Antworten auf solche Fragen sucht die politische Bildung seit Jahrzehnten. Vor genau 50 Jahren, am 19./20. November 1976, einigten sich Experten unterschiedlicher Richtungen bei einer Tagung der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) in Weinstadt-Beutelsbach auf Grundlagen für den wenig später ausformulierten „Beutelsbacher Konsens“. Heute gilt er mit seinen drei Leitprinzipien als normatives Fundament der politischen Bildung in Deutschland.
Am Donnerstag, 19. November 2026, wird dieses Jubiläum am historischen Tag und historischen Ort gefeiert – und zugleich zum Anlass genommen, die Prinzipien des Beutelsbacher Konsenses auf den Prüfstand zu stellen. Was bedeuten diese Grundsätze heute? Aus unterschiedlichen Perspektiven wird über politische Bildung gesprochen und diskutiert werden, wie die Leitprinzipien im Alltag tatsächlich funktionieren. Die Veranstaltung „Kontrovers und nicht beliebig: Politische Bildung im Lichte des Beutelsbacher Konsenses“ bietet den Teilnehmenden praxisorientierte Workshops, eine öffentliche Podiumsdiskussion und einen feierlichen Ausklang.
Vier Workshops am Nachmittag
Nach der Begrüßung um 15 Uhr richten sich vier Workshops insbesondere an Lehr- und Fachkräfte der schulischen und außerschulischen Jugendbildung sowie der Erwachsenenbildung. Die Workshops bieten bis 18 Uhr Gelegenheit, über Erfahrungen zu sprechen und praktische Anregungen auszutauschen.
Abendprogramm: Podiumsdiskussion und musikalischer Ausklang
Im Rahmen der öffentlichen Abendveranstaltung setzt sich eine Podiumsdiskussion um 19 Uhr mit der Frage auseinander „Ist der Beutelsbacher Konsens auch heute noch ein hilfreiches Werkzeug, um gesellschaftliche Kontroversen und Konflikte zu bearbeiten?“. Ergebnisse aus den nachmittäglichen Workshops werden in die Diskussion einbezogen. Das Publikum ist herzlich eingeladen, sich zu beteiligen.
Dr. Bernd Breyvogel, Stadtarchiv Weinstadt, wird dazu begrüßen. Nach einer thematischen Einführung durch Sibylle Thelen, Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, diskutieren auf dem Podium:
- Dr. Michael Blume, Beauftragter des Landes Baden-Württemberg gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben
- Felix Steinbrenner, Leiter der Stabsstelle „Demokratie stärken!“ der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
- Prof. Dr. Daniela Winkler, Institut für Volkswirtschaftslehre und Recht an der Universität Stuttgart
Den Abend beschließt Dr. Tobias Diemer, Direktor des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg, mit einem Fazit und einem Blick auf die aktuelle Praxis in der Bildungsarbeit.
Die Moderation übernimmt Mark Kleber vom SWR.
Ein gemeinsamer Ausklang im Foyer der Volkshochschule rundet das Jubiläum mit musikalischen Beiträgen ab und lädt ein, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Die drei Leitprinzipien des Beutelsbacher Konsenses in Kurzfassung:
Der Beutelsbacher Konsens formuliert drei grundlegende Prinzipien politischer Bildung: Niemand darf im Sinne einer bestimmten Meinung überwältigt werden. Was in Politik und Wissenschaft kontrovers ist, muss auch in der politischen Bildung kontrovers erscheinen. Und: Lernende sollen befähigt werden, ihre eigenen politischen Interessen zu erkennen und dementsprechend zu handeln.
Auf einen Blick:
Wann: Donnerstag, 19. November 2026
Wo: Volkshochschule Unteres Remstal, Zweigstelle Weinstadt-Beutelsbach, Poststraße 15/3, 71384 Weinstadt, sowie weitere Workshop-Orte in Beutelsbach
Programmübersicht:
- 15 Uhr: Auftakt zum Jubiläumstag
- 15.45 bis 18 Uhr: Vier Workshops zur Praxis der politischen Bildung
- 19 Uhr: Öffentliche Abendveranstaltung mit Podiumsdiskussion und Ausklang
Anmeldung: Online unter https://www.vhs-bw.de/politische-bildung-und-beutelsbacher-konsens-50-jahre/
Kosten: Die Teilnahme ist kostenlos.
Das detaillierte Programm steht Ihnen unter https://www.lpb-bw.de/einzelansicht-aktuell/kontrovers-und-nicht-beliebig-6bd5fec104db4eb8bc975f769a367d17 zur Verfügung.
Der Jubiläumstag ist eine gemeinsame Veranstaltung der Volkshochschule Unteres Remstal, der Stadt Weinstadt, des Volkshochschulverbands Baden-Württemberg und der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB).
Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
Vordernbergstraße 6
70191 Stuttgart
Telefon: +49 (711) 164099-0
Telefax: +49 (711) 164099-77
http://www.lpb-bw.de
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