Kurzentschlossene können sich auch knapp 6 Wochen vor dem Ausbildungsstart am 1. September noch für eine Ausbildung im Handwerk entscheiden. Freie Lehrstellen in einem der 130 Berufe der Branche gibt es noch in ausreichender Zahl. Mitte Juli meldet allein die Lehrstellenbörse der Stuttgarter Handwerkskammer noch rund 300 freie Ausbildungsplätze in der Region.

„Bei der Berufsorientierung sehen wir auch bei den Eltern eine ganz entscheidende Rolle“, betont Thomas Hoefling, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart. „Schließlich sind sie zentrale Partner und Berater bei der Berufswahl ihrer Kinder.“ Noch sei zu wenigen Eltern bewusst, dass mit einer Ausbildung das Fundament für einen Berufsweg gelegt werden kann, der inzwischen in vielerlei Hinsicht mindestens so gute und teils sogar bessere Möglichkeiten und Aufstiegschancen sowie eine größere Arbeitsplatzsicherheit als ein Studium eröffnet.“ Nicht immer ist bekannt, dass etwa die Erwerbslosenquote von Technikern und Meistern seit über 10 Jahren unter der von Akademikern liegt – zuletzt betrug sie 1,2 Prozent im Vergleich zu 2,0 Prozent bei Akademikern.

„Trotz intensiver Werbung um qualifizierten Nachwuchs, suchen unsere Handwerksbetriebe noch händeringend nach motivierten jungen Leuten“, erklärt Kammerchef Thomas Hoefling. „Es sind nur noch wenige Wochen Zeit bis zum Ausbildungsstart, die Zahl der unbesetzten Lehrstellen ist aber noch hoch.“ Bei den Betrieben laufe die Nachwuchswerbung derzeit auf Hochtouren. Dennoch appelliert Hoefling an die Ausbildungsbetriebe, alle freien Lehrstellen der Kammer zu melden. Nur so könnten sie noch in die sehr gut besuchte Online-Lehrstellenbörse aufgenommen werden.

„Die Aussichten für eine Karriere im Handwerk sind wegen der guten Geschäftslage in allen Branchen derzeit außergewöhnlich gut“, so Hoefling. Ob Klima- und Umweltschutz, Energie- und Mobilitätswende, energetische Gebäudesanierung und klimaeffizienter Wohnungsbau, SmartHome und E-Health – im Handwerk werden hochqualifizierte Fachkräfte dringend benötigt. Gerade die für den Klimaschutz so wichtige Energiewende könne nur gelingen, wenn es ausreichend beruflich qualifizierte Handwerkerinnen und Handwerker gibt, die beispielsweise klimaneutrale Heizsysteme in die Gebäude oder die den Elektroantrieb auf die Straße bringen. Vor allem im Lebensmittelhandwerk fehle der Nachwuchs. „Auch angehende Elektroniker und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sind derzeit noch sehr gefragt“, weiß Hoefling. Dabei ist eine Ausbildung erst der Einstieg in aussichtsreiche Karrierewege – mit der Ausbildung im Handwerk komme man überall hin. Jugendliche können mit einem dualen Studium eine Ausbildung abschließen und gleichzeitig einen Hochschulabschluss erwerben. Wer will, der kann mit dem Meisterabschluss an einer Hochschule studieren. Mit den weiterführenden Abschlüssen der Höheren Berufsbildung zur Handwerksmeisterin oder zum Handwerksmeister, zum Bachelor Professional und zum Master Professional stehen Jugendlichen alle Türen mit einer sicheren Perspektive offen.

Eine Übersicht über die von den Betrieben gemeldeten freien Ausbildungsplätze ist in der Lehrstellenbörse oder der kostenlosen App Lehrstellenradar der Handwerkskammer zu finden. Dank des Videoportals azubiTV.de können sich Jugendliche und Eltern die verschiedenen Ausbildungsberufe im Handwerk in kurzen Videoclips anschauen. Auch die Ausbildungsberater der Handwerkskammer Region Stuttgart stehen bei Fragen rund um das Thema Lehre gerne zur Verfügung.

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