Am 12. April 2016 veröffentlichte das Science Media Center Germany (SMC) sein erstes Angebot für Journalistinnen und Journalisten: die Rapid Reaction zur „Einbaupflicht für digitale Stromzähler“. Mit dieser schnellen Reaktion auf einen Gesetzentwurf zur „Digitalisierung der Energiewende“ im deutschen Bundestag begann der Aufstieg des SMC zu einem Intermediär zwischen Wissenschaft und Medien, der heute wichtiger denn je ist. Die SMC-Redaktion nimmt auf den Radar, was wichtig, wissenschaftlich richtig und gesellschaftlich relevant ist. Gerade in der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, wie bedeutend die Kernaufgabe des SMC ist: bei unübersichtlichen, komplexen wissenschaftlichen Fragen, die einer schnellen Einschätzung bedürfen, Journalistinnen und Journalisten diese Einordnung durch Expertisen aus der Wissenschaft zu ermöglichen. Zuverlässig, aktuell, neutral und kostenfrei.

Seitdem wurden Journalistinnen und Journalisten mehr als 600 Angebote gemacht. Neben den Rapid Reactions liefert das SMC Fact Sheets, die einen Überblick über ein wissenschaftliches Thema bieten, Research in Context mit Experteneinschätzungen in Form von Zitaten sowie Press Briefings, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler live zu aktuellen Themen Stellung nehmen. Zudem bietet das SMC-Lab Material und Hintergründe zur datenbasierten Beleuchtung relevanter Themen.

Seit Beginn der Pandemie hat sich nicht nur die Zahl der Aussendungen rasant erhöht. Mit virtuellen Press Briefings und proaktiven Anstößen von Themen, die in der Luft liegen und bald Schlagzeilen machen könnten, ist das SMC für viele Medienschaffende zu einer vertrauenswürdigen Anlaufstelle bei Corona-Fragen geworden. Allein zum Thema Covid-19 wurden bislang 33 virtuelle Pressegespräche mit durchschnittlich 60 teilnehmenden Pressevertreterinnen und -vertretern organisiert. Mit 148 Teilnehmenden am bisher stärksten besucht war das Press Briefing am 19. Oktober 2020 zu „Wie gefährlich wird COVID-19 im Winter? – Bisherige klinische Erfahrungen und worauf sich Intensivstationen einstellen“.

„Große Unterstützung und Bereicherung“, „echt klasse“, „wunderbare unermüdliche Arbeit“, „kaum noch vorstellbar, wie wir es früher ohne euch geschafft haben“ – Zitate wie diese zeugen davon, dass der Service der inzwischen 9-köpfigen SMC-Redaktion von den inzwischen gut 1.400 beim SMC registrierten Journalistinnen und Journalisten aus sämtlichen Mediengattungen geschätzt wird. So wurden bis heute mehr als 13.000 Beiträge mit Expertenzitaten vom SMC publiziert.

„Ohne die aktuellen und kompetenten Einordnungen durch die mit dem SMC zusammenarbeitenden Expertinnen und Experten wäre unsere Arbeit nicht denkbar. Für dieses Engagement – häufig unter enormem Zeitdruck – bedanke ich mich im Namen der Redaktion“, sagt SMC-Geschäftsführer Volker Stollorz. Aktuell umfasst die Expertendatenbank des SMC mehr als 2.000 Forschende aus den Bereichen Medizin, Lebenswissenschaften, Klima, Umwelt, Energie, Technik und Künstliche Intelligenz sowie Geistes- und Sozialwissenschaften.

Aus 6 Mitarbeitenden im SMC-Team vor fünf Jahren sind mittlerweile 25 geworden. Wissenschaftsredakteure arbeiten zusammen mit Spezialistinnen für Softwareentwicklung und Künstliche Intelligenz, die unter anderem im SMC Lab neue Tools für datenbasierte Recherchen entwickeln, wie den Corona-Report oder den Expert Explorer. Diese positiven Entwicklungen des Science Media Center werden ermöglicht durch die inzwischen unbefristete Grundförderung der Klaus Tschira Stiftung (KTS). Die Stiftung gründete das SMC 2015 gemeinsam mit dem Verband der Wissenschaftsjournalisten, der Wissenschaftspressekonferenz (WPK). Dazu kommen Beiträge von aktuell 54 Förderinstitutionen sowie Forschungsmittel, zum Beispiel vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, das das Projekt „Augmented Science Journalism“ unterstützt. Alle Förderer bekennen sich zur redaktionellen Unabhängigkeit des Science Media Centers, die in der Satzung der gGmbH festgelegt ist.

