Nachdem die Inflationsrate in den Monaten März bis Mai 2020 stark gesunken war, sind die Verbraucherpreise im Juni wieder gestiegen und lagen 0,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Preisentwicklung gegenüber Juni 2019 war von deutlich gefallenen Preisen für Mineralölprodukte sowie vom überdurchschnittlichen Preisanstieg für Nahrungsmittel geprägt.

Im Mai 2020 hatte die Inflationsrate in Hessen mit 0,3 Prozent noch auf einem Vier-Jahres-Tief gelegen. Im Juni erhöhte sich das Niveau der Verbraucherpreise wieder: Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, lag es um 0,8 Prozent über dem Niveau von Juni 2019. Dieselbe Inflationsrate war bereits im April 2020 zu verzeichnen.

Während die Preise bei den Nahrungsmitteln im Juni 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich stiegen, wirkten sich die Preisrückgänge für Energieprodukte nach wie vor dämpfend auf die Inflationsrate aus.

Erstmals seit Januar 2020 erhöhten sich die Preise für Energie im Vergleich zum Vormonat wieder. Dabei sorgten vor allem die gestiegenen Preise für Kraftstoffe mit dafür, dass das Niveau der Verbraucherpreise im Juni um 0,6 Prozent höher war als im Mai 2020.

Preise für Energie

Die Preise für Energie erhöhten sich im Juni 2020 um 2,0 Prozent im Vergleich zum Mai 2020. Dies war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vormonat seit Mai 2019. Verbraucherinnen und Verbraucher mussten sowohl für Kraftstoffe (plus 6,4 Prozent) als auch für Heizöl (plus 1,6 Prozent) tiefer in die Tasche greifen als im Vormonat. Die Preise für Erdgas blieben gegenüber Mai 2020 durchschnittlich unverändert.

Gegenüber Juni 2019 gingen die Preise für Energie im Juni 2020 um 5,9 Prozent zurück. Infolge des weltweiten Preisrückgangs für Rohöl waren Heizöl um 24,5 Prozent und Kraftstoffe um 14,5 Prozent erneut günstiger als im Vorjahresmonat. Erdgas (plus 3,5 Prozent) und Strom (plus 2,7 Prozent) waren gegenüber Juni 2019 merklich teurer. Ohne Berücksichtigung der gesamten Energie hätte die Inflationsrate im Juni 2020 in Hessen bei 1,4 Prozent gelegen.

Preise für Nahrungsmittel

Das Niveau der Nahrungsmittelpreise lag im Juni 2020 um 1,0 Prozent unter dem Niveau von Mai 2020. Günstiger gegenüber dem Vormonat waren im Juni Gemüse um 3,8 Prozent, Speisefette und -öle um 2,0 Prozent sowie Fleisch und Fleischwaren um 1,5 Prozent. Obst war dagegen um 0,5 Prozent teurer als im Mai. 

Im Vergleich zu Juni 2019 stiegen die Preise für Nahrungsmittel überdurchschnittlich um 3,9 Prozent. Teurer war für Verbraucherinnen und Verbraucher insbesondere Obst um 11,0 Prozent, darunter Zitrusfrüchte um 31,5 Prozent, Melonen und Papayas um 21,7 Prozent und Äpfel um 11,9 Prozent. Auch die Preise für Fleisch und Fleischwaren (plus 6,6 Prozent), Molkereiprodukte und Eier (plus 4,3 Prozent) sowie Gemüse (plus 2,0 Prozent) stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich. Um 4,0 Prozent günstiger waren Speisefette und -öle.

Preise für Waren

Die Preise für Waren insgesamt stiegen im Juni gegenüber Mai 2020 um 0,1 Prozent und blieben gegenüber Juni 2019 unverändert.

Die Preise für Verbrauchsgüter und Gebrauchsgüter blieben gegenüber Juni 2019 im Durchschnitt jeweils unverändert. Günstiger waren unter anderem Mobiltelefone (minus 6,5 Prozent), Geräte der Unterhaltungselektronik (minus 3,5 Prozent) und Bekleidungsartikel (minus 1,9 Prozent). Höhere Preise mussten für Tabakwaren (plus 6,2 Prozent), Sportartikel (plus 4,5 Prozent) und Personenkraftwagen (plus 1,5 Prozent) bezahlt werden.

Preise für Dienstleistungen

Das Niveau der Preise für Dienstleistungen (ohne Wohnungsmieten) lag im Juni 2020 um 1,5 Prozent über dem Niveau des Vormonats und um 1,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Nach den Lockerungen der Corona-Maßnahmen konnten Verbraucherinnen und Verbraucher wieder vermehrt Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Dabei mussten allerdings – unter anderem aufgrund von Hygieneauflagen – deutlich höhere Preise bezahlt werden: Der Friseurbesuch für Männer kostete durchschnittlich 6,8 Prozent und für Frauen 4,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch Sport-, Freizeit- und Erholungsdienstleistungen (plus 6,1 Prozent) sowie Gaststättendienstleistungen (plus 2,3 Prozent) waren teurer als im Juni 2019.

Zudem verteuerten sich beispielsweise Dienstleistungen sozialer Einrichtungen um 4,9 Prozent sowie die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen um 2,8 Prozent.

Die Wohnungsmieten (Nettokaltmieten) lagen im Juni um 0,2 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Im Vergleich zum Juni 2019 mussten Mieterinnen und Mieter 1,7 Prozent mehr bezahlen.

Hinweise zur Datenqualität:

Nach den Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie in den Monaten April und Mai war im Juni wieder eine nahezu reguläre Preiserhebung möglich. Die Qualität der Gesamtergebnisse war und ist weiterhin gewährleistet.

Einzelne Indizes und Veränderungsraten sind in den Tabellen und Grafiken mit Klammern versehen, wenn der Aussagewert aufgrund eines hohen Anteils imputierter Preise eingeschränkt ist. Dies ist dann der Fall, wenn infolge der Corona-Pandemie der Anteil imputierter Preise für eine Position größer als 50 Prozent ist oder wenn mehr als 50 Prozent des Wägungsanteils einer Position auf Imputationen basiert. Imputationen liegen vor, wenn Preise nicht erhoben werden konnten und deshalb auf der Basis geeigneter Verfahren ermittelt wurden. Nähere Informationen zu diesen Fortschreibungsverfahren finden Sie auf unserer Sonderseite.

Die Ergebnisse gelten bis zur Veröffentlichung des Statistischen Berichts als vorläufig.

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