Weltweit besitzen 4,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu gesundheitlich unbedenklicher Sanitärversorgung. Auf diese Menschenrechtsverletzung weist FIAN Deutschland anlässlich des Welt-Toilettentags am 19. November hin. Auch 24 UN-Sonderberichterstatter*innen weisen in einer gemeinsamen Stellungnahme auf die problematische Situation hin. In vielen Ländern haben sich die Probleme durch die Hygiene-Erfordernisse in der Corona-Pandemie verschärft – auch weil 40 % der Weltbevölkerung zu Hause keinen Zugang zu Seife und fließendem Wasser haben.

Der Zugang zu sauberen Toiletten ist von den Vereinten Nationen 2015 als eigenständiges Menschenrecht anerkannt worden. Indien ist eines der Länder, in dem dieses Menschenrecht anhaltend verletzt wird. FIAN Deutschland veröffentlicht zum morgigen Welt-Toilettentag ein Factsheet über die dortige Lage.

In vielen ländlichen Regionen Indiens verrichten die Menschen aufgrund fehlender Toiletten ihre Notdurft im Freien. Die mangelnde Hygiene führt vor allem bei Kindern zu vermehrten Erkrankungen und Unterernährung. 2017 starben allein in Indien 706.000 Kinder unter fünf Jahren an Untergewicht – zwei Drittel aller Sterbefälle in dieser Altersgruppe. „Aufgrund der Corona-Pandemie wiegen diese Menschenrechtsverletzungen besonders schwer. Unzureichende Hygiene-Möglichkeiten fördern die Verbreitung des Virus und können zum Ausbruch von Covid-19 führen“, erläutert Gertrud Falk, Menschenrechtsreferentin von FIAN Deutschland.

2014 hat der indische Staat mit der „Mission Sauberes Indien“ das Ziel verkündet, den weit verbreiteten Stuhlgang im Freien bis zum Jahr 2019 zu beenden. Gemäß staatlicher Angaben wurden landesweit die Errichtung von rund 100 Millionen privaten Toiletten gefördert. Scheinbar ein voller Erfolg. Doch wissenschaftliche Untersuchungen kommen zu ernüchternden Ergebnissen: In den vier nordindischen Bundesstaaten Bihar, Uttar Pradesh, Rajasthan und Madhya Pradesh praktizierten im Jahr 2018 von den 70 Prozent der Bevölkerung, die eine Toilette besaßen, immer noch 23 Prozent eine Darmentleerung im Freien. Grund für die eklatanten Missstände ist die unzureichende Infrastruktur für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. „Viele ländliche Regionen sind weder an das Wassernetz noch an die Kanalisation angeschlossen“, beklagt Gertrud Falk. „Der indische Staat müsste dringend für diese notwendige Infrastruktur sorgen, um seinen menschenrechtlichen Pflichten gerecht zu werden und das Menschenrecht auf Sanitärversorgung zu garantieren.“

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