Ca. 4-6% aller Schulkinder haben erhebliche Schwierigkeiten beim Schriftsprach- bzw. Mathematikerwerb. Sie benötigen eine spezifische Förderung. Individuelle Angebote im Unterricht oder Förderunterricht reichen oft nicht aus und gehen über die zeitlichen und didaktischen Möglichkeiten der Lehrkräfte hinaus. Häufig werden die Kinder auch einfach übersehen. Sie erleben ständig Misserfolge und geraten in einen Teufelskreis von Versagen und Angst. Sekundärstörungen wie Schulunlust, Angststörungen, Selbstzweifel und Depression sind keine Seltenheit. „Das muss nicht sein,“ weiß Marcus Kurth, Vorstandsmitglied des Fachverbandes für integrative Lerntherapie e. V. (FiL), „frühzeitige und unbürokratische Hilfe kann diese Entwicklungen verhindern, am besten in der Schule, in Zusammenarbeit mit der Lehrkraft, damit alle Kinder, die Hilfe brauchen, diese erhalten können!“ Er arbeitet seit Jahren mit Schulen zusammen und weiß, wie sehr das lerntherapeutische Wissen von den Lehrkräften als Entlastung bei der Förderung von Kindern, die Schwierigkeiten mit dem Lernen haben, geschätzt wird. „Ich bin und war nicht alleine mit meinen Problemen, meinen Gedanken, nicht helfen zu können. Von der Zusammenarbeit haben wir eine unheimliche Stärkung bekommen“, fasst Frau Neumann ihre Erfahrungen mit einem Kooperationsprojekt Schule und Lerntherapie zusammen. Viel Leid der Kinder könnte vermieden werden, wenn zumindest an jeder Grundschule ein/e Lerntherapeut*in mitarbeiten würde – eine Maßnahme, die die dramatische Zahl von 7,5 Mio funktionalen Analphabeten in Deutschland nachhaltig reduzieren könnte. Bisher jedoch wird eine Lerntherapie nur über die Eingliederungshilfe durch die Jugendämter finanziert, die erst bewilligt wird, wenn das Kind bereits seelisch krank ist.

„Für mich ist das ein absolut unverständlicher und unverantwortlicher Zustand“, erklärt Marlies Lipka, Geschäftsführerin des FiL,“Es gibt gut ausgebildete Therapeut*innen, die die Kinder unterstützen können, damit sie einen ihrem Leistungsvermögen entsprechenden Schulabschluss und Beruf erwerben können.“ Dafür engagiert sich der FiL seit seiner Gründung 1989 und definierte 2003 Standards für die umfassende Aus- bzw. Weiterbildung von Lerntherapeut*innen. Inzwischen gibt es Master- und Bachelorstudiengänge, jedoch keine staatliche Anerkennung und einheitlich geregelte Zulassungsvoraussetzungen für die Berufsausübung. Solange diese fehlen, sind sowohl die Angebote für Aus- bzw. Weiterbildungen wie für Therapieformen kaum durchschaubar. Für Eltern ist es schwer, die geeignete Hilfe für ihr Kind zu finden. Andererseits legen Jungendämter teilweise willkürlich Kriterien für die Zulassung von Lerntherapeut*innen fest.

Die Anerkennung des Berufsstandes Lerntherapeut*in ist überfällig! Dafür kamen am Samstag, 16.06.18 in Berlin Lerntherapeut*innen aus dem ganzen Bundesgebiet zusammen und gründeten den Berufsverband für Lerntherapeut*innen (BLT). Die Mitglieder des neuen Berufsverbandes verfügen über einen Master- oder Bachelorabschluss Lerntherapie oder das Zertifikat „Integrative Lerntherapeutin FiL“ und verfolgen folgende Ziele:

– Anerkennung des Berufs Lerntherapeut*in
– Anerkennung der Lerntherapie als adäquate Behandlungsform bei Lernstörungen
– Aufklärung der Öffentlichkeit über den Beruf und das lerntherapeutische Angebot
– die Sicherung einheitlicher Standards für die Aus-/Weiterbildung
– Berufsbedingungen, inklusive einer fairen Bezahlung, die dem Therapieangebot und der Ausbildung der Therapeut*innen entsprechen

Bei der FiL-Fachtagung am 8./9. Juni 2018 an den DRK Kliniken in Berlin I Westend begrüßte Nicola Beer (FDP) die Gründung eines solchen Berufsverbandes. „Wir Lerntherapeut*innen möchten gehört werden und unsere fachliche Expertise zur individuellen Förderung in die politische Diskussion einbringen“, betont Marlies Lipka, „zum Beispiel beim Thema Ganztagsbetreuung!“

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