UNICEF-Bericht 2025: Jedes fünfte Kind ist übergewichtig
UNICEFs Child Nutrition Report 2025 stellt erstmals fest, dass weltweit mehr schulpflichtige Kinder und Jugendliche an Übergewicht leiden als an Untergewicht. Der Bericht, welcher im September des vergangenen Jahres von UNICEF veröffentlicht wurde und Daten aus mehr als 190 Ländern auswertet, zeigt, wie stark Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen weltweit zugenommen haben. Die Zahlen machen das Ausmaß der Entwicklung deutlich:
- Rund jedes zehnte Kind zwischen 5 und 19 Jahren lebt inzwischen mit Adipositas – also einer stark ausgeprägten Form von Übergewicht, die mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein kann.
- Seit dem Jahr 2000 hat sich die weltweite Adipositasrate in dieser Altersgruppe etwa verdreifacht.
- Weltweit ist inzwischen etwa jedes fünfte Kind übergewichtig. Fast die Hälfte der betroffenen Kinder und Jugendlichen lebt bereits mit Adipositas.
UNICEF sieht in der intensiven Vermarktung ungesunder Lebensmittel eine wesentliche Ursache für diese Entwicklung. Gleichzeitig sind günstige, stark verarbeitete Produkte oft leichter verfügbar als ausgewogene Alternativen.
Gesunde Kinderernährung braucht die richtigen Rahmenbedingungen
Wir sehen in der aktuellen Entwicklung nicht nur ein individuelles, sondern vor allem ein strukturelles Problem. Natürlich bleiben Ernährungskompetenz und persönliche Verantwortung wichtig. Gerade Kinder können jedoch nur begrenzt beeinflussen, welche Lebensmittel ihnen angeboten werden, welche Werbung sie erreicht oder was sich ihre Familien leisten können. Das Problem ist vielschichtig:
- Angebot im Alltag: Snacks, Fast Food und stark verarbeitete Produkte sind vielerorts schneller verfügbar als frische, ausgewogene Mahlzeiten.
- Bezahlbarkeit: Für Familien mit begrenztem Budget sind günstige, energiereiche Lebensmittel häufig leichter zugänglich als hochwertige Alternativen.
- Werbung: Kinder begegnen täglich Werbung für Süßwaren, Softdrinks und Fast Food, während Ernährungsaufklärung deutlich weniger präsent ist.
- Zeitdruck: Wenn Zeit und Geld knapp sind, werden Fertigprodukte und Lieferangebote häufig zur praktikabelsten Lösung.
Deshalb reicht es nicht, allein bei den Kindern und Familien an Disziplin und bessere Entscheidungen zu appellieren. Wir müssen ein Umfeld schaffen, in dem eine ausgewogene Ernährung im Alltag leichter wird. Kitas, Schulen, Kommunen, Politik und Unternehmen prägen das Ernährungsumfeld mit und müssen das Problem gemeinsam angehen.
Kita- und Schulverpflegung als Teil der Lösung
Als Experten für Kita- und Schulverpflegung sind wir überzeugt, dass die Gemeinschaftsverpflegung einen konkreten Beitrag zu Gesundheit, Bildung und Chancengleichheit von Kindern leistet – und ihre Ernährung strukturell verbessern kann. Denn Kitas und Schulen sind einer der wenigen Orte, an denen wir als Gesellschaft das Ernährungsumfeld direkt gestalten können – jeden Tag, für Millionen Kinder. Gute Gemeinschaftsverpflegung ist hier ein Hebel auf mehreren Ebenen:
Gesunde Gewohnheiten
Kinder essen über viele Jahre hinweg regelmäßig in Kitas und Schulen. Ein abwechslungsreicher Speiseplan kann deshalb früh beeinflussen, was sie kennen und gerne essen. Wirkung entsteht dabei nicht durch eine einzelne Mahlzeit, sondern durch Kontinuität und feste Routinen.
Mehr Chancengleichheit
Gute Kita- und Schulverpflegung erreicht Kinder unabhängig von den finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten ihrer Familien. Ein bezahlbares und leicht zugängliches Angebot kann Ernährungsunterschiede abmildern und sogar die soziale Teilhabe von Kindern aus einkommensschwachen Familien verbessern.
