Rainer Knoob, Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger e.V. (AUB), sagte anlässlich der Mitgliederversammlung der AUB. in Nürnberg:

Die Betriebsratswahlen 2018 liegen hinter uns, wir als AUB sind mit dem Ausgang durchweg zufrieden. Im Handelsbereich haben unsere Betriebsratsmitglieder fast überall ihre Ergebnisse von vor vier Jahren verbessern können. In der Industrie, besonders im Metallbereich, hat wohl der sehr gute Tarifabschluss zwischen der IGM und den Metall-Arbeitgebern kurz vor den Betriebsratswahlen dazu beigetragen, dass wir dort nicht zulegen konnten.

In Unternehmen, die bundesweit agieren, also durch Niederlassungen oder Filialen, zeichnet sich ein Trend ab, dass diese flächendeckende Gemeinschaftsbetriebsräte installieren. Meistens geschieht dies auf Initiative der Arbeitgeber – wohl häufig aus Kostengründen – die mit den Gewerkschaften einen entsprechenden Tarifvertrag abschließen.

Wir haben bei unseren Beratungen festgestellt, dass es dort allerdings weniger Bereitschaft der Arbeitnehmer zur Betriebsratskandidatur gibt und die Identifikation mit dem Betriebsratsgremium und damit möglicherweise auch mit dem Unternehmen schwindet. Ebenso ist festzustellen, dass die Arbeitgeber die traditionellen Gewerkschaften zurzeit mehr hofieren als es in früheren Jahren der Fall war und auch kompromissbereiter sind. Das mag an der ausgesprochen guten Konjunktur und Arbeitsmarktlage liegen, in der offenbar beide Seiten keinen Grund für Streitigkeiten haben. In den nächsten Monaten, in denen die wirtschaftlichen Sanktionen und Zölle in die deutsche Wirtschaft eingreifen, wird sich zeigen, ob dieses friedvolle Miteinander halten wird.

„Befremdlich finden wir den Trend hin zu rechten Arbeitnehmervertretungen bzw. Gewerkschaften insbesondere in der Automobil-Industrie, der uns allen Sorgen bereiten sollte. Die Branche sollte sich fragen, ob ihr betrügerisches Verhalten und ihre Abgehobenheit von jedem wirtschaftlichen, politischen und moralischen Konsens in den letzten Jahren Spuren hinterlassen hat, dass ihre Mitarbeiter nicht nur Unzufriedenheit mit sich tragen, sondern auch gesellschaftspolitisch offenbar etwas anderes wollen als eine Demokratie. Anscheinend haben die Machenschaften zwischen Gewerkschaften und Management den neuen Kräften Zulauf gebracht. Wir fordern deshalb die Automobil-Industrie auf, sich ihrer diesbezüglichen Verantwortung bewusst zu werden und gegebenenfalls entsprechend zu handeln“, sagte Knoob abschließend.  

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