Mit der neuen Veröffentlichung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) ist erstmals eine Broschüre verfügbar, die sich bundesweit mit den Lebensrealitäten queerer Menschen mit Demenz befasst. Damit erhalten sowohl LSBTIQA*-Personen und ihre An- und Zugehörigen, als auch in der Beratung und Pflege tätige Fachpersonen hilfreiche Unterstützung, wenn eine Demenzerkrankung auftritt. Durch eine Demenz gehen Teile der Erinnerung verloren oder geraten durcheinander. Dazu können auch Erinnerungen an das Leben, das wir gelebt haben, und die Menschen, die wir geliebt haben, gehören.

Wenn queere Menschen mit Demenz Teile der eigenen Geschichte vergessen, können daraus ganz neue Situationen und Verunsicherungen entstehen. Wer weiß von der queeren Identität, wer nicht? Darf ich mich offen zeigen, oder werde ich dann von der Polizei verfolgt? Manchmal ist eine frühere heterosexuelle Beziehung wieder präsent, die mit der aktuellen gleichgeschlechtlichen Person aber nicht mehr. Gerade angesichts einer langen Geschichte der Verfolgung von homosexuellen und queeren Menschen, die viele der heute Älteren selbst erlebt haben, ist es ein komplexes Thema, das Wissen und Sensibilität benötigt.

Die Broschüre „Demenz und queer“ geht auf ein Projekt des Kompetenzzentrums Demenz in Schleswig-Holstein zurück. Aufgrund der starken Nachfrage aus der Praxis wurde sie in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum überarbeitet und wird nun in aktualisierter Form bundesweit von der DAlzG herausgegeben. An der Entstehung der Broschüre haben unterschiedliche Autor*innen mitgewirkt und jeweils eigene Aspekte zu dem Thema beigetragen. Ziel ist es, An- und Zugehörige, Beratungsstellen und Einrichtungen durch die Veröffentlichung für die Vielfalt von Lebensgeschichten im Kontext Demenz zu sensibilisieren, damit sie Diskriminierung im Pflege- und Versorgungsalltag vorbeugen können. Unsicherheiten im Umgang mit queeren Menschen mit Demenz sollen reduziert und die Zugänge zu Pflege und Beratung erleichtert werden.

Swen Staack, 1. Vorsitzender der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz, betont: „Queere Menschen mit Demenz dürfen nicht erneut in die Unsichtbarkeit geraten. Sie haben das gleiche Recht auf Würde, Verständnis und eine Versorgung, die ihre Lebensgeschichte respektiert – genau dafür setzen wir mit dieser Broschüre ein klares Zeichen.“ Swen Staack, 1. Vorsitzender der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

Anneke Wilken-Bober vom Kompetenzzentrum Demenz Schleswig-Holstein, die das Projekt maßgeblich angestoßen hat, sagt: „Menschen mit Demenz sind nicht nur hetero und weiß. Vielfalt lebt vom Mitmachen und es braucht viele Menschen, die sich positionieren. Jahrzehnte lang haben beispielsweise Lesben, Schwule und auch Transpersonen um Sichtbarkeit gekämpft. Sie brauchen sogenannte „Allies“, Verbündete: Menschen, die sich in unserer immer noch stark heteronorm geprägten Gesellschaft für sie einsetzen, im Kleinen und im Großen. Deshalb haben wir 2024 die Broschüre für Schleswig-Holstein herausgebracht.“

Ergänzend zu der Broschüre, die in gedruckter Form und als PDF kostenlos zur Verfügung steht, kann über den Online-Shop der DAlzG ein Plakat zum Thema bestellt werden. Außerdem steht eine Audioversion der Broschüre als weiteres barrierearmes Angebot zur Verfügung unter www.deutsche-alzheimer.de/….

Die Überarbeitung, Ergänzung und Produktion der Broschüre sowie die Hörversion wurden durch eine Förderung der Postcode Lotterie ermöglicht.

Die Broschüre

Deutsche Alzheimer Gesellschaft (Hrsg.): Demenz und queer. Vielfalt denken, sehen, ermöglichen! 1. bundesweite Auflage 2026, 40 Seiten, gedruckt, digital und als Hörversion, kostenlos.

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Über Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft engagiert sich für ein besseres Leben mit Demenz. Sie unterstützt und berät Menschen mit Demenz und ihre Familien. Sie informiert die Öffentlichkeit über die Erkrankung und ist ein unabhängiger Ansprechpartner für Medien, Fachverbände und Forschung. In ihren Veröffentlichungen und in der Beratung bündelt sie das Erfahrungswissen der Angehörigen und das Expertenwissen aus Forschung und Praxis. Als Bundesverband von mehr als 130 Alzheimer-Gesellschaften unterstützt sie die Selbsthilfe vor Ort. Gegenüber der Politik vertritt sie die Interessen der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Die DAlzG setzt sich ein für bessere Diagnose und Behandlung, mehr kompetente Beratung vor Ort, eine gute Betreuung und Pflege sowie eine demenzfreundliche Gesellschaft.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft ist als Interessenvertreterin von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen im Lobbyregister des Deutschen Bundestags eingetragen und hat sich dem dafür geltenden Verhaltenskodex verpflichtet.

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