Bessere Konzentration
Wer hungrig ist oder sich dauerhaft einseitig ernährt, hat es im Schulalltag schwerer. Eine regelmäßige, ausgewogene Mahlzeit schafft zwar nicht automatisch bessere Noten, sie unterstützt aber das Wohlbefinden, die Aufmerksamkeit und die aktive Teilnahme am Unterricht.
Prävention
Ausgewogene Kita- und Schulverpflegung verhindert Adipositas nicht allein, prägt aber täglich mit, was Kinder essen und als selbstverständlich kennenlernen. Deshalb ist sie auch eine wichtige Präventionsmaßnahme: Jeder vermiedene Fall von Adipositas im Kindesalter reduziert das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Folgeerkrankungen im Erwachsenenalter. Das spart später hohe Kosten im Gesundheitssystem – und verbessert die Lebensqualität.
Was bedeutet gute Kita- und Schulernährung konkret?
Wenn wir die Ernährung unserer Kinder systematisch verbessern möchten, muss Kita- und Schulessen mehr als eine warme und sättigende Mahlzeit sein. Es muss so gestaltet sein, dass ausgewogene Ernährung im Alltag verlässlich, bezahlbar und für Kinder attraktiv wird. Dafür braucht es klare Qualitätsstandards, die sich praktisch umsetzen, überprüfen und auf unterschiedliche Einrichtungen übertragen lassen.
Wie „gute“ Kita- und Schulverpflegung aussehen kann:
- Ausgewogene Lebensmittelauswahl: Mehr Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte sowie weniger Zucker, Salz und gesättigte Fette machen die Mahlzeiten ausgewogener. Die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung geben dafür eine klare Orientierung.
- Frische und Qualität: Wichtig sind auch möglichst viele frisch zubereitete Bestandteile und klare Vorgaben bezüglich vorverarbeiteter Produkte. Gute Verpflegung entsteht durch hochwertige Zutaten, durchdachte Rezepturen, verlässliche Abläufe und einen bewussten Umgang mit stark verarbeiteten Produkten.
- Geschmack und Akzeptanz: Ein ernährungsfachlich guter Speiseplan wirkt nur, wenn Kinder die Mahlzeiten annehmen. Geschmack, Aussehen, Temperatur, Portionsgröße und Essensatmosphäre gehören deshalb zur Qualität dazu.
- Ernährungsbildung im Alltag: Schulgärten, Kochprojekte, Verkostungen und Projekttage können Wissen praktisch erlebbar machen. Was im Unterricht vermittelt wird, sollte sich auch auf dem Teller wiederfinden.
- Zugang für alle Kinder: Bezahlbare oder bezuschusste Mahlzeiten, einfache Bestell- und Abrechnungssysteme sowie eine unbürokratische Unterstützung ermöglichen Teilhabe, ohne Kinder mit Förderbedarf auszugrenzen.
- Transparente Kennzahlen: Daten zu Gemüse- und Vollkornanteilen, Lebensmittelabfällen, Teilnahmequoten und Zufriedenheit können zeigen, wo Verbesserungen erreicht werden. Voraussetzung sind einheitliche Erhebungsmethoden und realistische Zielwerte.
Warum mehr als nur der Preis zählt
Gutes Kita- und Schulessen braucht regionale Stärke und gemeinsame Strukturen
Aktuelle Herausforderungen der Gemeinschaftsverpflegung
Wie können wir gutes Kita- und Schulessen so organisieren, dass es dauerhaft bezahlbar bleibt und in unterschiedlichen Einrichtungen zuverlässig funktioniert? An dieser Frage entscheidet sich, ob aus fachlichen Qualitätsansprüchen eine bessere Versorgung im Alltag wird. Denn steigende Kosten, fehlende Fachkräfte, schwankende Bestellmengen und andere Herausforderungen setzen Verpflegungsanbieter zunehmend unter Druck.
