduziert. Sämtliche eingeleiteten Maßnahmen verbrannten buchstäblich aufgrund des – weiterhin – steigenden Transportvolumens. Der überwiegende Gütertransport findet nach wie vor auf der Straße statt, mit all den seit langem bekannten negativen Auswirkungen. Der umweltfreundliche Schienengüterverkehr konnte dabei nicht aufholen. Allen Zusagen, Plänen und guten Absichten zum Trotz – eine Verlagerung von der Straße auf die Schiene wurde bislang nicht erreicht.

„Nun hat die Politik endlich ihren Worten erste Taten folgen lassen“, sagt Sebastian Ruckes, Vorstand der neugegründeten Initiative shift2030 und verweist dabei auf die Taufe des Forschungszentrums Schienenverkehr, dem Start des Förderprogramms Z-SGV sowie einer Erhöhung der Finanzierung für die Schiene. Aber auch in Brüssel wurden nach Ansicht von Ruckes die Weichen gestellt: „Sustainable & Smart Mobility Strategy 2030 und Green Deal zeigen, dass die Schiene endlich wieder ernst- und wahrgenommen wird – aber eben auch entsprechende Erwartungen an sie herangetragen werden. Konsequenterweise wurde 2021 zum europäischen Jahr der Schiene ausgerufen“, so Ruckes und ergänzt: „Der Sektor des Schienengüterverkehrs war auch nicht untätig und hat neue Technologien und Services eingeführt, die den Transport auf der Schiene wettbewerbsfähiger machen –  übrigens zum Großteil initiiert durch Privatbahnen und ihren Partnern.“

Jetzt gilt es vor allem jene zu gewinnen, die Tag für Tag darüber entscheiden, ob sie auf der Straße oder Schiene (oder kombiniert) versenden, also Spediteure und Verlader. „Hier ist noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten.“ erläutert Sebastian Ruckes. „Es gibt jedoch bereits heute – entgegen der landläufigen Meinung – Angebote am Markt die tatsächlich attraktiver als der reine Straßentransport sind“, so Ruckes weiter. Sein Appell an Entscheider in Transport und Logistik ist daher in Nachhaltigkeitsberichten weniger über die Installation von LED-Beleuchtung in Lägern und Distributionszentren zu schreiben und sich verstärkt dem größten CO2 Emittenten, also dem ausschließlichen Transport auf der Straße, zu widmen. Ruckes hierzu: „Dabei kann es durchaus sein, dass die ein oder andere Komfortzone verlassen werden muss. Aber das gilt in Zeiten der Klimakrise für sämtliche Lebens-  und Wirtschaftsbereiche. Unbestritten ist, dass die Schiene der einzige Verkehrsträger ist, mit dem kurzfristig die Treibhausgasemissionen erheblich gesenkt werden können. Bis wir Elektro- und Wasserstofftechnologien wirklich flächen- und kostendeckend auf die Straße gebracht haben, wurde bereits längst auf das Jahr 2030 angestoßen. Eine Auseinandersetzung aller Beteiligten mit der Schiene ist überfällig. It is time for Action(s).“

Über shift2030

Die Non-Profit Organisation shift2030 bringt alle Akteure zusammen, die für den Modal Shift von der Straße auf die Schiene arbeiten, um damit die Klimaziele für den Transportsektor bis 2030 zu erreichen. In enger Zusammenarbeit mit dem Markt sowie Entscheidern aus der Transportbranche sowie Verladern verfolgt die Initiative einen praktischen Ansatz. Die Arbeit konzentriert sich auf Actions: Gezeigt werden soll, wie die Wettbewerbsfähigkeit des Schienengüterverkehrs gesteigert werden kann und welche Innovationen in nächster Zeit zu erwarten sind. shift2030 weist auch auf Hürden und Einschränkungen hin, die überwunden werden müssen, um mehr Fracht von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

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