Patienten mit Rückenproblemen sind meist ratlos und wissen nicht, welcher Facharzt für sie der richtige ist. Ursachen von Rückenschmerzen können vielfältig sein. Der Schlüssel zur bestmöglichen Behandlung ist deshalb die multimodale Therapie, bei der sich Ärzte unterschiedlichster Fachgebiete gemeinsam um den Patienten kümmern: vom Orthopäden bis zum Unfallchirurgen, von Neurochirurgen über Spezialisten für Schmerztherapie, Allgemeinchirurgie, für physikalische Therapie und Rehabilitation bis hin zu Sportmedizinern. Außerdem kümmern sich Physiotherapeuten und Psychologen um die Patienten. Im Wirbelsäulenzentrum Bad Abbach profitieren Patienten von diesem „multimodalen Therapie-Konzept“ bereits heute. Das Wirbelsäulenzentrum in der Orthopädischen Universitätsklinik gilt seit Eröffnung 2017 auf dem Gebiet als deutschlandweites Modellprojekt. Die wichtigsten Vorteile der multimodalen Behandlung für die Patienten: viel genauere Diagnosen, individuell maßgeschneiderte Therapien und vor allem die Vermeidung von Überbehandlung oder überflüssigen Operationen.

Das „Alles unter einem Dach“-Prinzip bei der Behandlung von Rückenschmerzen erspart den Patienten auch viel Wege und Wartezeit. Das multimodale Konzept gibt zudem die Sicherheit einer Behandlung von Wirbelsäulenbeschwerden auf höchstem Niveau mit medizinischer Kompetenz. In Bad Abbach wurden hier in den letzten Monaten Maßstäbe gesetzt. „Ich kenne deutschlandweit keine andere Einrichtungen, die eine vergleichbare Ausstattung mit Spezialisten dieser verschiedenen Fachdisziplinen besitzt und ein so umfassendes, breites Diagnostik- und Behandlungsspektrum erreicht“, sagt Professor Joachim Grifka, Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik Bad Abbach.

Im Therapiealltag des neuen Wirbelsäulenzentrums werden die Behandlungsoptionen von den Fachärzten gemeinsam abgestimmt, bei Notwendigkeit auch Operationen von den unterschiedlichen Spezialisten in Teamarbeit durchgeführt. „Unser Ziel ist es, hier in Bad Abbach Erkrankungen der Wirbelsäule vom Kindesalter bis zum Senioren, auf höchstem technischen und wissenschaftlichen Stand zu versorgen – konservativ oder wenn wirklich nötig selbstverständlich auch operativ“, so Professor Grifka.

Therapiealltag ist dabei zum Beispiel die Behandlung von Wirbelsäulen-verkrümmungen oder Einengungen des Wirbelkanals, Bandscheibenvorfälle, Osteoporose-Folgen oder auch Wirbelbrüche.

Überraschend: Die vernetzte und konzentrierte ärztliche Kompetenz unter einem Dach hat im Wirbelsäulenzentrum zu einer Reduzierung der operativen Eingriffe geführt. „Es zeigt sich immer wieder, dass ein Großteil der Patienten, die wegen Rückenproblemen operiert werden sollten, durch unsere multimodale Schmerztherapie auch ohne Operation beschwerdefrei wird“, sagt Professor Grifka.

Ist ein chirurgischer Eingriff etwa bei Wirbelkörperbrüchen oder Verschleißveränderungen unvermeidlich, sind – wenn immer es sinnvoll ist – minimalinvasive Operationstechniken die erste Wahl.

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