Wie ein Gruppenmodell die Branche stärken kann
Als Unternehmensgruppe in der Gemeinschaftsverpflegung wissen wir bei Symporo, dass gute Konzepte allein noch kein gutes Schulessen auf den Tisch bringen. Qualität darf nicht vom einzelnen Standort abhängen. Sie lässt sich aber auch nicht einfach zentral vorgeben. Küchen, Teams, Lieferwege und die Anforderungen der Einrichtungen unterscheiden sich. Deshalb verbinden wir die Erfahrung unserer regionalen Unternehmen mit gemeinsamen Strukturen, die ihre tägliche Arbeit gezielt unterstützen. Unsere Strategie:
- Regionale Erfahrung nutzen: Unsere Beteiligungen kennen ihre Einrichtungen, Abläufe und die Bedürfnisse der Kinder vor Ort. Dieses Wissen bildet die Grundlage für Verbesserungen, die im Alltag funktionieren.
- Beschaffung gemeinsam organisieren: Größere Einkaufsvolumen können die Verfügbarkeit und Planbarkeit hochwertiger Rohwaren verbessern. So entsteht mehr Spielraum, Qualität auch unter wirtschaftlichem Druck zu sichern.
- Gute Lösungen weitergeben: Erfolgreiche Rezepturen, Speisepläne und Abläufe müssen nicht in einem einzelnen Betrieb bleiben. Innerhalb der Gruppe können sie geteilt, weiterentwickelt und an andere Standorte angepasst werden.
- Qualität nachvollziehbar machen: Interne Analysen zu Gemüse- und Vollkornanteilen, Lebensmittelabfällen, Teilnahmequoten und mehr können zeigen, wo Verbesserungen gelingen und wo nachgesteuert werden muss.
- Nähe vor Ort bewahren: Marken, Teams und Kundenbeziehungen bleiben regional verankert. Die Gruppe unterstützt, ohne die Unternehmen und ihre gewachsenen Stärken zu vereinheitlichen.
Unser Anspruch ist es jedoch nicht, überall bloß dasselbe Angebot zu schaffen. Wir wollen die regionale Verantwortung der Anbieter vor Ort erhalten, während gemeinsame Ressourcen dort eingesetzt werden, wo sie in der Praxis einen Unterschied machen.
Mehr über unser Plattformmodell
Fazit: Gute Kinderernährung ist eine gemeinsame Aufgabe
Der UNICEF-Bericht macht deutlich, wie stark sich die Ernährungssituation von Kindern verändert hat. Sie ist jedoch kein individuelles Versagen, sondern ein Hinweis darauf, dass viele Kinder in einem Umfeld aufwachsen, in dem unausgewogene Ernährung oft die einfachere Wahl ist. Wir dürfen die Verantwortung deshalb nicht bei Kindern und Familien abladen. Schulen, Kitas, Kommunen, Politik und Verpflegungsanbieter gestalten mit, was täglich auf den Tisch kommt. Gute Kita- und Schulverpflegung ist zwar kein Allheilmittel, aber ein wichtiger Ansatzpunkt, um ausgewogene Ernährung verlässlich, bezahlbar und für alle zugänglich zu machen. Als Unternehmensgruppe wollen wir bei Symporo dazu beitragen, dass Qualität nicht vom einzelnen Standort oder vom Zufall abhängt. Regionale Erfahrung, verlässliche Strukturen, wirtschaftliche Tragfähigkeit und klare Qualitätsziele gehören für uns zusammen. Nur wenn diese Faktoren zusammenspielen, kann Kita- und Schulessen dauerhaft Teil der Lösung werden.
Die Symporo GmbH ist eine Gruppe im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung innerhalb der AURELIUS Wachstumskapital. Das Unternehmen bündelt mehr als zehn spezialisierte Beteiligungen – unter anderem in den Segmenten Kita- und Schulverpflegung, Essen auf Rädern für Seniorinnen und Senioren, Eventcatering und Betriebsverpflegung. Ziel von Symporo ist es, durch gemeinsame Standards, professionelle Strukturen und gezielte Investitionen die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Anbietern in der Gemeinschaftsverpflegung zu stärken.
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