Prof. Dr. Walter Ruda vom Fachbereich Betriebswirtschaft der Hochschule Kaiserslautern, Campus Zweibrückern hat gemeinsam mit seinen Professorenkollegen Ayman El Tarabishy von der George Washington University und Rubén Ascúa von der UNRaf Rafaela, Argentinien sowie seinem wiss. Assistenten Dr. Pierre G. Keller einen Artikel zur Gründungsneigung von Studierenden im renommierten JOURNAL OF SMALL BUSINESS MANAGEMENT (JSBM), einer der weltweit führenden Zeitschriften für Small Business Management und Entrepreneurship veröffentlicht.

Mit dem Artikel unterstreicht Ruda seine Expertise in der Erforschung der Gründungsneigung von Studierenden im internationalen Vergleich. Hier wird über die internationale GESt-Studie (Gründung und Entrepreneurship von Studierenden) berichtet, in der die Autoren untersuchen, wie Studierende zu unternehmerisch Handelnden werden, welche Barrieren sie davon abhalten und welche Unterstützung sie sich bei der Unternehmensgründung durch ihre Hochschule wünschen.

Befragt wurden Studierende, die in den Jahren 2016 und 2017 an den in Hoboken/New York (USA) und Buenos Aires (Argentinien) stattfindenden ICSB-Akademien (International Council for Small Business) teilgenommen haben. Die Autoren nehmen hier insbesondere Unterschiede nach Geschlecht und Studienfach der Studierenden in den Fokus und stützen sich dabei auf die soziale Rollentheorie. Ziel ist es, Hochschulen grundlegende Informationen an die Hand zu geben, wie sie ihre Studierenden zielgruppengerecht im Bereich Unternehmensgründung fördern können.

Obwohl in der Regel Studierende wirtschaftswissenschaftlicher Fächer eine höhere Gründungsneigung haben als Studierende nicht-wirtschaftswissenschaftlicher Fächer und Männer eine höhere als Frauen, zeigen die Teilnehmenden der ICSB-Akademien insgesamt hohe unternehmerische Ambitionen. Dies gilt generell für alle Teilnehmenden, also auch für Untergruppen wie Studierende aus wirtschaftswissenschaftlichen und nicht-wirtschaftswissenschaftlichen Studienfächern, Frauen oder Männer. Innerhalb der Gruppe der Teilnehmenden lassen sich jedoch Unterschiede zwischen den Geschlechtern und der jeweiligen Studienfachzugehörigkeit identifizieren, die in Einklang mit den aus der Rollentheorie abgeleiteten Hypothesen der Autoren stehen.

Was die Wünsche nach Unterstützung durch die jeweilige Hochschule betrifft, so wird "Coaching und Beratung" am wichtigsten bewertet. Das Fehlen von Fremdkapital und das Fehlen eines Gründungspartners werden hingegen als wichtigste Barrieren wahrgenommen. Geschlechtsspezifische Unterschiede ließen sich in Bezug auf den wahrgenommenen unternehmerischen Nutzen „sein eigener Chef sein“ feststellen, den Männer wesentlich höher bewerten als Frauen. Infolgedessen scheint es wirksamer zu sein, Männer durch diesen Aspekt des Unternehmertums zu inspirieren. "Kurse" und "spezifische Kontaktstellen" scheinen hingegen für Frauen eine deutlich höhere Relevanz bezüglich der universitären Unterstützung zu haben als für Männer. Bei den Barrieren halten "Eigenes finanzielles Risiko" und "Angst vor dem Scheitern" eher Frauen von der Gründung eines Unternehmens ab als Männer. Folglich ist der Abbau dieser unternehmerischen Barrieren für Studentinnen wichtiger und sollte entsprechend bei der Planung von Maßnahmen durch die Hochschulen berücksichtigt werden.

Was Unterschiede zwischen den Studienrichtungen betrifft, so können drei hochsignifikante Unterschiede bei "fehlende richtige Geschäftsidee", "fehlende Kundenkontakte" und "politisch-ökonomisches Umfeld" beobachtet werden, die alle eine höhere unternehmerische Barriere für Nicht-Wirtschaftsstudierende darstellen. Umgekehrt werden "Know-how-Defizite" überraschenderweise von Wirtschafts-Studierenden stärker als Barriere wahrgenommen.

Die Ergebnisse können Hochschulen als wichtige Hilfe dienen, wie sie ihre Studierenden wirksam im Prozess der Unternehmensgründung unterstützen können.

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