„Das Science Media Center hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Die vielen positiven Reaktionen von Journalistinnen und Journalisten zeigen, dass es überfällig war, diesen gemeinwohlorientierten Intermediär zwischen Wissenschaft und Medien aufzubauen. Mit unserer Förderung unterstützen wir qualitativ hochwertigen Journalismus in einer Zeit, in der die Menschen seriöse Berichte suchen, aber gleichzeitig die Strukturkrise im Medienbetrieb den Journalistinnen und Journalisten die Arbeit schwer macht. Weil das SMC hier hilft, ist es heute unersetzlich für die verlässliche und neutrale Information der Öffentlichkeit", sagt Beate Spiegel, Geschäftsführerin der Klaus Tschira Stiftung.

Für die weitere strategische Entwicklung in den kommenden Jahren steht dem SMC seit heute ein Aufsichtsrat zur Seite, dessen Mitglieder von den SMC-Gesellschaftern KTS und WPK berufen worden. Dem Gremium gehören an: Stephan Becker, Direktor des Instituts für Virologie an der Universität Marburg, Carsten Könneker, Geschäftsführer der KTS, Lukas Mezger, Rechtsanwalt und Vorsitzender des Präsidiums von Wikimedia Deutschland, Mai Thi Nguyen-Kim, Wissenschaftsjournalistin und YouTuberin „mailab“ beim öffentlich-rechtlichen Online-Angebot funk, und Renate Ries, Leiterin Kommunikation/ Wissenschaftskommunikation der KTS.

Das Jubiläum ist Anlass für ein virtuelles Symposium am 13. April 2021 ab 16 Uhr, auf dem erste Ergebnisse von Forschungen zur Funktion und Arbeitsweise des gemeinwohlorientierten und unabhängigen „Knowledge Brokers SMC“ vorgestellt werden. Eine Anmeldung ist möglich unter: https://con-gressa.de/form/5-jahre-smc-live-2/

Gesellschafter der Science Media Center Germany gemeinnützigen GmbH (SMC) sind die Klaus Tschira Stiftung (KTS) und die Wissenschaftspressekonferenz (WPK). Gegründet wurde das SMC im Jahr 2015 nach britischem Vorbild. Weltweit gibt es Science Media Center oder SMC-ähnliche Institutionen nur in Großbritannien, Australien, Neuseeland, Kanada und in den USA. Redaktionssitz des Science Media Center Germany ist Köln. Das Science Media Center Germany (SMC) ist eine unabhängige und gemeinwohlorientierte, journalistisch unabhängig arbeitende Institution. Das SMC unterstützt kostenfrei Medienschaffende in ihrer Berichterstattung bei Themen mit Wissenschaftsbezug. Die Redaktion nimmt auf den Radar, was wichtig, richtig und gesellschaftlich relevant ist. Das SMC Lab hilft der Redaktion, gesellschaftlich relevante Themen datengetrieben zu vertiefen und wissensbasiert zu beleuchten. Dabei entwickelt das SMC Lab Analyse-Werkzeuge für die Recherche über Wissenschaft und für die journalistische Community. www.sciencemediacenter.de

Die Wissenschaftspressekonferenz e.V. ist Deutschlands Verband der Wissenschaftsjournalisten. Sie wurde 1986 gegründet. Die Mitglieder der WPK sind hauptberufliche Wissenschaftsjournalistinnen und Wissenschaftsjournalisten, die – angestellt oder frei – für Printmedien, Hörfunk, Fernsehen und/oder Internet arbeiten. Ziel der Vereinsarbeit ist es, die Qualität im Wissenschaftsjournalismus zu fördern und den Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu beleben. www.wpk.org

 

Über Klaus Tschira Stiftung gGmbH

Die Klaus Tschira Stiftung gemeinnützige GmbH (KTS) fördert Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik und möchte zur Wertschätzung dieser Fächer beitragen. Sie wurde 1995 von dem Physiker und SAP-Mitgründer Klaus Tschira (1940-2015) mit privaten Mitteln ins Leben gerufen. Ihre drei Förderschwerpunkte sind: Bildung, Forschung und Wissenschaftskommunikation. Das bundesweite Engagement beginnt im Kindergarten und setzt sich in Schulen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen fort. Die Stiftung setzt sich für den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ein. Weitere Informationen unter: www.klaus-tschira-stiftung.de

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E-Mail: volker.stollorz@sciencemediacenter.de
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Wissenschaftspressekonferenz WPK
Telefon: +49 (221) 337717-11
E-Mail: franco.zotta@wpk.org
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