Jährlich untersucht die Vorlesestudie, wie es um das Vorlesen in Deutschland bestellt ist. Erstmalig geht die Studie nun der Frage nach, wie die Vorlesepraxis in den Kitas aussieht – neben dem Elternhaus das wichtigste Lernumfeld von Kindern bis 6 Jahren. Befragt wurden dazu 507 pädagogische Fachkräfte aus Einrichtungen, die repräsentativ für Kitas in Deutschland sind.

Die Vorlesestudie 2021, die heute in einer Online-Pressekonferenz vorgestellt wurde, ist wie der Bundesweite Vorlesetag am 19. November ein gemeinsames Projekt von Stiftung Lesen, DIE ZEIT und Deutsche Bahn Stiftung.

Vorlesen ist ein Grundbedürfnis von Kindern
In 91 Prozent der Kitas erhalten Kinder mindestens einmal am Tag Impulse durch Geschichten. Vorlesen wird außerdem vielfältig in den Tagesablauf integriert: als festes Ritual, zu regelmäßigen Zeiten, bei spontanen Gelegenheiten oder aus pädagogischen Gründen, etwa um Kinder zu beruhigen. Die Initiative zum Vorlesen geht in allen Kitas auch von den Kindern selbst aus. Als Grund nennen 99 Prozent der Kita-Fachkräfte den Spaß der Kinder am Vorlesen, gefolgt von Nähe und Wissbegierde. „Geschichten begeistern und schaffen ein echtes Miteinander.  Der Zugang zur Welt der Phantasie durch Vorlesen ist ein wichtiger Grundstein für die weitere kindliche Entwicklung und die Ausbildung einer guten Lesekompetenz“, so Dr. Rainer Esser, Geschäftsführer der ZEIT Verlagsgruppe. „Kitas bei der flächendeckenden Ausstattung mit guten Geschichten zu unterstützen, ist uns ein echtes gesamtgesellschaftliches Anliegen“.

Elternarbeit essentiell wichtig
In 41 Prozent der Kitas nehmen Fachkräfte überdurchschnittlich viele Kinder wahr, denen Impulse durch Vorlesen zu Hause fehlen. Sie nennen vielfältige Gründe: Neben Nutzung anderer Medien, zu wenig Zeit und zu wenig Lust zum Vorlesen fehlt es beispielsweise in Familien mit nicht-deutscher Herkunftssprache an Lesematerial in der eigenen Sprache. Die Hälfte der befragten Fachkräfte gibt an, dass außerdem Unsicherheit und fehlende Erfahrung beim Vorlesen eine Rolle spielen, aber auch eine fehlende Lesekompetenz der Eltern.

Deshalb zielen Aktivitäten und Expertise der Fachkräfte auch darauf ab, Eltern das Vorlesen näher zu bringen. „Die Elternarbeit der Kita-Fachkräfte ist essentiell, um Vorlesen auch für leseferne Familien umsetzbar zu machen. Diese Arbeit müssen wir unterstützen“, fordert Jürgen Kornmann, Leiter Marketing & PR der Deutschen Bahn AG und Beauftragter Leseförderung der Deutsche Bahn Stiftung. Kita-Fachkräfte wünschen sich dazu neben Medien-Empfehlungen und Ausstattung mit Vorlesematerial auch konkrete Unterstützung für die Elternarbeit.

Vorlesen in allen Lebensbereichen der Kinder unterstützen
Kitas sind neben der Familie das wichtigste Lernumfeld für Kinder vor der Schulzeit. Dort ist Vorlesen organisch verankert. „Kitas sind vorbildliche Schlüsselakteure in der frühen Leseförderung – sie erreichen fast alle Kinder mit ihren Vorlese-Impulsen“, so Sabine Uehlein, Geschäftsführerin Programme der Stiftung Lesen. „Es ist vielfach belegt, dass diese Vorlese-Impulse Kindern helfen, ihr volles Potenzial zu entfalten. Deshalb sind Familie, Kita und auch alle Akteure in der Freizeit von Kindern dazu aufgefordert, Geschichten für sie erlebbar zu machen. Denn Vorlesen und Lesen muss fester Bestandteil aller Lebensbereiche von Kindern sein.“

Die Präsentation der Vorlesestudie wurde von einer Diskussion begleitet, wie Kita-Fachkräfte besser in ihrer Rolle als Akteure in der Leseförderung unterstützt werden können – auch in der wichtigen Elternarbeit mit vor allem lesefernen Familien. Hierzu diskutierten Prof. Dr. Simone C. Ehmig (Stiftung Lesen), Sabine Uehlein (Stiftung Lesen), Jürgen Kornmann (Deutsche Bahn AG / Deutsche Bahn Stiftung), Alexandra Wehde (FRÖBEL Kita Elbwichtel, Hamburg), moderiert von Judith Luig (DIE ZEIT).

Die Vorlesestudie wird seit 2007 jährlich durchgeführt. 2021 hat das Umfragezentrum Bonn (uzbonn) im Mai und Juni 507 pädagogische Fachkräfte in Kitas mündlich und online befragt. Die Einrichtungen sind repräsentativ für Kitas in der Bundesrepublik Deutschland.

Alle Ergebnisse sowie Vorleseempfehlungen für Kinder zwischen einem und acht Jahren finden Sie unter: www.stiftunglesen.de/vorlesestudie

Zentrale Ergebnisse zur Bedeutung des Vorlesens aus den zurückliegenden Vorlesestudien lauten:
–          Vorlesen fördert die Lesemotivation und das Leseverhalten (2011/2018)
–          Vorlesen fördert die sprachliche Entwicklung (2018)
–          Vorlesen fördert die persönliche Entwicklung (2015)
–          Vorlesen fördert die sozialen Kompetenzen von Kindern (2015/2016)

Beim Bundesweiten Vorlesetag setzen jedes Jahr Hundertausende Menschen ein Zeichen für das Vorlesen. 2021 findet er am 19. November unter dem Jahresmotto „Freundschaft und Zusammenhalt“ statt. Weitere Informationen und Anmeldung: www.vorlesetag.de

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