Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, sieht in der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche auch das ZdK in der Verantwortung und begrüßt die Existenz einer eigenen Arbeitsgruppe. Der Hauptausschuss des ZdK hatte sie im Januar ins Leben gerufen. Auf der Vollversammlung sprachen erstmals Betroffene vor dem Plenum.

Dazu gehörte Johanna Beck, soeben als Einzelpersönlichkeit neu ins ZdK gewählt. Sie beschrieb, wie Missbrauch durch Priester auch von Laien ermöglicht worden sei: „Unter ihnen gab und gibt es Komplizen und Mitwisser.“ Sie bezeichnete „Co-Klerikalisten“ als Menschen, die Taten bagatellisierten oder keinen Glauben schenkten. Der ZdK-Präsident hatte bereits zum gestrigen Auftakt der Vollversammlung gesagt: „Wer jetzt nicht ehrlich und glaubwürdig mit den Betroffenen spricht, wer nicht Prävention, Anerkennung und Aufarbeitung intensiv betreibt, kann die große Vertrauenskrise nicht überwinden. Dies sehe ich auch als Auftrag für uns.“

Der Arbeitsgruppe zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche gehören Mitglieder des ZdK sowie Betroffene an. Geleitet wird sie von Birgit Aschmann, Professorin an der Humboldt-Universität zu Berlin und Sprecherin des Arbeitskreises für politische und ethische Grundfragen, und ZdK-Vizepräsident Wolfgang Klose (Berlin).

Mit der Einrichtung der Arbeitsgruppe löste das ZdK eine Absichtserklärung der Vollversammlung vom November 2020 ein, ein eigenes Gremium zu mandatieren, Gespräche mit Betroffenen aufzunehmen und am Fortgang des Aufarbeitungsprozesses in der Kirche mitzuwirken. Hauptaufgabe des Arbeitskreises ist es, einen Überblick über den Verlauf der Projekte in den Diözesen, Orden und Verbänden zu gewinnen. Die Arbeit der in den Bistümern eingesetzten bzw. noch zu schaffenden Unabhängigen Kommissionen soll auf diese Weise begleitet werden. Wolfgang Klose sagte, es gehe um „die ehrliche Wahrnehmung, dass die Betroffenen sexueller Gewalt aus unseren eigenen Reihen stammen.“ Das allein reiche aber nicht: „Wir müssen uns mit Ihnen solidarisieren. Es handelt sich in der Regel um Kinder und Jugendliche aus Verbänden, Vereinen und unseren Kirchengemeinden.“

Birgit Aschmann hob einen Entwicklungsprozess im ZdK hervor: „Bislang galt die Aufarbeitung weitgehend als reine Angelegenheit der Bischöfe“, sagte sie vor der Vollversammlung. Inzwischen habe das ZdK realisiert, dass es als Vertretung der Laien selbst Verantwortung übernehmen und mit Betroffenen in einen Austausch treten müsse: „Denn die Kinder und Jugendlichen, die missbraucht wurden, kamen oft aus den katholischen Familien. Sie sind damit ein Teil von uns“. Das ZdK stehe einerseits den Opfern nahe, andererseits sei es Teil des Systems. Vielleicht könne es gerade deshalb in besonderer Weise als Vermittler zwischen Bistumsleitungen und Betroffenen fungieren.

 

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