• Deutsches Studierendenwerk (DSW): Wohnsituation für Studierende auch zu Beginn dieses Wintersemesters schwierig
  • DSW-Vorstandsvorsitzender Matthias Anbuhl: „Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Studierende ist ein eklatanter Missstand“
  • Anbuhl: Bund-Länder-Programm „Junges Wohnen“ ein Lichtblick
  • Forderung: Programm verstetigen, kräftige Ko-Förderung durch alle Bundesländer
  • Mehr staatliche Förderung für den Heizungstausch im Rahmen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG)
  • BAföG muss erhöht werden, Wohnkostenpauschale reicht nicht aus

In elf ausgewählten Hochschulstädten stehen mehr als 32.000 Studierende bei den Studierendenwerken auf der Warteliste für einen Wohnheimplatz; beim Studierendenwerk München Oberbayern sind es allein 12.00 Studierende. Das teilt das Deutsche Studierendenwerk (DSW) mit, der Verband der Studenten- und Studierendenwerke, die bundesweit rund 1.700 Studierendenwohnheime mit rund 196.000 Plätzen betreiben.

Zum Stichtag 10. Oktober 2023 haben dem DSW die Studierendenwerken Berlin, Darmstadt, Erlangen-Nürnberg, Frankfurt am Main, Göttingen, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Köln, Mainz und München die Zahl der Studierenden mitgeteilt, die bei ihnen auf der Warteliste sind für einen Wohnheimplatz.

DSW-Generalsekretär Matthias Anbuhl kommentiert:

„Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Studierende in den Hochschulstädten ist seit Jahrzehnten ein eklatanter Missstand, ein Strukturdefizit des deutschen Hochschulsystems und ein soziales Problem. Die Zahl der staatlich geförderten Studienplätze ist seit dem Jahr 2007 um 52% gestiegen, die Zahl der staatlich geförderten Wohnheimplätze bei den Studierendenwerken nur um 7% – diese Schere darf nicht noch weiter auseinandergehen.

Die Wahl des Studienorts darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Es kann nicht sein, dass wir eine Zwei-Klassen-Gesellschaft bekommen, einmal die Studierenden aus vermögenden Familien, die in den teuren Hochschulstädten wohnen können, und dann die Studierenden aus weniger begüterten Familien, die dort studieren müssen, wo sie sich die Miete gerade noch leisten können.

Das von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Bund-Länder-Programm ‚Junges Wohnen‘, mit dem bezahlbarer Wohnraum für Studierende, Azubis und Polizeianwärter*innen geschaffen und modernisiert wird, ist ein echter Lichtblick. Es fällt zwar in konjunkturell enorm schwierige Zeiten und eine neue Hochzinsphase, aber gerade mit Blick auf die Wartelisten-Zahlen der Studierendenwerke ist es ein wichtiges Signal, dass der Bund nach Jahrzehnten endlich wieder eingestiegen ist in den Studierendenwohnheim-Bau.

Wir erleben nun dank des Programms Junges Wohnen eine neue, positive Dynamik in den Ländern; viele Länder haben ihre bisherige Wohnheim-Förderung stark verbessert, und die Studierendenwerke können dank dieser höheren Förderung Bau- und Modernisierungsvorhaben angehen. Wenn alle Bundesländer mitziehen, kann mittel- und langfristig die Wohnsituation für junge Menschen in Ausbildung deutlich verbessert werden.

Aber das ist eine Mittel-, keine Kurzstrecke. Bundesbauministerin Klara Geywitz hat bereits in Aussicht gestellt, das Programm Junges Wohnen auch in den Jahren 2024 und 2025 mit einem Bunds-Förderanteil von 500 Millionen Euro ausstatten zu wollen. Eine solche Verstetigung des Programms, ein kräftiges Mitziehen der Länder – das brauchen wir nun. Mit allein 1,5 Milliarden Euro anteiliger Bunds-Förderung in den Jahren 2023, 2024 und 2025 wäre ‚Junges Wohnen‘ das größte Wohnheim-Förderprogramm seit der Hochschulexpansion in den 1970er Jahren.

Die Bundesregierung muss auch den Heizungstausch im Zuge des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) stärker fördern. Die Wärmewende ist richtig, aber sie muss sozial abgefedert werden. Das GEG bedeutet für die Studierendenwerke, dass sie 40% ihrer Wohnheimplätze, rund 78.000, von Gas auf klimaschonendere, sauberere Energieträger umgerüstet werden müssen. Dafür benötigen sie mehr staatliche Förderung, als bisher vorgesehen. Sonst könnten sie nicht anders, als die Mehrkosten für den Heizungsaustausch in Form von Mieterhöhungen an die Studierenden weitergeben zu müssen – das kann niemand ernsthaft wollen.

Wir brauchen auch dringend Erhöhungen beim BAföG. Die BAföG-Wohnkostenpauschale liegt derzeit bei 360 Euro im Monat; das reicht in kaum einer deutschen Hochschulstadt für ein WG-Zimmer. In München, der teuersten Hochschulstadt Deutschlands, muss man dafür 720 Euro im Monat bezahlen. Das BAföG muss rasch erhöht werden.“

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