Spielt gewöhnliches Wasser eine Rolle in der Medizin? Ja, sagt Dr. Manfred Kubny, Professor an der National University for Natural Medicine (Portland, Oregon, USA), der eine der umfangreichsten wissenschaftlichen Arbeiten über „Wasser in der abendländischen Heilkunde“ geschrieben hat. In seinem Interview mit Ursula Maria Lang, Leiterin der St. Leonhards-Akademie, berichtet er wie „Wasser als Heilmittel“ in den verschiedenen Kulturen seit der Antike verwendet wurde und welche Erkenntnisse sich daraus für die moderne Medizin und persönliche Gesundheitsvorsorge ableiten lassen.

Quellwasser gut für Heilung und Gesundheit

Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Alle Lebens- und Stoffwechsel-Vorgänge hängen davon ab. Doch ist es erstaunlich, welche Erkenntnisse Dr. Manfred Kubny, Sinologe und Komplementär-Mediziner in seiner wissenschaftlichen Forschung zusammengetragen hat. In allen Kulturen quer über dem Erdball haben Menschen offenbar schon vor Jahrtausenden erkannt, dass Quellwasser mehr tut, als den Durst zu löschen. Das gezielte Trinken und Baden in reinem Wasser wurde zur Linderung bei allerlei Leiden sowie zur Gesundheitsstärkung eingesetzt. Bereits in der Antike, bei den Griechen und Römern, gab es Badekuren, später im gesamten Abendland Wasserärzte und Trinkkuren und in der chinesischen Medizin wurde dem Wasser sogar der höchste Status in der Medizin eingeräumt. Erkenntnisse, die in der modernen Wasserforschung und alternativen Medizin erneut eine Renaissance erfahren und die Wasser-Heilkunde in jüngster Zeit wieder aufblühen lassen.

Wasser in der abendländischen Heilkunde

In seiner Masterarbeit erläutert Kubny neben den physikalischen und medizinischen Aspekten des Wassers auch metaphysische Aspekte, allen voran „Das Konzept des lebendigen Wassers“, zentrales Thema in allen Religionen. Lebendiges Wasser wurde als Symbol der „Quelle allen Lebens“ verstanden und hat in den Handlungen religiöser und menschlicher Kultur immer noch höchsten Stellenwert. Desweiteren wurde das gute Wasser und das Trinken und Baden darin schon in frühen Quellen als „Jungbrunnen und Gesundbrunnen“ benannt. Auf den Traditionen der Antike und des Mittelalters baute die medizinische Wasser-Forschung der Neuzeit auf und so wurde Wasser als Heilmittel in der Renaissance zur Normalität, Wasserforscher und Wasserärzte zu angesehenen Personen. Bis heute international bekannt sind die Wasserkuren von Sebastian Kneipp, mit dem Schwerpunkt „Wasser außen“ sowie traditionelle Kurorte wie Baden-Baden mit ihren Brunnen und Trinkkuren und dem Schwerpunkt „Wasser innen“. Für die gesunde Medizin und Gesundheitsvorsorge spielen laut Kubny beide Bereiche „Wasser innen und Wasser außen“ eine essentielle Rolle.

Lebendiges Wasser und die Lebenskraft Qi

Bemerkenswert sind dazu auch Dr. Kubnys umfangreiche Studien zur Rolle des Wassers in der chinesischen Medizin. In einem zweiten Interview erläutert er umfassend das in der chinesischen Heilkunde so maßgebliche Gesundheits-Konzept des „Qi“-Flusses und seine Analogien zum „Lebendigen Wasser“. Im Qi-Konzept wird der menschliche Körper als eine Art Bewässerungssystem verstanden, ähnlich einer Naturlandschaft, die nur gesund und lebendig bleiben kann durch das Vorhandensein von fließendem Qi. Dem Qi-Fluss als wichtigem Lebenskraft-Geber kommen hier ähnliche Funktionen zu wie gesundem Wasser im menschlichen Körper. Ohne den Einsatz von Wasser sei erfolgreiche Therapie in der chinesischen Medizin gar nicht möglich, führt Dr. Kubny aus und erläutert, dass das chinesische Schriftzeichen für Behandeln und Therapieren das Schriftzeichen Wasser beinhalte. Im Altertum teilte man die chinesische Heilkunde sogar in drei Qualitätsstufen ein: die Behandlung von Krankheiten war die unterste Stufe, die Prävention die mittlere Stufe und die höchste Form chinesischer Heilbehandlung bestand darin, dem Patienten ausreichend salutogenes, d.h. gesundheits-förderndes Wasser bereit zu stellen.

Forschung über die Energie und Qualität des Wassers

In einem weiteren Bereich seiner wissenschaftlichen Arbeit vertieft sich Dr. Kubny in das umfassende Feld der Wasserforschung. Wasser ist nicht gleich Wasser. So gibt es unreifes und reifes Wasser, letzteres hat seinen Zyklus durch alle Gesteins-schichten abgeschlossen und kommt als artesische Quelle selbstständig an die Erd-Oberfläche. Solch ein Wasser hat eine höhere Energie für den Organismus, da es umfangreiche energetische Informationen aufgenommen hat. Man spricht von einem sog. kohärenten Wasser, ein Wasser mit hoher Ordnungskraft, welches besonders gut zellverfügbar ist und so seine Aufgaben im Stoffwechsel-Geschehen am besten erfüllen kann. Sogar die Zukunftsforschung Wasser hat in der Masterarbeit einen Platz, allen voran die spektakulären Forschungen über die „Vierte Phase des Wassers“ von Prof. Dr. Gerald Pollack, mit dem Dr. Kubny ein Interview führte, welches wir ebenfalls auf der Internetseite der St. Leonhards-Akademie zur Verfügung stellen.

LINK zur Forschungsarbeit Kubnys und seinem Interview „Wasser in der Medizin“ : https://st-leonhards-akademie.de/category/themen/wasser/

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