Der Freundeskreis des Hamburger Museums der Arbeit hat am 23. Oktober 2023 zum vierten Mal den „Ursula-Schneider-Preis für Bachelor- und Masterarbeiten“ vergeben. Für den Preis bewerben konnten sich Studierende der Hamburger Hochschulen, die sich in ihren Abschlussarbeiten mit Geschichte, Gegenwart oder Zukunft der Arbeitswelten befassten. Eine Fachjury prämierte zwei Bachelor- und zwei Masterarbeiten mit Preisen zwischen 500 und 2000 Euro. Der Preis ist nach Ursula Schneider, langjähriger Kuratorin am Museum der Arbeit, benannt. Der Preis soll Anreize für eine zukunftsorientierte akademische Ausbildung geben und die Bildungsarbeit im Museum inspirieren. Die Vergabe des Preises wird von der Hamburger Wilma-Krug-Stiftung unterstützt.

Kersten Albers, Vorsitzender des Freundeskreises: „Die vielen tollen Bewerbungen zeigen eindrücklich, wie kreativ und kompetent sich Hamburger Studierende mit Themen der Arbeitswelt auseinandersetzen und Impulse geben für neue Perspektiven. Der Preis wird auch 2024 diese Entwicklung würdigen und anerkennen.“

Prof. Dr. Rita Müller, Direktorin des Museums der Arbeit und Mitglied der Fachjury: „Die Vergabe des Ursula-Schneider-Preises erbringt immer wieder spannende und zum Teil überraschende Fragestellungen und Aspekte, die wir in der Arbeit des Museums zum Beispiel bei Sonderausstellungen gern aufgreifen. Wir freuen uns über dieses inhaltliche Interesse der Studierenden.“

Ausgezeichnet wurden:

1. Preis Masterarbeit: Ronja Oltmanns

Ronja Oltmanns beschäftigt sich in ihrer Masterarbeit mit dem Hafenbau in Wilhelmshaven und der migrantischen Arbeit. Ihre Untersuchung wurde am Fachbereich Geschichte der Universität angenommen. Der Hafenbau wurde ab 1857 von der preußischen Marine organisiert, die Arbeiter mussten aus anderen Regionen geholt werden. Oltmanns wertet eine beeindruckende Quellenvielfalt aus und fragt klug nach Arbeitsbedingungen und Zuschreibungen. Dabei zeigt sich, dass weniger nationale Zuschreibungen gegenüber katholischen Arbeitern aus den östlichen preußischen Gebieten vorgenommen werden, sondern soziale Ausgrenzungen. Die Arbeit bietet weit über das Untersuchungsgebiet Wilhelmshaven hinaus grundlegende Erkenntnisse über Nationalisierungsprozesse und „Othering“ in den Arbeitswelten.

2. Preis Masterarbeit: Dilan Karataş

Dilan Karataş beschäftigt sich in ihrer Arbeit – eingereicht im Studiengang Urban Design an der HafenCity University – mit der Situation von wohnungslosen Frauen und welche Angebote seitens der Stadt Hamburg bereitgestellt werden. Diese Geschlechterdimension arbeitet sie mit Feldforschungen, Kartierungen und Experteninterviews mit in der Betreuung wohnungsloser Frauen tätigen Personen auf. Dieser mehrdimensionale Zugang wird klug komponiert und die Interviews mit den Care-Arbeiter*innen wird mit innovativen Kategorien ausgewertet. Die Jury war von der thematisch und gestalterisch hervorragend Arbeit überzeugt.

1. Preis Bachelorarbeit: Hilde Teichgräber

Hilde Teichgräber befasst sich mit der beruflichen Situation von Trans*personen. Die Arbeit wurde am Fachbereich Sozialökonomie der Universität Hamburg angenommen. Teichgräber greift nicht Identitätsfragen auf, sondern untersucht in ökonomischer, soziologischer und juristischer Hinsicht die Situation von Personen, die eine Geschlechtstransition vollzogen haben. So trägt die Arbeit dazu bei, die Akzeptanz von Trans*personen in der Arbeitswelt zu erhöhen, die jetzt noch häufig Diskriminierungen und Mobbing ausgesetzt sind.

2. Preis Bachelorarbeit: Inga Mühlheims

Inga Mühlheims hat den Arbeitsbegriff auf ehrenamtliches Engagement ausgeweitet. In ihrer Untersuchung fragt sie danach, welche Rolle Emotionen für die Aktivist*innen von Fridays for Future spielen. Die am kulturwissenschaftlichen Institut der Universität Hamburg eingereichte Bachelorarbeit untersucht mithilfe von Interviews Emotionspraktiken. Mühlheims kann erkunden, wie Emotionen in Aktivitäten umgesetzt werden und wie wesentlich sie Vergemeinschaftungspraktiken in der Zusammenarbeit prägen. Sie zeigt auch eindrücklich, dass die von Fridays for Future vorgetragenen Forderungen nicht von Pessimismus, sondern von Optimismus und Gestaltungswillen geprägt sind.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Freundeskreises: http://www.freunde-museum-der-arbeit.de 

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