Positiv hat sich die Einstellung gegenüber Drohnen und Flugtaxis in Deutschland seit 2019 entwickelt. Das ergab eine Befragung von YouGov im Auftrag des Verbands Unbemannte Luftfahrt (VUL). Demnach befürwortet über die Hälfte der Befragten den Einsatz von Drohnen für zivile Zwecke. Und: Im Vergleich zu 2019 können sich immer mehr Menschen vorstellen, selbst Flugtaxis für bestimmte Strecken zu nutzen.

Die Ergebnisse der Umfrage im Einzelnen:

Die Akzeptanz von zivil genutzten Drohnen steigt

Über die Hälfte der Befragten (51 Prozent) befürwortet die Nutzung zivil genutzter Drohnen. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als noch 2019. Gleichzeitig sinkt die Skepsis gegenüber Drohnen: 28 Prozent lehnen ihre Nutzung ab. Das ist ein Rückgang um 12 Prozentpunkte im Vergleich zu 2019. Nahezu jeder dritte Skeptiker im Jahre 2019 hat drei Jahre später keine Zweifel mehr.

Besonders hoch ist die Akzeptanz von Drohnen für den Einsatz im Bereich der humanitären Hilfe (85 Prozent), in der Landwirtschaft (77 Prozent) oder auch bei der Lieferung von Paketen in schwer erreichbare Gebiete (72 Prozent). Je näher jedoch der Einsatz dem Alltag der Befragten kommt, desto eher lehnen sie den Einsatz von Drohnen ab, beispielsweise die Lieferung von Paketen in der Großstadt (48 Prozent), die Auslieferung von Essen (49 Prozent) oder die Nutzung von Drohnen als Spielzeuge (51 Prozent). Aber: Die Zustimmung stieg seit 2019 in fast allen Anwendungsszenarien.

Skepsis gegenüber Drohnen nimmt ab

Nach wie vor haben Menschen in Deutschland Vorbehalte gegenüber Drohnen. Seit 2019 hat die Skepsis jedoch abgenommen. Zwar halten es 78 Prozent für eher oder sehr wahrscheinlich, dass die Privatsphäre gestört wird. Im Vergleich zu 2019 ist die Befürchtung jedoch um vier Prozentpunkte gesunken. Ebenfalls um vier Prozentpunkte gesunken ist Besorgnis, kriminelle Taten könnten eine Herausforderung im Zusammenhang mit Drohnen sein (75 Prozent). Noch 69 Prozent fürchten Kollisionen oder Abstürze durch Drohnen. Das sind sechs Prozentpunkte weniger als 2019.

Immer mehr Menschen können sich vorstellen, selbst ein Flugtaxi zu nutzen

Das Flugtaxi als personenbeförderndes Transportmittel hat seit 2019 erheblich an Zustimmung gewonnen: Je nach Art der Strecke können sich zwischen 39 und 45 Prozent der Befragten vorstellen, in ein sogenanntes eVTOL (electric Vertical Take-Off and Landing aircraft) zu steigen. Mit 45 Prozent ist die Zustimmung für Strecken zwischen zwei Städten bis 200 Kilometer am höchsten (+18 Prozentpunkte zu 2019). In jedem Fall möchte die Mehrheit lieber ein Flugtaxi nutzen, dass von einem Piloten statt autonom gesteuert wird.

Die positive Einstellung gegenüber Flugtaxis zeigt sich zudem in der Bereitschaft, höhere Preise für einen Flug zu bezahlen: 50 Prozent der Befragten wären bereit, höhere Kosten als bei einer Taxifahrt in Kauf zu nehmen, 26 Prozent würden sogar mindestens das Doppelte des Taxipreises bezahlen.

Gründe für Ablehnung gegenüber Flugtaxis

Sofern eine Skepsis gegenüber Flugtaxis besteht, wird als Hauptgrund mangelnde Nachhaltigkeit genannt (12 Prozent). Elf Prozent lehnen Flugtaxis ab, weil sie glauben, dass damit grundlegende Verkehrsprobleme nicht gelöst würden. Weitere elf Prozent sind gegen Flugtaxis, weil ihnen die gängigen Transportmittel ausreichen. Neun Prozent gaben an, sie wüssten zu wenig über Flugtaxis, um diese zu befürworten.

Mehr Aufklärung sieht der Vorsitzende des VUL-Lenkungsausschusses Michael Garvens auch als wesentlichen Eckpfeiler für mehr Akzeptanz von Drohnen und Flugtaxis. „Es ist positiv zu werten, dass die Nutzungspotentiale von Drohnen und Flugtaxis in immer breiteren Bevölkerungsschichten wahrgenommen werden. Industrie und Politik müssen aber noch mehr erklären, wie Drohnen und Flugtaxis funktionieren und wo ihr größtes Potenzial liegt. Drohnen und Flugtaxis stehen an der Schnittstelle von Digitalisierung und Elektrifizierung und repräsentieren wegweisende Trends der Luftfahrt hin zu nachhaltigem Fliegen. Dies bedarf weiterer Unterstützung der Branche durch Politik und Behörden. Eine nationale Roadmap, die den Aktionsplan „Unbemannte Luftfahrtsysteme und innovative Luftfahrtkonzepte“ der Bundesregierung fortschreiben sollte, würde dem Thema neue strategische Bedeutung verleihen, um diese Potentiale für die gesamte Gesellschaft auszuschöpfen. Die Europäische Kommission geht hier mit der Erstellung einer Drone Strategy 2.0 mit gutem Beispiel voran“.

Über die Umfrage

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2.055 Personen zwischen dem 12. und 14. April 2022 bzw. 2.078 Personen zwischen dem 10. und 12. Mai 2022 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Über Verband Unbemannte Luftfahrt

Der Verband Unbemannte Luftfahrt (VUL) ist eine gemeinsame Initiative des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI). Der Verband befasst sich vorrangig mit den Herausforderungen der Zulassung von kommerziell genutzten unbemannten Luftfahrtsystemen und deren Integration in das bestehende Luftverkehrssystem. Die sichere Koexistenz der bemannten und unbemannten Luftfahrt steht dabei im Vordergrund.

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