Natur- und Filmbegeisterte können sich auf das 20. NaturVision Filmfestival freuen: Über 100 herausragende Natur- und Umweltdokumentationen warten darauf, entdeckt zu werden.
Mit dabei sind Highlights aus den letzten 20 Festivals sowie neue Wettbewerbsfilme. Aus einer bunten Vielfalt an Themen können sich die Zuschauer*innen online ihr persönliches Programm zusammenstellen.

Eine ganz besonders reizvolle Mischung an Natur-, Tier- und Umweltfilmen bietet das Jubiläumsfestival von NaturVision.
Nicht nur die aktuellen Filme des internationalen Filmwettbewerbs sind online zu sehen, sondern auch eine Retrospektive mit Dokumentationen, die das Publikum begeistert und das Festival geprägt haben.
Einer dieser Filme ist Bottled Life, der 2012 unter anderem den Preis der Jugendjury erhielt. Diese investigative Dokumentation, die die Machenschaften von Nestlé im Wassergeschäft aufdeckt, steht exemplarisch für alle Festivalfilme, die Impulse für ein gesellschaftliches Umdenken geben.

Eine Jubiläumsschrift, die auf Menschen, Geschichten und Filme dieser 20 Festivals zurückblickt und Anfang Juli erscheint, offenbart, wie tief das Thema Umdenken in der DNA des Festivals verwurzelt ist. Dies spiegelt sich nicht nur im „Raum zum Umdenken“, sondern auch in einem neu geschaffenen Filmpreis. Nominiert sind für den NaturVision Filmpreis UMDENKEN Dokumentationen, die für ein neues Handeln, eine neue Ethik und einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft stehen. Einige der Filme erzählen von Menschen, die als Aktivist*innen für eine gerechtere Welt kämpfen.
So porträtiert Dear Future Children des Stuttgarter Filmemachers Franz Böhm drei junge Frauen, die in unterschiedlichen Ländern für eine bessere Zukunft und mehr Klimagerechtigkeit kämpfen – ungeachtet aller fatalen Auswirkungen auf ihr persönliches Leben. Wem gehört mein Dorf, der ebenfalls für den NaturVision Filmpreis UMDENKEN nominiert ist, dokumentiert das Erwachen der Dorfbewohner*innen an der Ostsee aus ihrer politischen Lethargie, als ein Großunternehmer immer mehr nach ihrer Heimat greift. Ein unaufgeregter Film mit sympathischen Protagonist*innen, der auch vom Wesen der Demokratie erzählt. Für die Dotierung des NaturVision Filmpreises UMDENKEN hat sich das Team etwas Besonderes einfallen lassen: Das Preisgeld wird über eine Spendenaktion auf „betterplace“ generiert. So können die Zuschauer*innen direkt zum „Umdenken“ beitragen, indem sie einen Film unterstützen, der besondere Impulse setzt. 

Im Segment Umwelt- und Nachhaltigkeit befassen sich in diesem Jahr zahlreiche der Dokumentationen mit dem Klimawandel und nehmen dabei ganz unterschiedliche Perspektiven ein.
Expedition Arktis begleitet den deutschen Eisbrecher „Polarstern“ auf dem Weg zum Nordpol und zeigt, wie die besten Wissenschaftler*innen ihrer Generation versuchen, den Klimawandel tiefer zu verstehen. Rentiere auf dünnem Eis führt vor Augen, wie unumkehrbar die natürlichen Fundamente der Arktis ins Wanken geraten. Flüsse mutieren zu Rinnsalen. Packeisfelder schmelzen im Rekordtempo. Die Naturaufnahmen, mit denen der Film die Folgen für Wildtiere und Ureinwohner einfängt, sind trotz der Probleme, die sie thematisieren, faszinierend. Auch in der Dokumentation The Long Coast schließen sich ein ernstes Thema und lyrisch-atmosphärische Bilder nicht aus. Sie lässt die Zuschauer*innen in das Leben von Maines Seeleuten und in ihre Verbundenheit mit dem Meer eintauchen. Gleichzeitig aber deckt der Film die tiefgreifenden Veränderungen auf, die Überfischung, Aquakultur und Erwärmung der Meere mit sich bringen. Hier nutzt der Dokumentarfilm seine Chance, gleichzeitig Emotionen zu wecken und aufzuklären.

Genaues Hinsehen und Verständnis für tiefgreifende Zusammenhänge erfordert auch das Thema Biodiversität. In ganz besonderer Weise gelingt dies dem Film Festmahl der Tiere. Er stellt einen einem neuen Zweig der Wissenschaft vor: die Kadaverforschung. Spannend erzählt und mit sensibler Kamera zeichnet er nach, was mit einem toten Tier in den Tiefen des Waldes geschieht und zeigt, dass jeder Tod Leben für zigtausend andere Lebewesen bedeutet. 

Am selben Schauplatz wie Festmahl der Tiere – nämlich im Nationalpark Bayerischer Wald – spielt auch Der Wilde Wald von Lisa Eder. Ein beeindruckender Kinofilm über das Heranwachsen eines Urwaldes und ein Refugium der Artenvielfalt – und gleichzeitig eine Dokumentation über 50 Jahre Nationalparkgeschichte mit ihren Höhen und Tiefen. Doch nicht nur bei diesem Film kommen Freund*innen großer Wildlife-Film auf ihre Kosten. Auch klassische Tierfilme laden zu einem Besuch in unbekannten Welten ein. So begleitet Olimba – Königin der Leoparden drei Jahre lang in schönen und dramatischen Bildern das Leben einer Leopardin.

Der Kurzfilmwettbewerb „Hidden Champions“, Filme für Kids und Teens und Sportfilme, die in Zusammenarbeit mit der SportRegion Stuttgart ausgewählt wurden, bringen weitere Vielfalt ins Programm. Absolut empfehlenswert sind auch die Regisseur- und Expertengespräche des Online-Festivals, für die das Ludwigsburger Möbelhaus Uhl kurzerhand in eine TV-Studio umgewandelt wurde. Eröffnung und PreisRegen wurden in der wilden Natur des Nationalparks Bayerischer Wald gedreht – ein Schau-Vergnügen und eine Hommage an den Ort, wo NaturVision 2002 aus der Taufe gehoben wurde. 

Festivalpass für alle Tage und alle Filme – 18 Euro: https://natur-vision.de/de/programm/tickets/

Filmprogramm: https://natur-vision.de/de/programm/alle-filme/

www.natur-vision.de

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