Weltweit schwächt sich die Konjunktur ab, die Geldpolitik wird allerorts straffer und das Risiko einer globalen Rezession steigt. Dennoch kann man die Lage in den USA, der Euro-Zone und China nicht über einen Kamm scheren, sondern muss klar differenzieren, so Dr. Andrea Siviero, Investment Strategist bei Ethenea Independent Investors S.A.: „Trotz des gleichen groben Rahmens sind die jeweiligen Wirtschaftsdaten, die Inflationsdynamiken sowie auch die weiteren Aussichten in diesen Märkten heterogen.“ 

USA: Fortschritte bei der Inflationsbekämpfung

„Die Fed scheint auf dem besten Weg zu sein, die Inflation wieder unter Kontrolle zu bringen und politischen Spielraum zu gewinnen“, beurteilt Siviero die Lage in den USA. Dabei könne die US-Notenbank immer noch auf eine robuste Wirtschaft und ein solides Beschäftigungsniveau zählen. „Die Wiederherstellung der Preisstabilität wird allerdings fast unweigerlich mit einer anhaltenden Phase langsamen Wachstums und höherer Arbeitslosigkeit einhergehen. Das lässt eine Rezession immer wahrscheinlicher werden.“ Seit März hat die Fed den Leitzins in mehreren Schritten um insgesamt 3,25 Prozentpunkte angehoben und bekundet, die Zinsen für längere Zeit auf hohem Niveau halten zu wollen, um die Inflation zu senken.

Die Pandemie habe die US-Wirtschaft dank der beispiellosen politischen Unterstützung gut überstanden. „Die Inflation wurde in erster Linie durch die starke Gesamtnachfrage angetrieben und zeigte besorgniserregende Anzeichen dafür, dass sie breiter und struktureller wird“, so Siviero. Auf dem Arbeitsmarkt herrsche Vollbeschäftigung, die Löhne stiegen in einem gesunden Tempo, und die persönlichen Einkommen und Ausgaben blieben trotz des schwachen Verbrauchervertrauens solide.

Eurozone: Rezession kaum vermeidbar

Anders die Lage in Europa: Die rekordhohe Inflation, die sich immer weiter ausweitet und verfestigt, ist in erster Linie auf den starken Anstieg der Energiepreise und die Abschwächung des Euro zurückzuführen. „Die erklärte Entschlossenheit der EZB, die Inflation energisch auf das Zielniveau zurückzuführen, lässt eine Rezession im Jahr 2023 immer wahrscheinlicher erscheinen. Zwar wird die Fiskalpolitik die negativen Auswirkungen der Stagflation abmildern können, aber insgesamt erscheint eine Rezession im zweiten Halbjahr fast unvermeidlich“, urteilt Siviero. 

Die EZB hat erst im Juli mit der Straffung ihrer Geldpolitik begonnen, als sich das Wirtschaftswachstum bereits verlangsamt hatte. Wirtschaftlich habe sich die Eurozone noch nicht vollständig vom Pandemieschock erholt und leide unter einer historisch hohen Inflation, Energieknappheit und Dürren. „Die Wirtschaftstätigkeit ist gedämpft, der Industriesektor leidet weiterhin unter Lieferengpässen und der schwachen weltweiten Nachfrage“, so Andrea Siviero. „Der Arbeitsmarkt ist zwar nach wie vor gesund, doch das Lohnwachstum kann mit der Inflation nicht Schritt halten“. Dementsprechend sei das Verbrauchervertrauen auf einem historischen Tiefstand, wobei Konsumenten unter dem starken Rückgang des real verfügbaren Einkommens und einer Schwächung ihrer Kaufkraft litten. 

China: Immobilienkrise belastet Wachstum 

Der Blick auf China fällt bei Ethenea-Investment-Strategist Siviero verhalten aus: Trotz starker geld- und fiskalpolitischer Unterstützung zur Ankurbelung des Wachstums sei der Inlandskonsum schwach und das Kreditwachstum gering, da Unternehmen und Haushalte die Wirtschaftsaussichten weiterhin pessimistisch einschätzten. „Eine akkommodierende Politik wird das Wachstum weiterhin ankurbeln, aber eine übermäßige Verschuldung, eine nachlassende Nachfrage und Spannungen zwischen wirtschaftlichen Zielen und gesundheitlichen Bedenken werden das Wachstum für den Rest des Jahres wahrscheinlich weiterhin behindern.“ Die geopolitischen Spannungen mit den USA wegen Taiwan sind eine zusätzliche Sorge für China und auch die Weltwirtschaft.

Der Nationale Volkskongress hatte für 2022 ein ehrgeiziges offizielles BIP-Wachstumsziel von 5,5 Prozent angekündigt, doch haben die Verantwortlichen bereits stillschweigend eingeräumt, dass dieses Ziel nicht zu erreichen sein werde, so Siviero: „Die chinesische Wirtschaft hat sich schon seit einiger Zeit verlangsamt und wird gebremst durch eine Verschärfung der Regulatorik, wiederholte Covid-Ausbrüche und strenge Lockdowns mit Schließungen großer Wirtschaftszonen. Darüber hinaus befindet sich der Immobiliensektor in einer tiefen Krise und zeigt besorgniserregende Anzeichen von Überinvestitionen und Überschuldung.“ 

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