Mit dem heute in Brüssel präsentierten Entwurf für eine Verordnung über den nachhaltigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (Sustainable Use Regulation: SUR) gibt die Europäische Kommission den Mitgliedsstaaten Ziele für eine Pflanzenschutzmittel-Reduktion vor, die weder die aktuellen Herausforderungen der Landwirtschaft noch die bereits geleisteten, erheblichen Reduktionen angemessen berücksichtigen. Der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) hofft, dass sich die Bundesregierung zusammen mit anderen Mitgliedsstaaten in den Verhandlungen über den Kommissionsvorschlag für Verbesserungen einsetzt, die mehr Flexibilität einräumen und den unterschiedlichen Bedingungen der landwirtschaftlichen Produktion Rechnung tragen.

„Als Hersteller von Pflanzenschutzmitteln haben wir seit Beginn der Diskussionen über die Farm to Fork-Strategie der EU betont, dass wir unvermindert daran arbeiten, die Nachhaltigkeit des Einsatzes unserer Produkte zu steigern. Dazu kann durchaus auch eine Mengenreduktion beitragen, aber diese muss wissenschaftlich nachvollziehbar, praktikabel und erreichbar sein“, sagte IVA-Hauptgeschäftsführer Frank Gemmer: „Der Schlüssel zu mehr Nachhaltigkeit liegt nicht in starren Reduktionszielen, sondern vor allem in innovativen Lösungen wie neuen, risikoarmen Wirkstoffen, biologischen Pflanzenschutzmitteln, der Weiterentwicklung des Integrierten Pflanzenbaus und vor allem in einer präziseren Ausbringung mithilfe der Digitalisierung.“

In Deutschland sind in den zurückliegenden Jahren bereits erhebliche Reduktionen im Pflanzenschutzmittel-Einsatz erreicht worden. Der Harmonisierte Risiko-Indikator 1 (HRI 1), ein europaweit einheitlicher Messwert, mit dem Wirkstoffe nach ihrem Risikopotenzial gewichtet werden, sank im Jahr 2020 auf 0,655 gegenüber dem Referenzwert aus dem Mittel der Jahre 2011 – 2013. „Mit anderen Worten: In nicht einmal zehn Jahren hat die deutsche Landwirtschaft Menge und Risiko beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um ein Drittel reduziert. Aus dieser Leistung in der Vergangenheit darf kein Wettbewerbsnachteil gegenüber Ländern werden, die im selben Zeitraum ihre Reduktionsziele weniger ambitioniert verfolgt hatten“, so Gemmer.

Für die Transformation der Landwirtschaft ist es aus Sicht des IVA der falsche Weg, Landwirten die Werkzeuge im Pflanzenschutz zu streichen – vielmehr müssten Alternativen mit Nachdruck gefördert und die Landwirte durch finanzielle Hilfen unterstützt werden, in neue, digitale Technologien zu investieren. Durch den konsequenten Einsatz modernster Ausbringungstechnik könnten knapp ein Viertel der heute eingesetzten Pflanzenschutzmittel ohne Ertragseinbußen eingespart werden, hatte eine vom IVA in Auftrag gegebene Studie der HFFA Research GmbH berechnet.

>> Harmonisierter Risiko-Index 1: https://sf.julius-kuehn.de/pesticide-dbx/hri

>> Studie zur Reduktionspotenzialen: https://www.iva.de/sites/default/files/2022-03/Studie_HFFA%20Research.pdf

 

Über Industrieverband Agrar e. V. (IVA)

Der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) vertritt die Interessen der agrochemischen Industrie in Deutschland. Zu den Geschäftsfeldern der 53 Mitgliedsunternehmen gehören Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Pflanzenzüchtung, Biostimulanzien und Schädlingsbekämpfung. Die vom IVA vertretene Branche steht für innovative Produkte für eine moderne und nachhaltige Landwirtschaft.

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