Für ihre Arbeit am gesamten Versorgungsprozess von Menschen mit Cochlea-Implantat – von der Diagnostik über die Implantation bis hin zur lebenslangen Nachsorge – ist die Hals-Nasen-Ohren-Klinik am Klinikum Karlsruhe jetzt erfolgreich als spezialisierte Einrichtung zertifiziert worden.

Die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit einer hochgradigen Schwerhörigkeit ist ein komplexer Prozess, an dem audiologische, pädagogische, technische und medizinische Fachleute beteiligt sind. Forschung und Technik entwickeln sich ständig weiter, was auch die ständige Weiterbildung der beteiligten Personen notwendig macht.

Das Cochlea-Implantat-Zentrum Karlsruhe an der Hals-Nasen-Ohren-Klinik am Städtischen Klinikum Karlsruhe bietet Patientinnen und Patienten den gesamten Versorgungsprozess von der umfassenden präoperativen Diagnostik und persönlichen Beratung über die hochmoderne Implantation bis hin zur postoperativen Rehabilitation und endet in der lebenslangen Nachsorge. Jetzt hat die Deutsche Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie (DGHNO-KHC) das Zentrum für seine Qualitätsstandards ausgezeichnet.

„Ab sofort zählen wir zu einer von 61 Kliniken in Deutschland, die nachweislich nach den Kriterien aus der medizinisch-wissenschaftlichen Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften arbeiten“, erklärt Dr. Michael Beeretz, Medizinischer Leiter des CI-Zentrums in der HNO-Klinik. „Als CI-versorgende Einrichtung sind wir verantwortlich für den Gesamtprozess der CI-Versorgung und gewährleisten die leitliniengerechte Betreuung unserer CI-versorgten Patientinnen und Patienten auf aktuellem wissenschaftlichen Standard.“

Auch wenn die Erfolge der CI-Versorgung seit mehr als 35 Jahren durch viele wissenschaftliche Publikationen zweifelsfrei belegt sind, schwanken die Ergebnisse im Einzelfall stark. „Individuelle Faktoren der Patientin oder des Patienten, wie etwa die Ertaubungsdauer, die Resthörigkeit und auch das soziale Umfeld beeinflussen das Resultat erheblich“, betont Markus Landwehr, Audiologischer Leiter und CI-Audiologe (DGA) des CI-Zentrums. „Darüber hinaus werden die Resultate auch durch die chirurgische Technik, die Anpassung des Audioprozessors, die Rehabilitation und die Nachsorge bestimmt. Versorgte Patientinnen und Patienten benötigen eine interdisziplinäre Betreuung, die sich nicht allein auf rein medizinische Aspekte wie die Chirurgie bezieht, sondern beispielsweise audiologische, hör- und sprachtherapeutische sowie sozialmedizinische Aspekte betrifft. Die optimale Nutzung des CI macht daher eine interdisziplinäre und lebenslange Betreuung der mit einem Implantat versorgten Menschen erforderlich.“

Am Klinikum Karlsruhe werden seit 2013 erfolgreich CI-Systeme operiert. Dank des erfahrenen CI-Teams erhalten die Patientinnen und Patienten eine wohnortnahe und lebenslange Versorgung durch die Klinik und das große Netzwerk an CI-Akustikerinnen und -Akustikern, Logopädinnen und HNO-Praxen.

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